Teuflisch gut: Die «Hells Bells» aus Deutschland rockten mit ihren AC/DC-Covers die Beach Rock Party im wahrsten Sinne. (Bild Roger Bürgler)
Teuflisch gut: Die «Hells Bells» aus Deutschland rockten mit ihren AC/DC-Covers die Beach Rock Party im wahrsten Sinne. (Bild Roger Bürgler)

Musik

Beach Rock Party: Lokale Grössen und teuflische Girls

Im idealen Rahmen und mit einem guten Programm ging am Samstag die 22. Beach Rock Party über die Bühne. 800 kamen und feierten – trotzdem ist die Zukunft des Gersauer Festivals ungewiss.

Auch wenn das Wetter anfänglich nicht wirklich würdig mitmachte, so kamen doch 800 Personen in den Kurpark. Eine kleine, aber schmucke Bühne, ein übersichtliches Festivalgelände, die kultige Wäldli-Bar und vor allem ein tolles Programm aus einheimischem und ausgesuchtem Schaffen zeigten, dass in diesem Rahmen das Festival sein Konzept gefunden hat. Dies war in den letzten Jahren mit ständiger Strategiewechseln nicht immer so.

Zukunft gefährdet

Doch ausgerechnet jetzt ist die Zukunft der Beach Rock Party gefährdet. OK Chefin Sandra Setari tritt zurück, mit ihr weitere gestandene OK-Mitglieder, und Nachfolger scheint es keine zu geben. «Ich weiss wirklich nicht, ob die Beach Rock Party eine Zukunft hat», verriet in der Samstagnacht Sandra Setari. Sie konnte zwar ein positives Fazit ziehen, doch die von vielen erhoffte Bestätigung, dass es weitergeht, blieb aus.

Zwei Gersauer Acts

Das Festival 2009 wird in guter Erinnerung bleiben. Zwar war die Luzerner Rap-Combo «TFM Crew» stilistisch etwas deplatziert, dafür waren aber die restlichen Acts allesamt Perlen. Angefangen mit «Prescription only»: Das junge Quartett um Sänger und Gitarrist Jonas Inderbitzin bewältigte seinen Gig mit Klasse und guten Songs aus der eigenen Feder. Nicht wenige gestandene Musiker staunten über die Reife der vier Gersauer. Nach der «TFM Crew» zeigte Caroline Chevin mit ihrer Band, dass sie zu Recht zur weiblichen Elite des nationalen Pop-Genres gehört. Lupenrein und auf internationalem Level sorgte dieWeggiserin für viel Freude beim wie immer vielschichtigen Publikum. Vor bald einem Jahr kündigte sich mit «Jack X press» in der regionalen Musikszene so etwas wie eineAllstar- Band an. Sechs Musiker aus den unterschiedlichsten Bands und mit einem rekordverdächtigen Erfahrungsschatz vereinigten sich, um gemeinsam dem guten alten Rock zu huldigen. Das Resultat konnte man am Samstag erstmals live erleben. Perfekt gespielte Eigenkompositionen, peppig arrangierte Covers und eine sympathische Spielfreude bestätigten die Vorschusslorbeeren.

AC/DC sind einfach feminin

Seit 2002 gibt es in unterschiedlicher Besetzung in Deutschland eine AC/DC-Coverband ausschliesslich mit Musikerinnen. «Hells Bells» nennt sich das Quintett, und beim mehrheitlich männlichen Publikum vor der Bühne bimbelten in der Tat mehr als nur die Glocken.Was die fünf Girls aufführten, war erdigster Tributrock und eine charmante Hommage an das Original aus Downunder. Bereits der Anfang des Konzerts war klasse, und das Publikum flippte fast aus. Die fünf Musikerinnen leisteten sich aber den Luxus, die grössten AC/DC-Klassiker erst ab der Konzertmitte zu spielen, und wie das in Gersau ankam, darf man sich denken. Ein Vergnügen sondergleichen inklusive der Erkenntnis, dass erdiger Rock nicht zwingend von Männern gemacht werden muss.



Bote der Urschweiz

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Bote der Urschweiz

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  • Musik

Publiziert am

24.08.2009

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