Genoss seinen Auftritt in Gersau: Siggi Fassl zelebriert auf seiner metallenen Resonatorgitarre den Blues authentisch und auf technisch höchstem Niveau.
Genoss seinen Auftritt in Gersau: Siggi Fassl zelebriert auf seiner metallenen Resonatorgitarre den Blues authentisch und auf technisch höchstem Niveau.
Zärtliche Songs für Ganzkörpergänsehaut: Henrik Belden unterhielt das Publikum gut gelaunt und brachte zum Jubiläum reichlich Geschenke mit. Bilder Désirée Schibig
Zärtliche Songs für Ganzkörpergänsehaut: Henrik Belden unterhielt das Publikum gut gelaunt und brachte zum Jubiläum reichlich Geschenke mit. Bilder Désirée Schibig

Musik

Glanzpunkte am Gersauer Herbst

Mit dem begnadeten Wiener Bluesgitarristen Siggi Fassl und dem Luzerner Singer-Songwriter Henrik Belden folgten am Wochenende zwei weitere Höhepunkte am beliebten Festival. Und es ist erst Halbzeit.

Das Programm, das die Macher des Gersauer Herbstes zum «10- Jährigen» präsentieren, ist ein «Best of» der letzten zehn Jahre. Kein Wunder also, dass sich die Höhepunkte jagen. Die Musiker schätzen die Einladung zur Jubiläumsausgabe ausnahmslos und lieben es, an diesem kleinen, dafür umso feineren Festival zu spielen. Entsprechend intim, fast schon familiär ist die Stimmung an den Konzerten.

Ein Sack voller Geschenke

Der gebürtige Vitznauer Henrik Belden zögerte keinen Moment, die Einladung zum Gersauer Herbst anzunehmen. Für ihn fast schon ein Heimspiel. Seit drei Monaten ist er im Studio, um eine neue CD aufzunehmen, und man spürte, wie froh er war, endlich wieder live vor Publikum zu spielen. In bester Spiellaune sang er sich mit seinen melancholischen Balladen auf der kleinen Bühne die Seele aus dem Leib und traf damit das Publikum mitten ins Herz. Henrik verarbeitet persönliche Ereignisse zu herzzerreissenden Liedern. Die Songs des 31-Jährigen sind eingebettet in Melodien, die live getragen werden von seiner Gitarre, einem gedämpften Schlagzeug (Ivan Steiner) und einem zurückhaltenden akustischen Bass (Andreas Schnellmann). Henrik, der ebenso gerne redet, wie er spielt und singt, gab sich charmant, authentisch und witzig. Zum Jubiläum hatte er einen Sack voller Geschenke dabei. Darunter ein signiertes kariertes Hemd (sein Markenzeichen), sehr viel Ovomaltine (für den weiteren Durchhaltewillen der Organisatoren) und den neuen, noch unveröffentlichten Song «Hometown», der in Gersau einschlug wie eine Bombe, und noch lange im Ohr des Publikums hängen blieb. Ein weiterer Song mit grossem Hitpotenzial.

Meister seines Fachs

Nach 2009 spielte auch der Wiener Siggi Fassl, den Organisator Roger Bürgler in einem Wiener Bluesschuppen kennenlernte und von dem er auf Anhieb begeistert war, am Samstagabend zum zweiten Mal in Gersau. Auch er schätzt und liebt die intime Konzertatmosphäre im Gersauer Rathaus, und er verbrachte vor dem Konzert gleich ein paar Tage in Gersau. Was Siggi, der sonst mit seiner Mojo-Band international auf Tournee ist, auf der Bühne solo zeigte, ist schier unglaublich. Er lässt den alten Mississippi- Blues aus den 20er- und 30er- Jahren mit Songs seiner Vorbilder und eigenen Stücken wieder aufleben, absolut echt und auf höchstem technischen Niveau. Bluesliebhaber aus der ganzen Schweiz liessen sich denn diesen Leckerbissen nicht entgehen. Siggi, der Meister seines Fachs, spielt den Blues so dynamisch, klar und voller Leidenschaft, dass seine Konzerte auch für Nicht-Liebhaber des Blues eine wahre Freude sind. Es ist Halbzeit am Gersauer Herbst, für einzelne Konzerte gibt es noch Tickets

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

18.11.2013

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