Starker Auftritt: Unterstützt von den Tambouren (verdeckt) sorgte die Feldmusik Gersau unter der Leitung von Klaus-Peter Müller mit «San Carlo» für einen fulminanten Auftritt nach der Pause. Bild Roger Bürgler
Starker Auftritt: Unterstützt von den Tambouren (verdeckt) sorgte die Feldmusik Gersau unter der Leitung von Klaus-Peter Müller mit «San Carlo» für einen fulminanten Auftritt nach der Pause. Bild Roger Bürgler

Musik

Feldmusik Gersau kurz vor dem Gipfel

Das Jahreskonzert der Feldmusik Gersau stand ganz im Zeichen der ersten Teilnahme seit über 20 Jahren an einem Schwyzer Kantonalen Musikfest. Der Mehraufwand für «Eiger – Reise zum Gipfel» war auch hörbar und wurde vom Publikum frenetisch beklatscht.

Seit eineinhalb Jahren arbeitet die Feldmusik mit dem Küssnachter Musiklehrer und Dirigenten Klaus-Peter Müller zusammen. Ein gegenseitiger Glücksfall. Beim letztjährigen Jahreskonzert waren die Tendenzen bereits spürbar, seit Samstag wissen es die 250 Zuschauer, dass die Feldmusik Gersau so spielfreudig und auch musikalisch wie noch selten ist.

Eine Pflicht und eine Kür

Der erste Teil des Konzerts in der fast tropischen Hitze der Gersauer Aula stand ganz im Zeichen des Auftritts der Feldmusik Gersau vom kommenden Sonntag (08.30 Uhr) am Schwyzer Kantonalen Musikfest in Seewen. Mit dem Eröffnungsstück «Gipfelsieg » wurde auf das Thema des Jahreskonzertes und vor allem des Selbstwahlstücks «Journey to a Summit », das durch seinen thematischen Hintergrund in Gersau einfach Eiger genannt wird, eingestimmt. Ein erster Akzent war gesetzt, und der Applaus war noch eher überrascht als begeistert. In der Aula staunte man über das nahezu fehlerfreie Zusammenspiel und vor allem über die ungewohnte Dynamik des knapp 35 Musikerinnen und Musiker umfassenden Ensembles.

Enorme Fortschritte

Die drei Sätze des Pflichtstücks «Prochytas» für das Kantonale machten die Sache klar. Die Feldmusik hat unter Klaus-Peter Müller enorme Fortschritte gemacht, und mit dem «Eiger» bewiesen die Gersauer, dass sie sich mit diesem facettenreichen Stück, das Drama und Sieg an der Eiger-Nordwand umschreibt, nicht übernommen, sondern vielmehr vereinsintern einen kleinen Meilenstein gesetzt haben.

Zugabe im Konzert

Die Pause gehörte der Musikschule Gersau, die unter der Leitung von Isiana Schennach auftrat. Dazwischen gab es die fast schon legendären Schoggi-Lose zu kaufen, und für den Service aus der Küche waren die Mitglieder der Musikgesellschaft Brunnen zuständig. Die beiden Vereine helfen sich bei den jeweiligen Konzerten, was nicht nur eine freundschaftliche Geste, sondern auch eine clevere Idee ist. «San Carlo» hiess das Eröffnungsstück nach der Pause. Ein Marsch, der mit Tambourentakten der Basler Fasnacht zusammengeführt wurde und dem Stück einen frischen, pfiffigen Charakter gab. Nebst Kurt Renz trat mit Jörg Blumer ein Tambourmajor der Basler Fasnacht auf. Das Publikum war derart begeistert, dass das Stück als Zugabe innerhalb des Konzertes nochmals gespielt werden musste. Ein weiterer Höhepunkt war der Schottisch «Urnerboden Kafi» mit den Solistinnen Vroni Küttel (Sopransaxofon) und Sabine Küttel (Klarinette).

Filmmusik als Knacknuss

Das Medley mit Filmmusikthemen vom mehrfachen Oscar-Preisträger John Williams war eher eine Knacknuss für die Feldmusik Gersau. Es war aber eben auch eine schwierige Aufgabe, kennt man doch dieTitelmelodien aus «Star Wars», «Der weisse Hai» oder «E.T.» von Sinfonieorchestern interpretiert. Alleine durch die Instrumentierung kann eine Feldmusik unmöglich das vom Komponisten vorgesehene Klang- und Dynamikspektrum abdecken. Mit «Rote Lippen soll man küssen» und «Tequila» schloss die Feldmusik den offiziellen Konzertteil nochmals mit zwei richtigen Fegern ab, und in der Aula tobte das Publikum.

Komplimente für alle

Grosse Komplimente gebührten dem Ensemble auf der Bühne und vor allem seinem Dirigenten. «Ich bin sehr zufrieden. Wir haben intensiv an den Stücken gearbeitet und hatten nun eine erfolgreiche Generalprobe für das Kantonale», sagte Klaus-Peter Müller. Wie in Gersau üblich, wurde nach dem Konzert zur Musik der Kapelle Joe Wiget und in der Bar zünftig gefeiert. Dabei bekam der Dirigent noch viele Komplimente zu hören. Eines hat ihn besonders gefreut – jenes vom promovierten Musiklehrer, Dirigentenkollegen und Feldmusik-Ehrenmitglied Erwin Nigg. Als kompetenter und kritischer Zuhörer war er nach dem Konzert der Gersauer des Lobes voll.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

28.06.2010

Webcode

www.schwyzkultur.ch/WvSmZS