Das taiwanesisch-deutsche Ensemble Trio Piazzolla fügte Tango und traditionelle taiwanesische Musik zusammen und faszinierte mit seinem ausdrucksstarken Spiel das Publikum. Bild Bettina Schärlinger
Das taiwanesisch-deutsche Ensemble Trio Piazzolla fügte Tango und traditionelle taiwanesische Musik zusammen und faszinierte mit seinem ausdrucksstarken Spiel das Publikum. Bild Bettina Schärlinger

Musik

Tango trifft auf taiwanesische Klänge

Am Valentinstag lud die Kulturkommission Freienbach in Zusammenarbeit mit der Musikschule Freienbach zu einem besonders innigen und ausdrucksstarken Konzert mit dem Trio Piazzolla ins Gemeinschaftszentrum in Freienbach ein.

Das taiwanesisch-deutsche Ensemble Trio Piazzolla mit Ya-Wen Chuang (Klavier), Wolfgang Wendel (Querflöte) und Martin Bärenz (Violoncello) hat sich im Besonderen der Musik des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla (1921 bis 1992) verschrieben. Die Originalpartituren werden vom Trio Piazzolla passend zur Besetzung arrangiert, womit die Aufführungen stets einen speziellen Charakter bekommen. Das in Freienbach aufgeführte Konzert unter dem Motto «Piazzolla trifft Taiwan» berührte mit seiner tief emotionalen Intensität und dem ausdrucksvollen Spiel der Musiker. Nebst bekannten Werken Piazzollas kamen auch taiwanesische Kompositionen zur Aufführung. Beide Stilrichtungen haben ihre Wurzeln in der traditionellen Musik. Vielleicht – oder gerade deshalb – fügten sich die orientalischen Klänge und argentinischen Rhythmen zu einem Ganzen und begeisterten das Publikum vom ersten Ton an.

Tango als Schlüsselerlebnis

Astor Piazzollas Begabung und Musikalität wurden von seinen Eltern früh entdeckt und gefördert. In seinen jungen Jahren begeisterte er sich vor allem für Jazz und Musik von Johann Sebastian Bach. Erst während seiner Jugendjahre lernte er eine neuartige Tangointerpretation kennen. Dies war ein Schlüsselerlebnis, und Piazzolla perfektionierte danach sein Bandoneonspiel. Doch Piazzolla lässt sich nicht auf Tango beschränken. Denn neben Kammer- und Orchestermusik komponierte er auch Filmmusik. «Tanti anni prima» kam im Konzert in einer Bearbeitung für Bassflöte und Klavier zur Aufführung. Ruhig und bedächtig dahinfliessend berührte die Melodie die Seele der Zuhörer.

In die Ferne getragen

Neben den argentinischen Melodien entzückten die taiwanesischen Klänge das Publikum. Kein traditionelles Volkslied,sondern ein Popsong und die heimliche Hymne Taiwans, die «Serenade of The Green Island», arrangiert für chinesische Flöten, Violoncello und Klavier, erzählt von der Schönheit der Insel. «Jeder Taiwanese, der dieses Werk hört, fühlt sich im Innersten davon angesprochen», sagte Wolfgang Wendel. Aber auch die heimischen Zuhörer wurden von den manchmal ungewohnten Klängen verschiedener chinesischen Flöten gedanklich in die Ferne getragen.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Bettina Schärlinger)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

16.02.2016

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