Stefania Huonder und die 18 Frauenstimmen des Vokalensembles begeisterten das Publikum. Bild Armand Pirovino
Stefania Huonder und die 18 Frauenstimmen des Vokalensembles begeisterten das Publikum. Bild Armand Pirovino

Musik

Junge Stimmen berührten

Das Vokalensemble der Kantonsschule Ausserschwyz (KSA) bot am vergangenen Sonntag in Freienbach unter Stefania Huonder und Konrad von Aarburg ein bemerkenswertes Konzert. Die einfühlsame Begleitung von Organist Roman Künzli und einem Streichquartett unter Donat Nussbaumer liess diese Sternstunde noch mehr glänzen.

Es brauchte etwas Motivation, sich am strahlenden Sonntagnachmittag in eine Kirche zu bewegen. Wer es tat – es waren rund 100 Motivierte –, der bereute es nicht. Was die beiden Gesangslehrer der KSA mit den 18 jungen Frauen aus Nuolen und Pfäffikon in nur drei Monaten erarbeitet hatten, liess aufhorchen.

Selten aufgeführte «Messe basse»

Bereits Saint-Saëns’ «Ave verum» liess die Qualität eines berührenden Chorklanges aufblitzen. Nach Roman Künzlis «Andante» aus Widors 13. Orgelsinfonie, auf der Barockorgel schön romantisch registriert, überraschte der Frauenchor mit einer Interpretation der «Messe basse» (stille Messe) des Romantikers Gabriel Fauré. Dieses bei uns wohl noch nie aufgeführte Werk verströmte eine Wärme und Eindringlichkeit, dass es einen fast zur Empore hinaufzog. Zu glauben, diese Kantonsschülerinnen seien verbissene Klassikfans, zielt ins Leere: Vor dem Konzert verrieten sie, dass sie von Rockmusik bis Reggae alles hörten. «Aber diese bisher unbekannte Musikwelt von Fauré und Pergolesi hat uns gepackt.»

Pergolesis Schwanengesang

Mit drei astrein gespielten Sätzen aus der ersten Sonate für zwei Violinen von Telemann bauten Donat Nussbaumer und Regula Friedli eine galante Brücke zum zweiten Höhepunkt des Abends. Giovanni Battista Pergolesi schrieb sein «Stabat mater» (Christi Mutter stand mit Schmerzen) in seinem letzten, nur 26. Lebensjahr, gezeichnet von der Tuberkulose. Die ausgewählten Teile dieses im 18. Jahrhundert am häufigsten gedruckten Werkes rissen das Publikum zu einem lang anhaltenden Applaus hin. Zu Recht. Diese Interpretation würde es verdienen, auf eine CD gebrannt zu werden, auch wegen des auswendig gesungenen Solos von Jelena Dojcinovic.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

31.05.2011

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