Geniessen zusammen mit den Musikern den verdienten Applaus: Solist Donat Nussbaumer (links) und Dirigent Urs Bamert. Bilder Verena Blattmann
Geniessen zusammen mit den Musikern den verdienten Applaus: Solist Donat Nussbaumer (links) und Dirigent Urs Bamert. Bilder Verena Blattmann
Löste grosse Begeisterung aus: Solist Donat Nussbaumer.
Löste grosse Begeisterung aus: Solist Donat Nussbaumer.

Musik

Melancholische Streichmusik zum Träumen

Von virtuoser und gefühlvoller Streichmusik war am Samstag die Pfarrkirche Freienbach erfüllt. Das Sinfonieorchester Ausserschwyz zog – zusammen mit dem Solisten Donat Nussbaumer – mit Werken von Telemann, Bach und Respighi das Publikum in seinen Bann.

Das beinahe sommerliche Wetter vermochte sich gegenüber dem Bedürfnis sehr vieler Musikliebhaber, mehr als eine Stunde bezaubernder Barockmusik von hoher Qualität zu geniessen, nicht durchzusetzen. Das Sinfonieorchester Ausserschwyz wartete mit einem vielversprechenden Programm auf. Die «Don Quichotte-Suite» von Georg Philipp Telemann erzählt musikalisch und bildreich eine Episode aus dem Roman «Don Quijote de la Mancha» von Miguel de Cervantes. Don Quichotte, der sich zusammen mit seinem klapprigen Gaul Rosinate mutig auf den Weg seiner Träume macht, sich seinen Abenteuern stellt und sogar den Kampf mit Windmühlen aufnimmt, gedanklich immer bei seiner fiktiven Geliebten Dulcinea weilend.

Gelungene Umsetzung

Die Musik über diese tragisch ironische Geschichte wurde vom Orchester und dem Solisten Donat Nussbaumer musikalisch und emotional treffend umgesetzt.Es gehört zu den populärsten Werken von Johann Sebastian Bach, das «Violinkonzert E-Dur, BWV 1042». Die Entstehungszeit dieses Konzertes in drei Sätzen für Streicher und Continuo ist unbekannt. Den meisten ist wohl vor allem die sich wiederholende Melodie des ersten Satzes, dem Allegro, geläufig. Dieser Satz wird abgelöst vom Adagio, das mit seiner tiefen Tonlage melancholisch und träumerisch wirkt.

Popmusik von Bach

Umso erfrischender hörte sich der nachfolgende Satz «Allegro assai» an und steigerte beim Zuhörer die Bewunderung und den Respekt gegenüber Orchester und Solisten noch mehr für ihre grossartige Leistung. Donat Nussbaumer, der auch beim Zürcher Kammerorchester als Konzertmeister fungiert, erspielte sich – hochkonzentriert, virtuos und mit sehr viel Gefühl – die Gunst der Zuhörer.

Zugaben von Nussbaumer gefordert

Der Applaus war entsprechend langanhaltend und tosend, so dass zwei Zugaben des Meisters an der Violine die Folge waren, denen Orchester und Zuhörer beinahe ehrfurchtsvoll und andächtig lauschten. Wie immer führte auch der musikalische Leiter des Orchesters, Urs Bamert, seine Musiker mit Bravour und Leidenschaft durchs Konzert. Mit «Antiche Danze ed Arie, Suite No. 3» des 1879 in Bologna geborenen Komponisten Ottorino Respighi, wartete ein weiterer musikalischer Leckerbissen auf das Publikum. Das romantische, melodiöse Werk bildete, zusammen mit einer weiteren Zugabe, dem Andante von Bach, den Abschluss dieses wunderbaren Konzertes.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

04.04.2011

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schwyzkultur.ch/7p9HPZ