Die besten Streichinstrumente der Welt befinden sich in Gersau.
Die besten Streichinstrumente der Welt befinden sich in Gersau.

Musik

Vor dem Konzert ins «Chefi»

Am Sonntag findet das 25. Jahreskonzert der Stradivari-Stiftung Habisreutinger statt. Wer etwas mehr über die wertvollen Instrumente erfahren will, kann vor Konzertbeginn das Museum im Alten Rathaus besuchen.

Ausgerechnet im «Chefi» sind sie ausgestellt, die sechs Stradivaris der Stradivari-Stiftung Habisreutinger, quasi als Juwelen, die einen besonderen Schutz benötigen. Seit die Stiftung vor 25 Jahren von St. Gallen nach Gersau gezügelt war, waren alle sechs Stradivari-Instrumente jeweils während des Monats August im «Chefi» im Alten Rathaus in einer Glasvitrine ausgestellt. Zu Beginn weilte der Stifter Rolf Habisreutinger, der 1991 verstarb, während den Öffnungszeiten oft als Aufseher im «Chefi». Habisreutinger wusste nicht nur Geschichten zu den Instrumenten zu erzählen, er nahm sie sogar aus der Vitrine und liess sie erklingen. Er war passionierter Cellospieler.

Alles neu im «Chefi»
Nach zirka 15 Jahren verzichtete man aus Sicherheitsgründen darauf, die Instrumente auszustellen. Seit einem Jahr ist das «Chefi» neu gestaltet. Zu sehen sind fotografische Reproduktionen der Instrumente in Originalgrösse. Dazu wird erklärt, wie jedes der Instrumente, die zwischen 1672 und 1734 von Antonio Stradivari erbaut wurden, den Weg zur Stiftung fanden. Imposant ist ein Gemälde von Madame Guilhermina Suggia, gestiftet von Rolf und Liz Habisreutinger. Die Dame, damals Lebensgefährtin von Pablo Casals, spielt das Violoncello Bonamy Dobrée. Das Original dieses Werkes hängt in der Tate Gallery in London.

Das einzige Sextett weltweit
Die 1964 gegründete Stiftung besitzt das einzige Stradivari-Sextett weltweit. Es war das Ziel von Rolf Habisreutinger, Stradivaris zu erwerben, die zusammenpassen und sich gemeinsam spielen lassen. Ziel der Stiftung ist, die Instrumente kostenlos an hochbegabte Musiker auszuleihen. Diese verpflichten sich, einmal im Jahr am Sitz der Stiftung aufzutreten.

Dies ist am Sonntag um 17.00 Uhr zum 25. Mal so weit. Als Rolf Habisreutinger die Stiftung nach Gersau gebracht hatte, bat er Meinrad Camenzind, mit dem er befreundet war, das Präsidium als lebenslange Aufgabe zu übernehmen. Dem Stiftungsrat gehört zwingend auch ein Familienmitglied der Habisreutinger an. Dies ist seine Gattin Liz Habisreutinger. Weiter müssen im Stiftungsrat ein Geigenbauer, ein Rechtsanwalt und ein Musik-Sachverständiger vertreten sein. Die Stiftung steht noch immer unter der Oberaufsicht des Kantons St. Gallen. Der Wert der Stiftung sind die sechs 300 Jahre alten Instrumente, die sie nicht verkaufen darf. Ansonsten ist sie nicht vermögend.
Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

23.07.2009

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schwyzkultur.ch/9QJvXh