Gangster & Geiseln: (v.l.) Beat Gärtner (Neffe von J. Bachmann), Jörg Schneider (Schriftsteller J. Bachmann), Irène Fritschi (Haushälterin), Andy Nzekwu (Gehilfe), Angelika Binz (Komplizin) & Lukas Fehr (Gangsterboss) beraten über ihre Lage. Bild Ch.
Gangster & Geiseln: (v.l.) Beat Gärtner (Neffe von J. Bachmann), Jörg Schneider (Schriftsteller J. Bachmann), Irène Fritschi (Haushälterin), Andy Nzekwu (Gehilfe), Angelika Binz (Komplizin) & Lukas Fehr (Gangsterboss) beraten über ihre Lage. Bild Ch.

Bühne

Jörg Schneider zeigte sich lebensmüde

In Goldau vergnügten sich 150 Personen an einer Theaterkomödie mit Jörg Schneider und seinem Ensemble. Trotz Selbstmordversuchen und Bedrohung durch Waffengewalt war Nonstop-Lachen angesagt.

Heute wird der grosse Schweizer Schauspieler Jörg Schneider 76 Jahre alt. Am Freitagabend konnten sich die Besucher und Besucherinnen des Theaterstücks «Total dureknallt» von der Kunst des noch keineswegs altersmüde gewordenen Zürcher Oberländers überzeugen.

Die Stimme des Kasperlis

Wie kann eine Geschichte von zwei lebensmüden Herren, die zudem noch von Gangstern als Geiseln festgehalten und mehrfach mit Pistolen bedroht werden, über 100 Minuten lang für Dauerlacher sorgen? Einmal deshalb, weil die Stimme von Jörg Schneider – es gibt wohl niemanden in der Schweiz, der die Stimme des Kasperlis aus unzähligen «Märli»-Aufnahmen nicht kennt – automatisch beim Zuhörer ein Lächeln erzeugt. Wenngleich Schneider in seiner überaus langen Schauspielkarriere auch ernste Rollen gespielt hat, assoziiert das Publikum den untersetzten, kleinen Mann doch viel eher mit komödiantischen Rollen. Weshalb wohl schaffte es Schneider bei seiner Aufführung in Goldau in den ersten Sekunden seines Auftritts, ohne einen Sketch gesprochen zu haben, ein schmunzelndes Raunen bei den Zuhörenden im Saal zu erzeugen?

Schneider und Team überzeugten

In der Komödie «Total dureknallt» wird in fünf Akten die Geschichte des mässig erfolgreichen Schriftstellers Johannes J. Bachmann (Jörg Schneider) und seines Neffen Leo Pfenninger (Beat Gärtner) erzählt, die gemeinsam ihrem aussichtslosen Leben ein Ende setzen wollen, dabei jedoch von einem Gangstertrio gestört und als Geiseln festgehalten werden. Allein den abendlichen Erfolg mit Schneiders witzigen Einlagen zu begründen, wäre ungerecht seinem Ensemble gegenüber. Vor allem der erwähnte Beat Gärtner als sein ebenfalls lebensmüder Neffe und Irène Fritschi als Haushälterin Trudi Hauser tragen mit umwerfendem Humor zum Erfolg der himmeltraurigen Komödie bei. In weiteren Rollen wissen auch Angelika Binz als Gangsterkomplizin Speedy, Lukas Fehr als Gangsterboss Goliath und Andy Nzekwu als Gangstergehilfe zu überzeugen.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

07.02.2011

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schwyzkultur.ch/NhUJDE