Nach tosendem Applaus der Zuhörer für die eindrückliche Komposition überreicht der Komponist Fabian Römer (rechts) die Partitur dem Dirigenten der Harmonie Freienbach, Valentin Vogt. Bild Hans Ueli Kühni
Nach tosendem Applaus der Zuhörer für die eindrückliche Komposition überreicht der Komponist Fabian Römer (rechts) die Partitur dem Dirigenten der Harmonie Freienbach, Valentin Vogt. Bild Hans Ueli Kühni

Musik

Sinfonische Dichtung für Ufnau

Die Harmonie Freienbach hat grosse Ziele. Zu ihrem 100- Jahr-Jubiläum liess der Verein vom bekannten Filmmusikkomponisten Fabian Römer ein abendfüllendes Werk komponieren, das im November aufgeführt wird.

Im Jubiläumsjahr der Harmonie Freienbach sind bereits mehrere Anlässe realisiert worden, doch die grösste Herausforderung steht noch bevor. Was als einzelnes Stück gedacht war, weitete sich mehr und mehr aus und wurde zum abendfüllenden Programm, nämlich die Auftragskomposition «Ufnau – musikalische Impressionen» des Freienbacher Filmmusikkomponisten Fabian Römer. Am Dienstagabend stellte der inzwischen in München lebende Komponist in der Kirche St. Peter und Paul auf der Ufnau das Werk den Mitgliedern der Harmonie und anwesenden Gästen vor. Römer war schon als Knabe unzählige Male dort. Immer habe ihn die Stille berührt, die Mystik, die Geschichte, die Dramatik und die Stimmungen, erklärte er dem Publikum. All das hat er in neun Stücke eingebracht und das Werk speziell für die Zusammensetzung der Harmonie Freienbach bearbeitet, ihr sozusagen «auf den Leib geschrieben », sagte Römer.

Eindrückliche Kompositionen

Er erklärte, dass sich beim Hören dieser dramaturgischen Musik Bilder aufbauen, dass man die Enten im Schilf, die sich brechenden Wellen und die Schmetterlinge geradezu sehen könne. Er sagte auch, dass er es von seinem Beruf her gewohnt sei, Dramatik zu schaffen und Spannung aufzubauen. Schon seine digital vorgetragenen Stücke überzeugten, und man kann sich gut vorstellen, dass diese noch weit eindrücklicher wirken, wenn sie von einem Orchester gespielt werden. Das eine wie das andere der vorgespielten Stücke war berauschend. Schon beim ersten, das er «Erwachen» nennt, konnte man ahnen, dass es schwierige Kost werden dürfte für die Harmonie. Schwingungen, Stimmungen, Spannungen, schrille Töne – man wähnte sich geradezu bei Tagesanbruch als Beobachter auf der Insel. So ging es weiter.

Künstler entfaltete Talent

Jedes Stück war in sich ein Meisterwerk, drückte Stimmungen aus, baute Spannung auf, schwoll zu voller Lautstärke an, ging wieder zur Ruhe über und liess Bilder entstehen. An einer Stelle war ein Chor eingebaut, man hörte Orgelklang, gar gregorianischer Gesang war drin, untermalt mit Musikklängen. In der finalen Version sollen auch Texte eingebaut werden, gar von der Kanzel herunter sollen Rufe ertönen. Kurz: Hier hat ein Künstler sein Talent entfaltet. Zwischen den Stücken erklärte Römer den Zuhörern, was er fühlt, und was er ausdrücken will.

Enger Bezug zur Insel

Sein Bezug zur Ufnau sei sehr eng. Er sei sogar in dieser Kirche getraut worden, darum habe er den Auftrag – an dem er zwei volle Monate lang nonstop gearbeitet habe – gerne angenommen, erklärte der mehrfach ausgezeichnete Komponist. Dass das Werk die Musikanten der Harmonie begeisterte, war dem lang anhaltenden Applaus zu entnehmen. Am Ende der Vorstellung überreichte Römer die Partitur dem Dirigenten Valentin Vogt, der auch als Arrangeur mitgewirkt hatte. Auch bei ihm seien Bilder entstanden.

Uraufführung am 20. November

Ziel sei es nun, diese in der Umsetzung auf die Zuhörer zu übertragen, erklärte Vogt. Es sei eine grosse Herausforderung, so ein komplexes Werk einzuüben. Er sei aber überzeugt, dass dies bis zur Uraufführung vom 20. November gelinge. Eines ist heute schon klar: Dieses Projekt ist etwas Einzigartiges, und man darf sich auf die Uraufführung freuen.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

19.08.2011

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schwyzkultur.ch/a3nYsC