Kommt die Fussball-WM nach Wollerau? FC Wollerau-Kassier Michael Meier (in Gelb) neben Sepp Blatter und einigen «Financiers». Bilder André Bissegger
Kommt die Fussball-WM nach Wollerau? FC Wollerau-Kassier Michael Meier (in Gelb) neben Sepp Blatter und einigen «Financiers». Bilder André Bissegger
Narrenfahrt-Chef Sacha Reichmuth (rechts) erklärt Fidelitas-Präsident André Föllmi, dass er sich auf die 40. Narrenfahrt freue.
Narrenfahrt-Chef Sacha Reichmuth (rechts) erklärt Fidelitas-Präsident André Föllmi, dass er sich auf die 40. Narrenfahrt freue.

Volkskultur

Narrenfahrt auch bei Auswärtigen beliebt

Die diesjährige Narrenfahrt führte gestern rund 470 Fasnächtler ins schöne Toggenburg, genauer gesagt nach Lichtensteig. Dort wurde zünftig gefeiert.

Ich freue mich, dass auch dieses Jahr so viele an der Narrenfahrt teilnehmen», sagte Narrenfahrt Chef Sacha Reichmuth von der Fasnachtsgesellschaft Fidelitas Wollerau kurz vor der Abfahrt. Auch zu diesem Zeitpunkt bestand keine Chance, ihm das Endziel der Reise zu entlocken. Und so genossen die rund 470 Fasnächtler eine Zugfahrt über Pfäffikon nach Sargans – mit zwischenzeitlichem Blick auf den Walensee – Buchs, Rorschach bis nach St. Gallen.

Ankunft im Toggenburg

Auch dort herrschte noch immer grosse Ungewissheit über das geheimnisvolle «Joschtä-Dörfli». Des Rätsels Lösung kam aber bereits kurz danach. Im idyllischen Städtchen Lichtensteig im Toggenburg hiess es: «Austeigen!». Die dort ansässigen Anwohner staunten nicht schlecht über die farbenfrohe Narrenschar, lautstark angeführt von der Guggenmusik Biberchrouser Bennau. So war etwa Sepp Blatter zu Gast, mit einer Entourage aus Saudi-Arabischen Öl-Scheichs, die grosse Geldkoffer in ihren Händen hin und her schwenkten. Für stolze 10 Franken gab es von «Sepp» eine Visitenkarte, für 1000 Franken ein Veteranenspiel beim FC Wollerau zu kaufen.Aber auch Paris Hilton gab sich mit ihrem Bodyguard und ihrem Stylisten die Ehre. Letzterer liess es sich nicht nehmen, die Haare der anderen Fahrgäste mit ganz viel Haargel zu «verschönern». Zu Gast waren aber auch die Familie Flintstone, Rambo, das Trio Heidi, Alp-Öhi und Peter, Pink Panther, die sieben Zwerge und ein Chirurgen-Team.

Stundenlanges Schminken

Die Fasnächtler scheuten bei ihren Kostümen keine Zeit und Kosten: «Ich bin frühmorgens aufgestanden, um acht Leute zu schminken, das war richtig akkordmässig», erzählte Priska Ziltener, die bereits seit vielen Jahren an den Narrenfahrten mitfeiert. Aber auch Christina Kälin und ihre Freundinnen, die als «verlorene Cowboy-Seelen » verkleidet waren, seien bereits um 6 Uhr in der Früh am Schminktisch gesessen. Nicht nur Höfner und Märchler Fasnächtler wollten sich die Narrenfahrt auf keinen Fall entgehen lassen, einige Fasnächtler sind sogar eigens dafür aus Mels, Zürich oder aus dem Appenzell angereist. «Das war es auf jeden Fall wert. Man lernt hier schnell Leute kennen», sagte die Appenzellerin Melanie am Abend zufrieden.

Ausgelassenes Feiern

Gefeiert wurde nach der Zugfahrt in der Turnhalle des Schulhauses Jost Bürgi. Nach einer schmackhaften Gerstensuppe und den obligaten «Ghackets und Hörnli» wurde ausgelassen vor der Bühne und auf den Tischen getanzt – unter anderem zur Musik der Guggenmusik Hämmlilochgruppe. Fidelitas-Präsident André Föllmi dankte in seiner Rede zuerst den Gastgebern, dem Fasnachtsverein Lichtensteig, für ihre grosse Leistung. Aber auch an Narrenfahrt-Chef Reichmuth ging ein grosses Dankeschön.

Gibt es eine 40. Narrenfahrt?

Dieser zog, wieder zurück in Wollerau, ein positives Fazit: «Die Leute haben alle sehr gut mitgemacht. Also wird es nächstes Jahr definitiv eine 40.Narrenfahrt geben.Und hoffentlich auch viele Jahre danach!» Was zum grossen Jubiläum genau geplant ist, wollte Reichmuth aber noch nicht verraten: «Wir sind im Moment in Absprache mit der Gemeinde Wollerau.» Auch der Wollerauer Gemeindepräsident Ueli Metzger zeigte sich zum Schluss zufrieden: «Ich finde es toll, dass immer wieder so viele Fasnächtler an der Narrenfahrt teilnehmen und dabei so diszipliniert sind.» Dies bestätigten auch die zwei anwesenden Sanitäter, die mit Sauerstoff und Defibrillator ausgerüstet vor Ort waren: «Wir ziehen eine sehr gute Bilanz. Es gab praktisch keine Zwischenfälle.»

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Rahel Alpiger)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

07.01.2016

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