Der Autor: Albert Müller wusste viel zu erzählen. Bild Silvia Camenzind
Der Autor: Albert Müller wusste viel zu erzählen. Bild Silvia Camenzind

Literatur

Neues Buch über das Unikum geschrieben

Als Albert Müller am Samstag in der Aula sein Buch «Gersau – Unikum in der Schweizer Geschichte» vorstellte, kam das Publikum in Scharen.

Es standen Stühle für rund 100 Interessierte bereit. Doch es brach eine Lawine los. Mehr als doppelt so viele Menschen kamen am Samstagvorabend in die Aula – und das wegen eines Buches. Oder ist es der Autor, Albert Müller «Wehri Albert», der die Bevölkerung fasziniert? Der Heimwehgersauer ist für den Bezirk Gersau ein Glücksfall: Keiner kennt die Gersauer Geschichte besser, keiner forscht intensiver, und keiner bringt den Zuhörern die Vergangenheit mit grösserer Präsenz näher. «Das müsst ihr behalten» Albert Müller hat schon viel Geschichtliches über Gersau geschrieben. Adrian Nigg, Bezirksstatthalter, brachte dem Publikum Müllers bisherige Beiträge und Festschriften und seinen Lebenslauf näher. Stolz sprach er von seinem Onkel. Als Albert Müller ans Mikrofon trat, ging er gleich in medias res: «Das, was über mich gesagt wurde, das könnt ihr vergessen, was ich jetzt sage, das müsst ihr behalten.» Sein inneres Feuer brennt für die Geschichte der ehemaligen Republik. Als engagierter und gewitzter Redner erzählt er vom Unikum in der Schweizer Geschichte, das vieles seiner Lage «in der Loge vor dem Alpenpanorama » zu verdanken hat.

Komprimierte Information

Albert Müller verweist in seiner Rede auf «einen viel wichtigeren Geschichtsschreiber», auf Josef Maria Mathä Camenzind (1816–1883), dessen handschriftliche Einträge 1959 in drei Bänden gedruckt wurden. Mehr brauche es nicht. Doch der heutige Mensch verlange nach komprimierter Information. Müller hat dieseVorgabe im Buch mit seinen zahlreichenAbbildungen umgesetzt. «Ein historisch interessantes und verständlich geschriebenes Werk», lobt Bezirksammann Toni Waldis im Vorwort. Man soll das Buch auch nicht unbedingt in einem Zug durchlesen. Man kann es weglegen und wieder zur Hand nehmen und darin interessante Details entdecken, so zum Beispiel im Kapitel über den Alltag in der «Altfryen Republik », als die Menschen des Dorfes eine Schicksalsgemeinschaft gebildet hatten, als die grösste Gefahr von den beiden Bächen drohte und immer wieder Teile des Dorfes überschwemmt wurden. Albert Müller glaubt an Gersau. «Gersau besitzt dank seiner Lage als Wohnort und Lebensraum einen zeitlosen Wert, den es zu nützen und zu bewahren gilt», schreibt er im Buch. Der Bevölkerung liegt die Geschichte am Herzen, der Büchertisch wurde bestürmt, der Autor hatte viel zu signieren

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

08.04.2013

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schwyzkultur.ch/am8KvW