Impro-Theater an der PH Goldau: Schrullige Autofahrt nach Barcelona, gespielt nur für diesen Moment. Bild Orlanda Senn
Impro-Theater an der PH Goldau: Schrullige Autofahrt nach Barcelona, gespielt nur für diesen Moment. Bild Orlanda Senn

Bühne

Die Phantasie führte Regie

Improvisiertes Theater wird in der Schweiz immer beliebter. «Mut zum Scheitern» nennen Studierende der Pädagogischen Hochschule Goldau ihre einzigartigen Aufführungen.

Das Ende der einen Szene ist der Beginn der nächsten. Wie Dominosteine setzen sich ihre Geschichten auf der Bühne zusammen, nur für diesen Moment gespielt und nie mehr wiederholt. Der Moderator Christian Johannes Käser will, dass seine Studierenden Zwillinge spielen, das nächste Team muss die aktuelle Szene ohne Pause im «Badezimmer» fortführen, das nächste wiederum im «Klostergarten». Im improvisierten Theater gibt es keinen vorgegebenen Text, keine Regie, kein Bühnenbild. Das Theater entsteht aus dem Moment aufgrund knapper Vorgaben des Moderators oder des Publikums. Die Spieler treten auf die Bühne, ohne zu wissen, welche Rolle sie verkörpern oder welche Geschichte sie spielen werden. Armin Wyrsch, der Mann am Flügel, unterstützt die Szenen mit passender Hintergrundmusik.

Szene effizienter machen

Die gut einstündige Show beginnt aus aktuellem Anlass mit Rollenspielen zu einer royalen Hochzeit in England. Die Vorgaben des Moderaters sind noch gering. Es folgen schwierigere Aufgaben, Maria muss eine grössenwahnsinnige Anhalterin spielen.Auch musikalisch funktionierts: Aus dem Stegreif werden die Studierenden zu einer Girl-Group und stimmen zum Kerzenständer-Song an. Originell auch der Auftritt im Bowlingcenter, der «effizienter» gemacht wird. Die einminütige Originalgeschichte muss wiederholt werden, und zwar in 30, 15 und 7 Sekunden. Hinter den witzigen und locker wirkenden Aufführungen steckt monatelanges Üben. Während dieser Trainings lernten die Studierenden, wie eine gute Geschichte funktioniert, wie sie das Zuhören in den Szenen verbessern oder spannende Figuren darstellen können. Sie sind mit ihrem Programm keineswegs «gescheitert», im Gegenteil, sie haben mit der kurzweiligen Show hervorragend unterhalten und viel Können gezeigt.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

02.05.2011

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schwyzkultur.ch/H4Xbmv