Witwe Viviane (Heidi Spaar-Schilliger) liest etwas sehr speditiv die Beileidskarten vor (Zweite von links). Dr. Garron (Fred Sommacal), Haushälterin Hanna (Eli Mettler Joller) und Tochter Lucie (Daisy Camenzind) haben dazu wenig zu sagen.
Witwe Viviane (Heidi Spaar-Schilliger) liest etwas sehr speditiv die Beileidskarten vor (Zweite von links). Dr. Garron (Fred Sommacal), Haushälterin Hanna (Eli Mettler Joller) und Tochter Lucie (Daisy Camenzind) haben dazu wenig zu sagen.
Mit allen Mitteln versucht Louis (Hasi Ott), den unsicheren Arzt Dr. Garron (Fred Sommacal) in seine unlauteren Pläne hineinzuziehen. Bilder Ruth Auf der Maur
Mit allen Mitteln versucht Louis (Hasi Ott), den unsicheren Arzt Dr. Garron (Fred Sommacal) in seine unlauteren Pläne hineinzuziehen. Bilder Ruth Auf der Maur

Bühne

Rabenschwarzer Humor im Theater

Bei der Premiere vom Theater Gersau durfte übers Thema Tod und Sterben gelacht werden, denn das diesjährige Stück lieferte viel schwarzen Humor.

Das Stück «Wohl bekomm’s (… und ruhe in Frieden)» des französischen Autors Pierre Chesnot wurde 1976 in Paris uraufgeführt, wurde dort ein Renner und bald in verschiedene Sprachen übersetzt. Im deutschsprachigen Theaterraum avancierte Pierre Chesnot in den letzten Jahren gar zur Nummer 1 der französischen Komödienautoren. Das Thema des vom Theater Gersau gewählten Stücks verliert wohl nie an Aktualität: Es geht ums Erben.

Knatsch ums Erbe

Der bekannte Autor Gustav H. Böhm stirbt plötzlich an einem Herzversagen. Schon bald stehen alle interessierten Erben auf der Matte, und die treue Haushälterin Hanna muss sie empfangen. Sie haben mehr oder weniger durchtriebene Absichten. Da ist der verschuldete Schwiegersohn Louis, der das Leben und seine Herausforderungen stets von der leichten Seite zu nehmen scheint und es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Dort kommt die viel jüngere Witwe Viviane und schaut sich gleich wieder nach verfügbaren (zahlungskräftigen?) Männern um. Und schliesslich ist da der Arzt, der im gleichen Haus wie der Tote wohnt und reges Interesse an der Wohnung des Autors bekundet.

Ist er nun tot oder nicht?

Arzt Dr. Garron stellt den Totenschein aus, und alle warten wie die Geier auf das kommende Erbe. Aber halt: Welche Geräusche hört man da aus dem Leichenzimmer? Nun fangen die Spekulationen erst richtig an, und es kommt zu urkomischen Situationen und Diskussionen rund ums Sterben und den Tod. Muss jetzt die Beerdigung wieder abgesagt werden? Die Anwesenden sind höchst verunsichert, haben sie doch mit einem baldigen Geldsegen gerechnet. Wiederum führte Karl Nemes Regie und lässt seine Theatertruppe ein Stück spielen, welches bis zum Schluss spannend und höchst unterhaltsam bleibt. Bewundernswert, wie einige der erfahrenen Schauspieler sehr viel Text eingeübt haben und dennoch locker und überzeugend ihre Rollen spielen. Seit April wurde geprobt, das seriöse Einstudieren hat sich voll gelohnt. Präsident Fred Sommacal bedankte sich am Schluss bei Helfern, Spielern und Publikum und freut sich auf eine gut besuchte Theatersaison.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

03.11.2014

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schwyzkultur.ch/nThbPM