Bittersüsse Melancholie: Henrik Belden und Perkussionist Simon Britschgi beim Abschlusskonzert ihrer Tournee. Bild Patrick Kenel
Bittersüsse Melancholie: Henrik Belden und Perkussionist Simon Britschgi beim Abschlusskonzert ihrer Tournee. Bild Patrick Kenel

Musik

Henrik Belden überzeugte mit Leidenschaft

Für den in Vitznau aufgewachsenen Singer-Songwriter Henrik Belden war es Ehrensache, auch einmal beim benachbarten Gersauer Herbst aufzutreten. Die Interaktion mit dem Publikum, das seine Leidenschaft honorierte, klappte hervorragend.

Seine Musik ist radiotauglich und schaffte es auch schon in die Hitparade: Henrik Belden schuf mit seinen Bandkollegen einen eigenen Gitarrenpop mit eigenenTexten, doch in die Topliga der Rock- und Popmusik wurde er nicht aufgenommen. Beinahe hätte er im Vorprogramm von Joe Cocker, mit dem ihn die musikalische Leidenschaft verbindet, auftreten können. Um die Geburt seiner Tochter nicht zu verpassen, verzichtete er aber auf den Sprung auf die Hallenstadion-Bühne. Und anders als viele Singer-Songwriter sieht er sich nicht als Weltverbesserer: «Ich bin eher der Kafi-Schnaps-Typ», bekennt der 29-jährige Familienvater.

Fast-Heimspiel

Der Abend am Gersauer Herbst war ein Fast-Heimspiel für den Vitznauer, der die Nähe zu Gersau humorvoll in seine Ansagen einbaute. Sein erster Aufritt in der speziellen Atmosphäre des Alten Rathauses in Gersau war zugleich der letzte Gig, bevor im Februar sein neues Album erscheint. Rückblickend, sagte er scherzhaft, sei auf der vergangenen Tournee sein bester Song jener gewesen, bei dem er selbst nicht Gitarre spielt: das recht melancholische «Another Moon Rise». Mit «Cathleen» verfügte er über einen Song, auf den seine weiblichen Fans warten, und mit «Come Back Home» einen Titel, in den er seinen Wunsch nach einem erneuten Auftritt in Gersau verpacken konnte.

Hit als Solo-Zugabe

Seine Hitsingle «No Matter», die ihm vor drei Jahren den grössten Karrieresprung eintrug, sparte Belden bis zum Schluss als Solo-Zugabe auf. Das Publikum lauschte aufmerksam, während er den Song gefühlvoll mit rauchiger Stimme und geschlossenen Augen vortrug. Ein genialer Moment sei das gewesen, meinte danach der Sänger, der die Sympathien ganz auf seiner Seite hatte.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

21.11.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/Tmnbse