Musikalische Talente in Gersau: Robin Mark am Schwyzerörgeli und Pirmin Huber am Kontrabass
Musikalische Talente in Gersau: Robin Mark am Schwyzerörgeli und Pirmin Huber am Kontrabass
Die junge Violinistin Camilla Siig spielte präzise.
Die junge Violinistin Camilla Siig spielte präzise.
Vielseitigkeit bewies der Schlagzeuger Daniel Kessler. Bilder Patrick Kenel
Vielseitigkeit bewies der Schlagzeuger Daniel Kessler. Bilder Patrick Kenel

Musik

Stars von morgen ernteten viel Applaus

Vier junge Musiker begeisterten am Samstagnachmittag das Publikum im Alten Rathaus mit der Kreativität und Präzision, die sie auf ihren Instrumenten an den Tag legen. Ein prall gefüllter Kollektentopf war das Ergebnis.

Rita Kälin, die anstelle von Erwin Nigg durch das knapp zweistündige Programm führte, verglich die Auftritte mit kostbaren Perlen. Aus der Ferne brachte Camilla Siig ihre Perlen mit. Die 17-jährige Schülerin mit dänisch-japanischen Wurzeln ist in England aufgewachsen und zog erst jüngst mit der Familie nach Schwyz. In gepflegtem Englisch erklärte sie ihre bereits lange Ausbildung an der Violine, die mit vier Jahren begann und sie an die erstklassige Yehudi Menuhin School führte. Trotzdem strebt sie keine Musiklaufbahn an und wird ein Medizinstudium beginnen. Ihr konzentriertes Spiel nach Noten will sie jedoch fortsetzen und hin und wieder Konzerte geben.

Schlagzeug einmal anders

Nach ihr folgte der Auftritt des Schwyzers Daniel Kessler mit dem Marimbafon, dem grossen Verwandten des Xylofons. Mit zwei Schlägern pro Hand brachte er das grosse Instrument zum Tönen. An der Hochschule Luzern lernte er im Fach Klassisches Schlagzeug, längere Stücke auf Schlaginstrumenten zu spielen, was eine fein- und grobmotorische Vielseitigkeit voraussetzt. Damit bewegt sich der 25-Jährige in den Fussstapfen des Jazzperkussionisten Pierre Favre, auch wenn er seine Karriere erst begonnen hat.

Improvisation und Tempo

Der Ausserschwyzer Pirmin Huber, von Beruf Zimmermann, und Wirtschaftsstudent Robin Mark aus Graubünden stehen sowohl einzeln als auch zusammen mit dem Drummer Lukas von Flüe für neue Wege in der Volksmusik. Sie haben dazu beigetragen, dass Bassgeige und Schwyzerörgeli nicht mehr nur an der Stubete, sondern auch auf Kleinkunstbühnen zu hören sind. Robin Mark, dessen Komposition «Rustica» schwindelerregend schnell daherkommt, sagte vor seinem Auftritt: «Ich bin nicht gut in Musiktheorie, aber neue Melodien kommen mir immer und überall in den Sinn.» Auch Huber erwähnte: «Mich interessiert der Groove, die freie Impro mit dem Kontrabass.» Ihre funkige Einlage zum Schluss zeigte, dass von den beiden experimentellen Volksmusikern noch zu hören sein wird.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

21.11.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/aPcsWr