Die neuen Gersauer Grossgrinden biegen ins Restaurant Schwert ein. Bilder Andreas Seeholzer
Die neuen Gersauer Grossgrinden biegen ins Restaurant Schwert ein. Bilder Andreas Seeholzer
Der neue Gerfaz Renato Reichlin wird durch Maschgradenvater Stefan Amrein enthauptet. Dies zur Freude von Röllivater René Camenzind.
Der neue Gerfaz Renato Reichlin wird durch Maschgradenvater Stefan Amrein enthauptet. Dies zur Freude von Röllivater René Camenzind.

Volkskultur

Gersau hat seine eigenen Grossgrinden

Die Röllizunft schaut mit Gerfaz Renato Reichlin und zwölf neuen Grossgrinden zuversichtlich auf die närrischen Tage.

Mit der Generalversammlung der Röllizunft ist gestern ein erster Geschmack von Fasnacht durch das Dorf am See gezogen: Die Röllizunft zog mit dem neuen Gerfaz und der Zunftmusig stilgerecht durchs Dorf und bog Punkt 14 Uhr ab ins Restaurant Schwert. Rund zwei Stunden später stiessen als Höhepunkt zwölf Grossgrinden zur 67. Generalversammlung. Die brandneuen Masken wurden von der versammelten Röllizunft mit Applaus und grosser Freude begrüsst. Bereits in den vergangenen Jahren hatte Gersau Grossgrinden in der Rott, diese sind angelehnt an die Figuren aus Lachen. Nun hat der Luzerner Maskenbauer Urs Lindemann eigens für Gersau Grinden geschaffen, dies mit dem Anspruch, «für Gersau etwas Unverwechselbares zu schaffen». Als Vorlage hat Lindemann eine Sennengruppe gewählt, «mit drei verschiedenen und für Gersau typischen Nasen und den von einer Sage her bekannten grossen Ohren». Die Grossgrinden entstanden unter der Federführung von Rottmeister Pauli Baggenstos, die Kostüme genäht hat Nolly Baggenstos.

Reichlin ist neuer Gerfaz

Mit Spannung erwartet wurde auch die Enthauptung des neuen Gerfaz. Die stattliche Erscheinung liess erahnen, dass es sich um einen Schwinger handeln könnte. Maschgradenvater Stefan Amrein besprühte die neuen Felle des Gerfaz mit Parfüm und Rasierwasser, dann zog er die Maske weg: Renato Reichlin (Menschenacher) kam unter Applaus und zur allgemeinen Freude zum Vorschein. Reichlin folgt damit auf Adrian Ulrich, letztjähriger Gerfaz. Viel zu reden gab die neue Uniform der Röllizunft. Nicht mehr wie bis anhin mit Frack und Zylinder, sondern mit einem Rangerhut sollen die Zünftler ausgestattet sein. Nach einem seit 2012 dauernden Evaluationsverfahren unter der Leitung von Beat Schibig wurde die letzte Version der Uniform vorgestellt, wobei es prompt zu mehreren Änderungsvorschlägen kam. State of the Art ist nun, dass der Knopf vorne nach unten verschoben wird, die Krapfen am Arm wegfallen sollen und vielleicht doch wieder auf den altbewährten Zylinder zurückgegriffen wird. Entschieden werden soll abschliessend im Frühjahr. Rund 7000 Franken sollen für die Uniform zurückgestellt werden, dies entspricht in etwa dem Gewinn der Jahresrechnung.

Camenzind bleibt Röllivater

Für die Aufnahme in die Zunft wurden folgende fünf Kandidaten vorgestellt: Fabian Camenzind, Roni Nigg, Daniel Föhn, Roman Baggenstos und Markus Camenzind. Wiedergewählt wurden als Röllivater René Camenzind, Kassier Edi Schilliger, die zweite Rechnungsprüferin Petra Suter-Camenzind und Passpartout- Kassier Kilian Nigg. Für den zurückgetretenen Beisitzer Bruno Müller wurde Dietmar Wahl in den Vorstand gewählt. Wahl wird sich künftig um die Belange der Zunftmusik kümmern. Karl Baggenstos wurde für 45 und Wisi Camenzind für 35 Jahre Vereinstreue geehrt.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

07.01.2014

Webcode

schwyzkultur.ch/bRY47y