«Man sollte versuchen, verschiedene Stile einzubringen, aber trotzdem ein Quantum Eigenheit zu bewahren», sagt Fabian Römer. (Foto: PS Fotodesign, Petra Schramböhmer)
«Man sollte versuchen, verschiedene Stile einzubringen, aber trotzdem ein Quantum Eigenheit zu bewahren», sagt Fabian Römer. (Foto: PS Fotodesign, Petra Schramböhmer)

Musik

Fabian Römer: «Gute Filmmusik trifft ins Herz»

In seinem Studio in München komponiert der Freienbacher Fabian Römer Musik für Kinofilme. Bei einem Besuch in den Höfen erzählt er, was gute Film musik ausmacht und für welchen Regisseur er gerne komponieren würde.

Mit Fabian Römer sprach Irene Lustenberger

Fabian Römer, Sie komponieren Filmmusik. Warum haben Sie diesen Beruf gewählt?

Ich hatte immer eine Passion für die Musik und für den Film. Verschiedene Umstände haben dann dazu geführt, diesen Weg zu wählen. Ich habe Musik studiert, aber während des Studiums gemerkt, dass ich nicht mein Leben lang als Musiker arbeiten möchte. Dafür war ich zu wenig diszipliniert. Ausserdem hat mich die Filmmusik immer fasziniert. Aber man kann natürlich nicht von einem Moment auf den anderen sagen: «Ich bin jetzt Filmkomponist.» Während meines Studiums wurden die Weichen dafür gestellt. Und ich bin froh, dass ich dieses Wagnis – ich habe das Studium abgebrochen – eingegangen bin.

Können Sie sich noch an Ihren ersten Auftrag erinnern?

Das war ein französischer Kurzfilm. Ich lernte den Regisseur auf Korsika kennen, und er hat mir erzählt, dass er einen Film drehen möchte. Ich sagte dann, dass ich Filmmusik mache, obwohl ich damals noch in der Schule war und keine Kompositionserfahrung hatte (lacht). Er hat mir dann seinen Film geschickt. Es war ein französischer Kurzfilm, der den Titel «Les Egarés» trug. Und der Regisseur fand meine Musik gut. Es folgten einige Kurzfilme, die Musik zu meinem ersten Langfilm komponierte ich erst in Deutschland. Durch Mundzu- Mund-Propaganda hat sich dann der Erfolg eingestellt.

Wie kann man sich den Prozess von der Idee bis zum fertigen Soundtrack vorstellen?

Ich versuche zuerst, am Klavier und mit dem Computer Themen zu entwickeln, Atmosphären und Stimmungen zu kreieren. Das zeige ich dann dem Regisseur. Der Film ist dabei die Grundlage. Das heisst, ich arbeite selten nach Drehbuch, sondern habe Teile des Films vor mir. Wenn man sich gefunden hat, beginne ich mit dem Ausarbeiten. Ich spiele sozusagen das ganze Orchester auf dem Computer ein. Ist der Regisseur zufrieden, lasse ich das Ganze in Noten umsetzen und gehe mit der Partitur und den Einzelstimmen zu einem Orchester. Bei einem 90-minütigen Fernsehfilm dauert das Ganze vier bis sechs Wochen, bei einem Kinofilm sechs Wochen bis drei Monate.

Was macht gute Filmmusik aus?

Gute Filmmusik unterstützt den Film und verstärkt die Emotionen. Sie hat die Möglichkeit, ohne Umwege direkt ins Herz zu treffen. Im besten Fall ist sie auch ohne Film gut hörbar. Wenn man einen Film schaut, konzentriert man sich aber auf die Geschichte und nicht auf die Musik ... Das ist auch richtig so. Die Musik soll nur an wenigen Orten im Film heraustreten, zum Beispiel bei einer Überlandfahrt. Ansonsten hat sie die Funktion, im Hintergrund zu arbeiten.

Gibt es einen Film, bei dem Ihnen die Musik besonders gut gefällt?

Es gibt sogar sehr viele Filme. Ich kann nicht sagen, welches Genre mir am besten gefällt. Ich liebe Filme wie «Babel» und «21 Gramm», die tolle Musik haben. Dann gibt es natürlich Klassiker wie «Der Pate». Ich mag auch amerikanisches Kino von John Williams, der für Steven Spielberg komponiert – grandios. Meistens ist es so, dass, wenn mir der Film gefällt, ich auch die Musik gut finde. Ich muss mir dann diese im Nachhinein zu Analysezwecken nochmals anhören. Man lernt ja nie aus, und ich möchte mich ständig weiterentwickeln. Deshalb ist mir die Abwechslung so wichtig.

Komponieren Sie nur für Filme oder haben Sie auch andere Aufträge?

Ich komponiere fast ausschliesslich für Filme. Ich habe aber auch schon für Werbefilme Musik geschrieben und ab und zu für Hörspiele. Auch für «Salto Natale» habe ich schon gearbeitet. Aber Zirkusmusik ist doch etwas völlig anderes als Filmmusik ... Der Zirkus hat für das Intro eine klare Dramaturgie mit einem genauen Ablauf vor gegeben. Ich wusste, was die jeweiligen Artisten präsentieren. So war es ähnlich wie Filmmusik, und es kam mir sehr vertraut vor. Wie ich vorhin erwähnt habe, ist die Filmmusik sehr vielfältig. Das geht von Marsch über Klezmer-Musik bis zum grossen Sinfonieorchester im Hollywood-Stil oder Punk. Man sollte versuchen, von all diesen Stilen etwas einzubringen, abe

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

25.08.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/tHpaGh