Unverkennbar: Michael Schacht und Jodoc Seidel als Privatdetektiv Philip Maloney und der hilflose Inspektor. (Bild: pd)
Unverkennbar: Michael Schacht und Jodoc Seidel als Privatdetektiv Philip Maloney und der hilflose Inspektor. (Bild: pd)

Bühne

Zwei packende Krimis für die Ohren

Philip Maloney ist längst zur Kultfigur geworden. Der geldsorgengeplagte Privatdetektiv streitet sich seit über 20 Jahren Sonntag für Sonntag mit einem Polizisten – und löst einen Fall. Was wöchentlich auf DRS 3 Zuhörende fesselt, war jetzt zu Gast im Alten Rathaus: die unverkennbaren Stimmen von Michael Schacht und Jodoc Seidel.

Der eine im steifgebügelten, hellblauen Beamtenhemd, der andere im schlabbrigen Trenchcoat: Schon bevor die beiden ihr loses Mundwerk in Betrieb setzten, war klar, wer wen verkörpern wird. Eine Viertelstunde lang wurde die Frage auch nicht beantwortet, ob Michael Schachts eigene Stimme mit jener des Privatdetektivs identisch ist. Doch dann ertönte plötzlich die warme Stimme des homosexuellen Lebenspartners eines Opfers aus den gleichen Mundwinkeln, die zuvor die unverkennbare, verrauchte Stimme Maloneys erklingen liessen. Roger Graf hatte für die Bühnenperformance zwei Krimis geschrieben, in denen es an nichts fehlte. Ein Fussballhasser als Mörder, Röhrenbildschirme als Mordwaffe. Während Philip Maloney ermittelte, löste der Polizeiinspektor mit der Stimme von Jodoc Seidel Kreuzworträtsel. So geht das.

Knirps als Verhütungsmittel

Nicht gefehlt haben am restlos ausverkauften Gersauer Herbstabend die logischen Schlussfolgerungen, die der Maloney-Krimireihe eine ureigene Note geben: «Fast jede Frau hat einen Knirps in ihrer Handtasche. Darum wollen viele von ihnen heute keine Kinder mehr kriegen.» Auch die Medien kriegten ihr Fett weg: «Sie sind schuld. Sie zeigen nur noch Skandale, nackte Ärsche und Kochsendungen.» Michael Schacht und Jodoc Seidel zeigten aber auch auf, dass Ordnungssinn durchaus Sinn macht: «Der Mensch ist Chaos pur, darum sollte er in seiner Umgebung für Ordnung sorgen. Denn wer seinen Rasen nicht pflegt, muss sich nicht wundern, wenn er früh ins Gras beissen muss.»

Hautnahes Erlebnis

Für einmal wurden «Die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney» zu «Die fettsträubenden Haare des Philip Maloney», wie es der Inspektor sehr «feinfühlig» ausdrückte. Das Publikum war begeistert von den Krimis, den Sprüchen – vor allem aber auch davon, dass es hautnah dabei sein durfte.

Drei Wienerinnen mit Charme

Am Mittwochabend war es im Alten Rathaus mit 80 Personen nicht gar so eng. Die drei attraktivenWienerinnen von «Netnakisum», was retour Musikanten heisst, boten mit Violine,Viola und Cello alles, ausser klassische Musik in Reinkultur. Mit viel Humor, Charme und Schalk spielten sie quer durch alle Stilrichtungen. Jodel kam dabei genauso gut von der Bühne wie Pop. So hatte das Publikum viel zu lachen mit «Netnakisum» und bekam dafür als Zugabe einen Britney- Spears-Hit.

Weitere Infos

- www.rogergraf.ch (Autor Philip Maloney)

- www.gersauerherbst.ch

Veranstaltungsinfos

- Gersauer Herbst





Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

27.11.2010

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schwyzkultur.ch/EQQtFS