Graziella Contratto und Giovanni Bria berichteten in furiosen Dialogen über das Programm des Musiksommers am Zürichsee. Bild Daniel Koch
Graziella Contratto und Giovanni Bria berichteten in furiosen Dialogen über das Programm des Musiksommers am Zürichsee. Bild Daniel Koch

Musik

Romantischer Optimist ist «schuld» am Musiksommer

Am Freitag gab der künstlerische Leiter Giovanni Bria gemeinsam mit Graziella Contratto, die ihm seit 2006 als künstlerische Beraterin zur Seite steht, das Programm des Musiksommers am Zürichsee 2015 bekannt.

Vor zwanzig Jahren gründete Giovanni Bria das Festival Musiksommer am Zürichsee. An der Pressekonferenz zum Jubiläumssommer im Hotel «St. Gotthard» in Zürich erinnerte er sich an die damalige Zeit. Und äusserte sich zur Frage, wie es zum Musiksommer kommen konnte. «Schuld» sei seine innere Natur, verriet er. Diese sei von Freude geprägt – er sei ein romantischer Optimist. Eine Eigenschaft des Intendanten, die das Festival befruchtete und gedeihen liess. Startete man 1996 mit sechs Konzerten, sind es heuer deren zwölf. Der hingabevollen Art Brias ist wohl auch geschuldet, dass er auf der zuweilen aufwendigen Suche nach finanziellen Zuwendungen stets erfolgreich war – und dabei stets heiter und zuversichtlich blieb. Bria selbst: «Nebst all den Sorgen und finanziellen Schwierigkeiten ist die Freude immer dageblieben – ich bin dankbar, dass ich das Festival jedes Jahr wieder erleben darf.» Und Graziella Contratto «bewundert» immer wieder, «wie Giovanni den Laden schmeisst». Er gehöre zur «aussterbenden Art jener Intendanten, die sich nicht stets ins Zentrum stellen».

Schweizer Klezmer-Jodel

Als besonderen Mäzen pries Giovanni Bria den Schindellegler Unternehmer Klaus Michael Kühne. Nicht nur seines finanziellen Engagements wegen, sondern weil durch ihn eine Freundschaft zu Musikern der Festspiele Mecklenburg- Vorpommern gedeihen konnte. Etwa zu David Orlowsky und seinen musikalischen Mitstreitern Jens-Uwe Popp und Florian Dohrmann. Das auch Klezmer Kings genannte Trio wird Dienstag, 1. September, in der katholischen Kirche Feusisberg auftreten. Graziella Contratto beschreibt die Musik, welche in Feusisberg ertönen wird, als eine, die «zwischen Klassik und der Klezmer-Art oszilliert». Speziell: Mit einem Schweizer Klezmer-Jodel soll die «typisch schweizerische Idylle klanglich ausgedrückt» werden.

Festliches Jubiläumskonzert

Am Anfang des Musiksommers steht aber das festliche Jubiläumskonzert im Rittersaal und Schlosshof in Rapperswil-Jona. Drei zentrale Anliegen seiner Intendanz verbindet Bria am Jubiläumskonzert: Förderung des begabten Nachwuchses mit dem aus jungen Streichertalenten zusammengesetzten Stringendo-Ensemble unter der Leitung von Jens Lohmann. Internationale Ausstrahlung erhält es mit dem jungen Schweizer Solotrompeter Giuliano Sommerhalder. Contratto: «Giovanni wollte etwas Festliches und Feierliches – deshalb hat er sich eine Trompete gewünscht.» Das Berner Slobone-Posaunenquartett bestreitet den zweiten Teil des Konzerts. Es soll mit seinen virtuosen aber auch coolen Arrangements für das eine oder andere Schmunzeln sorgen.

Vergessene Musikperlen

An den Sonntagen vom 12. und 19. Juli gastiert das Festival auf der Klosterinsel Ufnau. Graziella Contratto erinnert sich gut an die erste gemeinsame Überfahrt mit Giovanni Bria. Die Stimmung auf dem Schiff und in der Kirche St. Paul sei «pure Magie» gewesen. Heute noch sei «dieses Anfangsgefühl» stets präsent.Am 12.Juli spielen Chant 1450 alte spanische Musik. Laut Contratto verstehen sie es dabei aber auch, «den Bogen von alter zu moderner Musik zu schlagen». Vergessene Musikperlen wiederzubeleben, die seit langer Zeit in alten Manuskripten geschlummert haben, bleibt dabei aber ein wichtiges Ziel dieses Programms.

Ungewohnte Klänge

Am 19. Juli fährt das Arcadia String Quartet auf die Insel. Das junge Quartett aus Rumänien hat ausser einem Streichquartett von Joseph Haydn aus seinem berühmten op.33 mit dem Beinamen «Der Scherz» und einem jugendlichen, frischen von Ludwig van Beethoven, ein Stück seines Landsmanns Adrian Pop im Gepäck. Auch wenn «La Seda y El Metal» mit ungewohnten Klängen und Harmonien überrascht, sei es vom Publikum stets mit Vergnügen aufgenommen, verspricht die Programmschrift. Am 20. September findet traditionell das ökumenische Bettagskonzert in Einsiedeln statt. Mit einem Programm, das von Giovanni Bria kreiert wurde und gleichzeitig seine grosse Verbundenheit mit der Klosterkirche Einsiedeln widerspiegelt. Zusammenfinden werden Alphornklän

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

11.05.2015

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schwyzkultur.ch/qqHxQ8