Ausgezeichnet, aber nicht zufrieden: der Freienbacher Filmmusikkomponist Fabian Römer. Bild il
Ausgezeichnet, aber nicht zufrieden: der Freienbacher Filmmusikkomponist Fabian Römer. Bild il

Musik

Preis macht keine Freude

Fabian Römer hat zum zweiten Mal den deutschen Fernsehpreis gewonnen. Doch richtig freuen kann er sich darüber nicht.

In Köln wurde am Samstagabend der deutsche Fernsehpreis vergeben, ausgestrahlt wurde die Sendung am Sonntag. Begleitet war die festliche Gala von Schauspielerprotesten. Denn die Organisatoren hatten im Vorfeld entschieden, eine Reform der Preisverleihungdurchzuführen und die Zahl der Preiskategorien zu reduzieren. Zu diesem Zweck wurden unter anderem die Auszeichnungen für das beste Drehbuch, die beste Musik, die beste Kamera sowie die besten Nebendarsteller gestrichen und der Film im Kollektiv nominiert.

Der Verleihung ferngeblieben

So war der gebürtige Freienbacher Fabian Römer nicht der einzige, der der Preis verleihung fernblieb. Römer hat für den nominierten Film «Tatort: Weil sie böse sind» die Musik geschrieben. Und der Film – und somit Römers Musik – gewann den deutschen Fernsehpreis in der Kategorie «Bester Fernsehfilm». Wie der in München wohnhafte Römer im Vorfeld der Gala in einem Statement schrieb, hat der Preis, bezogen auf die einzelnen Kategorien, keine Relevanz mehr. «Es ist meiner Meinung nach extrem unwahrscheinlich, dass die preiswürdigsten Einzelleistungen des deutschen Fernsehpreises eines Jahres ausnahmslos in einem einzigen Film vereint sind», führte Römer aus.

Verleihung hat Glanz verloren

Bereits in den Vorjahren sei die Verleihung der «nicht zuschauerrelevanten » Kategorien – etwa Musik – ausserhalb der Sendezeit erfolgt. «Bestenfalls durften die Gewinner während der Übertragung noch mal aus dem Publikum aufstehen oder gemeinsam mit allen anderen ‹Kreativspitzen› kurz auf die Bühne springen», erinnert sich Römer. Und er fragt sich, ob denn auch der deutsche Fernsehpreis, die höchste künstlerische Auszeichnung im Bereich Fernsehen, dem Diktat der Quote geopfert werden müsse. Der bald 37-Jährige hat den deutschen Fernsehpreis bereits im Jahr 2006 gewonnen, «zu einer Zeit, in der er mir wirklich etwas bedeutet hat».

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

12.10.2010

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schwyzkultur.ch/N8F2A3