Fredy Reichmuth (l.) und Mathias Knobel haben die Werke von Hans Frey erstmals in Noten niedergeschrieben und veröffentlichen zum 100. Geburtstag Freys einen Notenband. Bild Andreas Knobel
Fredy Reichmuth (l.) und Mathias Knobel haben die Werke von Hans Frey erstmals in Noten niedergeschrieben und veröffentlichen zum 100. Geburtstag Freys einen Notenband. Bild Andreas Knobel
Hans Frey (1913-1973) schuf mit seinem Klavierländler eine eigene Stilrichtung und bleibt dabei in Originalität und Leichtigkeit unerreicht.
Hans Frey (1913-1973) schuf mit seinem Klavierländler eine eigene Stilrichtung und bleibt dabei in Originalität und Leichtigkeit unerreicht.

Musik

Musik eines Pioniers sichern

Name und Werk des Lachner Ländlerpianisten Hans Frey mögen eher älteren Leuten ein Begriff sein. Nun veröffentlichen Mathias Knobel und Fredy Reichmuth aber einen kompletten Notenband. Mit CDs und Konzerten wird die Musik Freys zusätzlich gesichert und zugänglich gemacht.

Kann eine Musik, die erst noch der Gattung Ländler zuzuordnen ist, eines vor bald 40 Jahren Verstorbenen in Gegenwart und Zukunft noch faszinieren? Ja, und es ist gar eine Aufgabe, die Werke von Hans Frey nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Gelegenheit dafür bietet sein 100. Geburtstag anfangs 2013.

In Lachen aufgewachsen

Der Name Hans Frey ist älteren Leuten noch immer ein Begriff. In Lachen an der Herrengasse geboren und aufgewachsen, ranken sich viele Anekdoten um sein Leben und Wirken. Als Bub entdeckte er sein Instrument, das Klavier, recht früh. Und dies, ohne je Unterricht genossen oder Notenlesen gelernt zu haben. Schon bald unterhielt er sein Publikum auf dem Klavier oder auch auf dem Schwyzerörgeli. Später machte er die Musik zu seinem Beruf. Einerseits als Klavierstimmer, andererseits als Musiker und Komponist. An keinerlei Konventionen gebunden, entwickelte er einen ganz eigenen Stil. Ja, er begründete praktisch die Gattung «Klavierländler», die irgendwo zwischen Chopin-Walzer und Ragtime eingeordnet werden kann. Seine Kompositionen sind denn auch so unverwechselbar wie originell. Dabei zeichnete sich sein fehlerfreies Spiel trotz zügigem Tempo durch eine Leichtigkeit aus, die bis heute unerreicht bleibt.

Werke gesammelt und gesichert

Erschwerend kommt für Pianisten hinzu, die Frey-Kompositionen spielen möchten, dass er seine Werke nie zu Papier brachte. Und genau hier setzen Mathias Knobel (52) aus Wollerau und Fredy Reichmuth (46) aus Altendorf an. Die beiden bekannten Ländlermusiker sind Frey-Kenner und interpretieren seine Stücke auch selber. Zudem hat Mathias Knobel über Jahre hinweg akribisch die noch auf alten Tonträgern erhaltenen und von Frey selbst gespielten Kompositionen zusammengetragen. Daraus sind 1998 und 2006 zwei CDs entstanden. Erstere ist inzwischen vergriffen und wird auf das Jubiläum hin neu und überarbeitet herausgegeben. Im Mittelpunkt dieses Jubiläums steht aber ein weiteres ambitioniertes Projekt. Fredy Reichmuth hat in den letzten drei Jahren Freys Kompositionen direkt ab Tonträger in Noten niedergeschrieben. Die vielen Verzierungen und Eigenheiten in Notenschrift zu fassen, ist eine anspruchsvolle Arbeit, für die ein ausserordentliches Musikgehör erforderlich ist. Entstanden ist nun ein Notenband mit sämtlichen 43 noch erhaltenen Kompositionen in Originalfassung. Damit machen Knobel und Reichmuth die Musik von Hans Frey erstmals für einen erweiterten Kreis spielbar. Wobei eine authentische Interpretation auch versierte Pianisten fordern wird. Abgerundet wird die Publikation durch eine Biografie des Künstlers.

Neuentdeckung lohnt sich

Einen Einblick erhalten Musikinteressierte an zwei Konzerten, die Mathias Knobel anlässlich der Präsentation des Notenbands und der CD organisiert. Junge Musiker der Schweizer Volksmusik sowie Studenten der Musikhochschule Luzern werden Werke Freys interpretieren (siehe Box). Es werden aber nicht nur Klaviersoli zu hören sein. Es wird auch aufgezeigt, wie fein die Kompositionen auf anderen und zusammen mit anderen Instrumenten klingen. Dank CDs, Notenband und Konzerten kann so die eigenwillige wie attraktive Musik von Hans Frey nicht nur gesichert, sondern den Musikschaffenden und auch dem Publikum wieder zugänglich gemacht werden.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

23.11.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/t2Ztc1