Das Bergsturzmuseum in Goldau wird abgerissen. Markus Marty und Erich Ketterer tragen das Relief aus dem Gebäude, hinten Kurator Oskar Wüest und Bildkünstler Ralph Hospenthal. Bild Erhard Gick
Das Bergsturzmuseum in Goldau wird abgerissen. Markus Marty und Erich Ketterer tragen das Relief aus dem Gebäude, hinten Kurator Oskar Wüest und Bildkünstler Ralph Hospenthal. Bild Erhard Gick

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Das Bergsturzmuseum hat ausgedient – vorläufig

Nach dem Abtransport des Goldauer Reliefs wird das kleine Museum abgerissen. Es macht Neuem Platz.

Es schwang fast etwas Wehmut mit bei Stiftungsratspräsidentin Regula Hürlimann gestern Vormittag, als der Eingang des Bergsturzmuseums mit dem Vorschlaghammer demoliert wurde. «Der Zweck der Aktion ist klar. Wir könnten sonst das bekannte Goldauer Relief, welches den Ort vor dem Bergsturz zeigt, gar nicht aus dem Gebäude entfernen», sagte Regula Hürlimann. Ihr Grossvater Edwin Simon und später auch ihr Vater Oskar Simon hatten dieses kleine Museum mit viel Leidenschaft aufgebaut. «Der Abriss ist für uns trotz allem ein Meilenstein. Nur so kann hier Neues entstehen», blickte sie zuversichtlich in die Zukunft. Das Bergsturzmuseum wird in den künftigen Neubau des Tierparks integriert. Es war gestern trotzdem für zahlreiche Beteiligte, die hinter dem Museum stehen, ein bewegter Augenblick. 65 Jahre lang hatte das Museum seinem Bestimmungszweck gedient und Gegenstände aus Goldau, ein Stück Geschichte mit dem Bergsturz, präsentiert.

Gaumer, Kuratoren und Initianten geehrt


Für Regula Hürlimann war gestern auch der Moment gekommen, den Initianten des Vergangenen und des Neuen zu danken. Sie erinnerte an die einfache, aber bewegte Geschichte im Aufbau des Museums. «Besonders erwähnen möchte ich heute drei Persönlichkeiten, die sich um den Erhalt des Museums eingesetzt haben und weiterhin einsetzen werden», so die Stiftungsratspräsidentin. Da war der «Gaumer» Roland Marty, der mit seinen Führungen und Geschichten rund um das Museum für einen Farbtupfer gesorgt hat. Aber auch Kurator Oskar Wüest hat für das kleine Museum beim Eingang des Tierparks Goldau gesorgt. «Einen besonderer Dank gehört Tierpark- Direktorin Anna Baumann. Sie hat ihren Stiftungsrat davon überzeugt, dass es im Tierpark weiterhin ein Museum braucht. Mit der Integration in den Tierpark erlangt unser Museum einen anderen, bedeutenderen Stellenwert », schilderte Regula Hürlimann. Am 22. Oktober wurde der Nutzungsvertrag mit dem Tierpark für die nächsten vierzig Jahre unterzeichnet. Gestern wurde mit dem Abriss die neue Ära eingeleitet. Ein paar Jahreszahlen sind in der Geschichte des kleinen Museums spannend. 1956 zur Gedenkfeier «150 Jahre seit dem Bergsturz» eröffnete Edwin Simon am heutigen Standort, in einer Militärbaracke, ein erstes Museum. 1964 erfolgte die Gründung der Stiftung Bergsturzmuseum. 1966 konnte das heutige Gebäude eröffnet werden. 2008 erfolgte die Bemalung mit dem Gemälde durch Ralph Hospenthal. Dieses Jahr wurden die Exponate in einen Schutzraum transportiert, und im November 2023 ist die Eröffnung des neuen Museums geplant.

Bote der Urschweiz / Erhard Gick

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

28.10.2021

Webcode

www.schwyzkultur.ch/bTxuMS