Giovanni Bria und Graziella Contratto freuen sich auf ein «Stimmengewebe» rund um den Zürichsee. Bilder Hans-Ruedi Rüegsegger
Giovanni Bria und Graziella Contratto freuen sich auf ein «Stimmengewebe» rund um den Zürichsee. Bilder Hans-Ruedi Rüegsegger

Musik

Eine Stimmreise um den Zürichsee

Ob Meisterpianist oder junge Opernstimmen, ob Liederabend oder «Klanglegierungen» – die 21. Ausgabe des Musiksommers am Zürichsee bietet einmal mehr ein vielseitiges und hochstehendes Programm.

Die Rosine im diesjährigen Programm des Musiksommers am Zürichsee ist das Konzert des ungarischen Meisterpianisten András Schiff am 10. Juni in der reformierten Kirche in Rüti. «Das ist eine Auszeichnung, dass András Schiff bei uns spielt», sagte Graziella Contratto, die zusammen mit Giovanni Bria die künstlerische Leitung des Musiksommers innehat,an der gestrigen Medienkonferenz in Zürich. Und Bria doppelte nach: «Das hat für Aufsehen gesorgt. » In Rüti spiele er,an anderen,bedeutenderen Orten nicht, habe man sich in der Musikszene beklagt. «Wir werden ein volles Haus haben», schwärmte Bria,«wir haben bereits die Apsis freigegeben.» Verstecken brauchen sich die anderen Anlässe aber nicht. «Hebt an die Stimme» könnte die Konzertreihe am Zürichsee überschrieben werden. Von jungen Opernstimmen über einen Liederabend mit Streichquartett bis Madrigalkunst an italienischen Renaissancehöfen, von Händels Einladung zur Teatime über kirchliche Motetten bis zum inneren Gesang in Schuberts Klaviersonaten – das Geheimnis der menschlichen erhobenen Stimme durchzieht sämtliche Programme des diesjährigen Musiksommers», wie Graziella Contratto im Programmheft schreibt. Das Eröffnungskonzert im Rittersaal des Schlosses Rapperswil am 22. Mai gibt das Icarus Trio mit «Klanglegierungen ».Die Violinistin Agnieszka Kulowska, die Hornistin Carla Blackwood und die Pianistin Serena Stella spielen Werke von Schumann, Brahms Szynabowski und des australischen Filmkomponisten Don Banks. «Drei sympathische Musikerinnen, die wunderbar spielen», schwärmte Contratto. Ebenso schwärmte sie von der jungen chinesischen Geigerin Tianwa Yang, die am 18. Juni in der Kapuziner Kirche in Rapperswil Werke für Solo-Violine von Johann Sebastian Bach und Eugéne Ysaÿe spielt. «Eine stilistisch sehr feinsinnige Geigerin.» Tianwa Yang gehöre heute zu den herausragendsten Geigerinnen.

Letzte Konzerte auf der Ufnau

Noch einmal gastiert der Musiksommer auf der Ufnau, bevor dann Ende August die Insel aufgrund von Sanierungsarbeiten für mindestens ein Jahr «geschlossen» wird.Am 10.Juli setzt das Eos Guitar Quartet in der Kirche St. Peter und Paul unter dem Titel «Saitenwechsel virtuos» Glanzlichter. «Marcel Ege, Julio Azcano, Davis Sautter und Michael Winkler spielen die ganze Gitarrenpalette, von Boccherini, Vivaldi über Rossini bis Piazolla – wechseln die Seiten virtuos», sagte Giovanni Bria. Ein Woche später, am 17. Juli, geht es am selben Ort höfisch zu und her. Die acht Sängerinnen und Sänger von Voces Suaves singen Madrigale von Claudio Monteverdi und Carl Gesualdo und deren Zeitgenossen. Gesualdo reize die Madrigale chromatisch aus, sagt Bria. «Das ist eigentlich Expressionismus. » Im Ritterhaus Bubikon laden am 12. August die Freitagsakademie Bern und die Sopranistin Dorothee Mields zu «Händels Teatime». «Eine Art Homestory um 1710», wie es Contratto ausdrückte. Die Barockmusiker geben einen Einblick, wie es in einem Salon in London zu Händels Zeiten geklungen haben könnte. Was vor ein paar Jahren begonnen hat, findet auch dieses Jahr eine Fortsetzung. In Zusammenarbeit mit den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern singt am 29. August das Sängerensemble des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper München in der katholischen Kirche Schindellegi berühmte Opern-Arien von Mozart bis Tschaikowsky, von Verdi bis Doninzetti. Dem Musiksommer sei es ein Anliegen, junge Künstler zu fördern, sagte Bria. So geht es am 11. September im Stadtsaal in Jona mit dem Podium junger Künstler und dem Lumina Quartett weiter. Am Bettag,18.September,singen Corale Pisana, Solisten aus Pisa, Werke von Schütz,de Palestrina und anderen.Pater Lukas Helg rundet das Konzert an der Orgel mit Bachwerken ab. Umrahmt wird das Konzert mit einer Meditation von Abt Urban Federer und dem Grossmünsterpfarrer Christoph Sigrist.

Schoeck und Raff zum Abschluss

Den Schlusspunkt des diesjährigen Musiksommers am Zürichsee setzt Othmar Schoeck. Im Rahmen des Schoeck-Festivals – der Schwyzer Komponist würde dieses Jah

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

27.04.2016

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schwyzkultur.ch/bx8nDJ