Dieses Foto wurde im Oktober 2008 während den Dreharbeiten geschossen: Syra Marty mit ihrer Filmcrew Christian Hörlesberger, Roger Bürgler und Stefan Prohinig vor Syras Haus in Naples. (Bild: pd)
Dieses Foto wurde im Oktober 2008 während den Dreharbeiten geschossen: Syra Marty mit ihrer Filmcrew Christian Hörlesberger, Roger Bürgler und Stefan Prohinig vor Syras Haus in Naples. (Bild: pd)
Syra Marty: vom Bergbauernmädchen zur Hollywoodschönheit. (Bild: pd)
Syra Marty: vom Bergbauernmädchen zur Hollywoodschönheit. (Bild: pd)
Das Filmplakat: Wöchentlich wird eines bei Roger Bürgler bestellt. (Bild: pd)
Das Filmplakat: Wöchentlich wird eines bei Roger Bürgler bestellt. (Bild: pd)

Film

Syra ist jetzt im Altersheim ein Star

Syra Martys Geschichte begeisterte bis heute 14000 Schweizer Kino-Besucher, nun soll der Dokumentarfilm von Roger Bürgler gar international Bekanntheit erhalten. Syra Marty – heute 89 Jahre alt – ist im Altersheim der grosse Star.

Ende der 40er-Jahre. Syra ist der Star der Stunde. Die Tänzerin wird in Europa, den USA und Asien gefeiert, auf die grossen Bühnen gebracht, auf Magazinen und Zeitschriften abgebildet. Auch in Hollywood-Filmen konnte ihre Schönheit und ihr charismatisches Auftreten bewundert werden. Showbusiness pur. Tag fürTag lebte die Tänzerin aus Goldau den Glamour. Bis ins Jahr 1977 erlebt Syra Marty Schein und Trug des Rampenlichts, dann zieht sie sich zurück. 32 lange Jahre gerät sie in Vergessenheit. Sie lebt einsam und bescheiden in einem Haus in Naples (Florida), einzig die Deutsche Antje Bilgutay kümmert sich um die Dame. Dann tritt plötzlich der Gersauer Roger Bürgler in Syra Martys Leben. Er will die Lebensgeschichte des «Dächli Leni», wie Verwandte und Bekannte aus Goldau sie nennen, verfilmen.

«Nervös wie vor dem ersten Date»

Der Dokumentarfilm «Syra Marty – Dächli Leni goes to Hollywood» erscheint am 14. Januar in den Schweizer Kinos. Die Kinobesucher zeigen sich begeistert von dem Film, von Syras faszinierender Persönlichkeit und ihrem ausserordentlich schönen Lachen. Die allererste Striptease-Tänzerin der Schweiz versprüht auch im hohen Alter von 88 Jahren noch Lebensfreude pur. Doch drei Monate nach der Premiere des Films der erste gesundheitliche Einbruch: Syra Marty geht es sehr schlecht, sie liegt mit einer Lungenentzündung im Spital. Doch schon bald darf sie das Spital wieder verlassen. Roger Bürgler besucht sie daraufhin im Mai mit der DVD des Films im Gepäck. Syra Marty hat den Dokumentarfilm über ihr Leben noch nicht gesehen. «Ich war nervös wie vor dem ersten Date», schmunzelt Bürgler. Am dritten Tag seines Aufenthalts in Naples war es so weit: Roger Bürgler stellte einen Laptop und Lautsprecher im Wohnzimmer auf, Syra Marty erscheint hübsch angezogen und geschminkt zur Premierenfeier in ihrem eigenen Haus. «Schneeweiss wie ein Engel», ergänzt Bürgler. Es sei eine ganz spezielle Atmosphäre spürbar gewesen, Anspannung lag in der Luft. BisRoger Bürgler den Film laufen liess und Syra Marty sich vor Lachen kaum mehr halten konnte. «Sie kugelte sich beinahe vor Lachen», erzählt Roger Bürgler, «wir mussten den Film dauernd unterbrechen.» Nach Ende des Films umarmte sie Roger Bürgler mit Tränen im Gesicht und dem Wort «kolossal» auf den Lippen. Syra Marty ist vom Film derart begeistert, dass sie bei einem Besuch ihres Bruders Alois Marty aus Brunnen den Film täglich sehen wollte. Roger Bürgler hat regelmässigen Kontakt zu Syra Marty. «Wir schreiben uns Briefe», sagt er. Am liebsten erhalte sie Fotos von seiner Freundin («Syra findet sie so hübsch») und meinen Söhnen. «Von mir will sie kein Bild», lacht Bürgler. Nach einem weiteren Spitalaufenthalt wurde Syra Marty im Juni in ein Heim gebracht. Dieser Umstand gefiel ihr zuerst gar nicht. «Sie fand es herausgeworfenes Geld», wie Bürgler sagt. Doch schon bald lernte Syra Marty die Fürsorge, das Essen und die Gesellschaft schätzen. Heute geht es ihr – ausser natürlichen Altersschwächen – ausgezeichnet. «Sie ist happy, und das ist das Wichtigste.» Sie geniesse auch die grosse Aufmerksamkeit der Heimbewohnerinnen und -bewohner, die natürlich alles über ihre Karriere wissen wollen. «Sie zeigt Zeitungsartikel über die Premiere des Films, alte Bilder von ihr und erzählt ihre Geschichte», so Bürgler. Sie laufe regelmässig stolz im Syra-Marty-Shirt aus dem Merchandising-Shop durchs Altersheim. «Jetzt ist sie wieder ein Star», so Bürgler. Ehre, wem Ehre gebührt. Syra ist der Star der Stunde.

Kinofilm wird nochmals gezeigt

Der Film wird aufgrund grosser Nachfrage am 22. und 28. November nochmals im Kino MythenForum in Schwyz gezeigt.

Weitere Infos

- www.syramarty.ch

- www.mythenforum.ch

Zum Thema

- 07.12.2009: Syra Marty:«Syra isch min Starname»
Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Film

Publiziert am

10.11.2010

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schwyzkultur.ch/EnXkXm