Der neue Gerfaz: Adrian «Ädl» Ulrich regiert nun Gersau (links) und freut sich zusammen mit Maschgradenvater Stefan Amrein auf die Fasnacht. Bild Silvia Camenzind
Der neue Gerfaz: Adrian «Ädl» Ulrich regiert nun Gersau (links) und freut sich zusammen mit Maschgradenvater Stefan Amrein auf die Fasnacht. Bild Silvia Camenzind

Volkskultur

Gerfaz bleibt in der Familie

Neuer Gerfaz ist Adrian Ulrich. Er folgt auf seinen Cousin, Schwinger Andi Ulrich. Somit bleibt das höchste närrische Amt in der Familie. Die Röllizunft sagte an ihrer gestrigen Zunftgemeinde zudem Ja zu einer neuen Uniform, und der Röllivater dachte laut über den 1. Fasnachtstag nach.

Nach dem dreifachen Chääs-Hööch beginnt die Zunftgemeinde der Röllizunft stets mit der Enthauptung. Das klingt schlimmer, als es ist, wird doch der Gerfaz einfach von seiner Maske befreit. Dazu gibt Maschgradenvater Stefan Amrein Hinweise auf die Person, welcher die Ehre zukommt, bis Aschermittwoch Höchster im Dorf zu sein. In diesem Jahr ist es Adrian «Ädl» Ulrich, ein angefressener Fasnächtler und Guugger. Er freut sich sehr auf die anstrengende Zeit, die ihn nun erwartet.

Zünftler hörten auf ihre Frauen

Die Zunftuniform ist 40 Jahre alt. Stoff ist keiner mehr vorhanden. Werden neue Zünftler aufgenommen, dann wird im Materialdepot eine ausgetragene Uniform angepasst, die Uniform nachgetragen, was nicht selten am Schnitt und am verblichenen Stoff zu sehen ist. «Darum nehmen wir einen Anlauf», sagte Vorstandsmitglied Beat Schibig und zeigte anhand von Skizzen auf, wie eine zukünftige Uniform aussehen könnte. Die Röllizünftler haben das modische Experiment nicht alleine gewagt, sondern ihre Frauen zu den Sitzungen eingeladen und auf deren Tipps gehört.

Mit Spielraum um den Bauch

Die neue Uniform hält sich an die alte. Die Farben Rot, Blau und ein Hut sind gegeben. Spielraum gab es bei der Form: eher Charlie Chaplin oder eher Zirkusdirektor? Die Röllizunft sagte grundsätzlich Ja zu einer neuen Uniform. Sie wird dafür 20 000 Franken aus der Vereinskasse zurückstellen und im nächsten Jahr an der Zunftgemeinde einen Prototypen vorstellen. Dieser sollte, so gab Peter Vinzens zu bedenken, angesichts der körperlichen Fülle der älteren Garde, «um den Bauch herum etwas Spielraum haben». 2014 soll auch der Gerfaz ein neues Gwand erhalten, weil das aktuelle Haare lässt. Er wird dann 65 Jahre alt.

1. Fasnachtstag verschieben?

Wechsel gibt es im Vorstand: Marcel Häusler und Beat Schibig gaben ihren Austritt. Sie werden durch Kilian Nigg und Edi Schilliger jun. ersetzt. Geehrt wurden Rude Camenzind (40 Jahre), Bruno Ulrich (35 Jahre) und Cesar Camenzind (25 Jahre). Neu in die Zunft aufgenommen wurden Andi Ulrich, der letztjährige Gerfaz, Michi Camenzind, Gschwend, und Dietmar Wahl von der Zunftmusik. Neuer Kandidat ist Carlo Camenzind. Dies zeigt, dass es dem Röllivater René Camenzind weiterhin gelingt, frischen Wind in die Röllizunft zu bringen.

1. Fasnachtstag verschieben?

Immer am letzten Montag im Januar findet in Gersau der 1. Fasnachtstag statt. Heute ist es der einzige Gersauer Fasnachtstag mit der Tradition der Damenmasken. Eingangs der Versammlung gab Röllivater René Camenzind in einem persönlichen Statement seine Gedanken kund. Da immer weniger Eintritte verzeichnet werden, sollte man darüber nachdenken, ob es nicht besser wäre, diesen traditionellen Tag mit den Damenmasken auf einen Freitag oder Samstag zu verlegen, denn immer weniger Leute könnten sich den Montag freinehmen. In seinen Überlegungen wurde er von Wirt Rainer Camenzind unterstützt.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

07.01.2013

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schwyzkultur.ch/Pb4NTW