Seit über elf Jahren sind sie unterwegs und kein bisschen müde, auch weiterhin für ihre Fans auf Achse zu sein. Bild zvg
Seit über elf Jahren sind sie unterwegs und kein bisschen müde, auch weiterhin für ihre Fans auf Achse zu sein. Bild zvg

Musik

Mehr als einfache Sportsocken

Seit über zehn Jahren stehen sie auf der Bühne, seit über zehn Jahren mit den gleichen Liedern und der gleichen Masche. Was für andere längst zum Todesstoss wurde, macht die geheimen Sportsocken zum Kult.

Sie geben sich Namen wie Venus Blusenknopf, Klaus-Dieter Taster oder Thomy Trommler. Sie sprechen derart gutes Hochdeutsch, dass sie an Auftritten von vermeintlichen Landsleuten nach ihrem deutschen Herkunftsort gefragt werden. In Tat und Wahrheit könnten die einst gemeinen und heute geheimen Sportsocken aber schweizerischer nicht sein. Sie stammen alle aus der Region Höfe-Einsiedeln und sprechen den typischen «Kartoffel-im-Mund-Dialekt». Schlagerstars wie Jürgen Drews, Bata Illic, Mickie Krause, Jürgen Marcus oder Chris Roberts liessen sich dadurch nicht beirren und kamen zum Händeschütteln vorbei.

Licht aus, Strom aus

Ein eigentliches Erfolgsrezept hat die Schlager-Coverband, die an der Euro08 für die holländischen Fans auf dem Bundesplatz in Bern spielen durfte, nicht. Überhaupt halten Sportsocken den Ball flach und sehen sich nicht als etwas Besonderes. Vielleicht auch, weil sich im Proberaum der Band noch immer Schachteln der beiden eigenen Live-CDs stapeln. Ihr Erfolg ist eben nicht in Verkaufszahlen oder in der Anzahl gespielter Konzerte zu messen. Diese halten sich mit rund 150 Auftritten in gut zehn Jahren nämlich stark in Grenzen, wie Sänger Udo Nachnahme erzählt. Dies gehört zum Konzept der Sportsocken, wie die Rollen, die die einzelnen Künstler auf der Bühne wiedergeben. Doch so originell das Auftreten der sechs Socken ist, so originell waren auch schon die Reaktionen auf ihre Darbietungen. In Einsiedeln stellte ihnen vor nicht allzu langer Zeit ein Anwohner vorübergehend einfach den Strom ab, um für Ruhe zu sorgen. Und an der Fasnacht in Niederurnen, so erzählt der Sänger, hätten die Gäste mit einer gewöhnlichen Coverband gerechnet und dementsprechend ungeduldig auf das Ende der Schlagerhymnen gewartet. Hingegen als besonders grosse Sausen bezeichnen die Schlagerfreunde jene Anlässe im Kanton Graubünden – allen voran die Schlagerparade in Chur. Ebenso in bester Erinnerung seien Gigs am Turnfest in Freienbach oder in der Ziegelei Einsiedeln.

Von Jahr zu Jahr

Hätte jemand im Jahr 2001 gesagt, dass es die Sportsocken auch über elf Jahre später noch geben wird, hätten wohl alle gelacht. Kein Wunder: Denn eigentlich fanden die damals noch gemeinen Sportsocken nur zusammen, um die Böindler Fasnacht musikalisch zu umrahmen. Nun wurde aus dem einen Auftritt eine amüsante und nicht ganz ernstzunehmende Erfolgsgeschichte sondergleichen. Solange es läuft, gehts weiter, wie Roberto Bassoni Di Slaponi – auf Italienisch – sagt. Sie nehmen jedes Jahr vorweg, ein Ende ist nicht in Sicht. Nach der grandiosen Schlagerparty in Tuggen ziehts die Socken nämlich schon dieses Wochenende weiter nach Klosters, ehe sie – sofern die Welt nicht einen Tag vorher untergeht – am 22.Dezember viel Farbe, Licht und frohe Stimmung in die «Ziegelei» nacht Einsiedeln bringen.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

23.11.2012

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schwyzkultur.ch/3wknat