Wie konnte das geschehen? Die Gäste machen sich Gedanken und spinnen Gerüchte. Bilder Tobias von Rickenbach
Wie konnte das geschehen? Die Gäste machen sich Gedanken und spinnen Gerüchte. Bilder Tobias von Rickenbach
Angst vor der Polizei: Die Gäste haben ihre Tatversionen noch nicht abgesprochen.
Angst vor der Polizei: Die Gäste haben ihre Tatversionen noch nicht abgesprochen.

Bühne

Gerüchteküche brodelt weiter

DemTheater Gersau ist die Premiere ihres neuen Stücks geglückt. Im Vorfeld und auf der Bühne brodelte jedoch die Gerüchteküche.

Wie wird das neue Stück? Und wie schlagen sich die frischen Gesichter auf der Bühne? Im Vorfeld der Erstaufführung also viele Fragezeichen, die leicht zu Gerüchten führen können. Es sollten an diesem Abend nicht die letzten Gerüchte bleiben. Fünf Jahre mussten die Gersauer auf eigene Theateraufführungen verzichten. Dementsprechend gross war am Samstag der Besucherandrang in der Aula. So waren fast alle der rund 170 Plätze besetzt, als sich der Vorhang zum Stück «Gerüchte, Gerüchte! » erstmals in Gersau öffnete. Erst zum zweiten Mal führte Karl Nemes in Gersau Regie, was die Spannung zusätzlich erhöhte. Diese Spannung dürfte sich bei Regisseur und der Schauspieltruppe inzwischen etwas gelegt haben, denn die Erstaufführung ist vollauf geglückt.

Basiert auf dem Stück «Rumors»

«Gerüchte, Gerüchte!» basiert auf dem Stück «Rumors» von Neil Simon. Das derbe Lustspiel wurde 1988 vom erfolgreichsten Theaterautor der Gegenwart am Broadway mit Starbesetzung uraufgeführt. Im vorliegenden Stück versammeln sich vier wohlhabende Paare in der noblen Residenz ihres Gastgebers Charly Brock. Der stellvertretende Bürgermeister von New York will seinen zehnten Hochzeitstag gebührend feiern. Von seiner Frau Myra fehlt jedoch jede Spur. Auch vom Gastgeber sind nur Blutspuren zu finden. Die nach und nach eintreffenden Gäste finden ihn nämlich bewusstlos und blutüberströmt in seinem Schlafzimmer. So können die genauen Umstände des Blutbads nicht eruiert werden. Es droht ein Skandal. Die Hausangestellten können auch nichts zur Klärung beitragen, da sie ebenfalls spurlos verschwunden sind. Es beginnen bei den besten Freunden von Charly Brock die wildesten Annahmen in der Gerüchteküche zu brodeln. Zu zahlreichen komischen Komplikationen kommt es, weil alle Gäste ihren Status als Mitglieder der Oberklasse wahren wollen und der Vorfall vor Medien und Polizei vertuscht werden soll.Als Letztere vor derTür steht, ist das Chaos perfekt. Insgesamt entspinnt sich ein explosiver Eintopf aus Eifersucht, Eitelkeiten, Politik und körperlichen Blessuren. Noch sechs Mal besteht die Möglichkeit, das gut inszenierte und überaus gut gespielte Stück in Gersau zu geniessen und die Bühnenbilder von Meinrad Camenzind zu sehen.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

05.11.2012

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schwyzkultur.ch/fTVPnN