Benedikta Mauchle zeigt in ihrem Atelier ein mit Schwarzlot und Gold bemaltes Glas. Bild: Silvia Camenzind
Benedikta Mauchle zeigt in ihrem Atelier ein mit Schwarzlot und Gold bemaltes Glas. Bild: Silvia Camenzind

Kunst & Design

Glas ist ihre Leidenschaft

Die Künstlerin geniesst es, in ihrem Atelier in Gersau nach Lust und Laune, frei und spontan, malen zu können. Glas rückt im Moment etwas in den Hintergrund, aber Arbeiten mit Glas ist und bleibt ihre Leidenschaft.

Benedikta Mauchle zeigt ihre Entwürfe vom Kindergemeinschaftsgrab auf dem Friedhof Schwyz, das sie entworfen und umgesetzt hat. Es wurde Anfang September eingeweiht. Die mattweissen Schmetterlinge auf rundem, farbigem Grund, eingefasst in einem Metallrahmen, sind in ihrer Symbolik konfessionsübergreifend verständlich. Etwas Helles, Leichtes, Lichtes habe sie schaffen wollen, erklärt die Glasmalerin in ihrem Atelier in Gersau. Doch wie hat sie das technisch gemeistert? «Mit Fusing», sagt sie. Diese Technik, das Aufschmelzen verschiedener Gläser auf eine Trägerplatte, wird heute in der Glasmalerei oft verwendet.

Ausbildung zur Glasmalerin


Benedikta Mauchle hat ihre Ausbildung zur Glasmalerin und Kunstglaserin in der Glasmalerei Renggli in Luzern absolviert. Damals, aber auch später, waren Vereins- und Familienwappen, gemalt und in Blei gefasst, sehr gefragt. Das hat ihr die Fingerfertigkeit gebracht. Macht sie Entwürfe mit Blei, hat sie stets die Technik im Hinterkopf und überlegt sich die Umsetzung. Es ist ihr Handwerk. In all den Jahren hat sich in der Glasmalerei vieles gewandelt. Kurz nach der Pensionierung war Benedikta Mauchle nochmals im Atelier von Glas Mäder in Zürich, heute Rüschlikon, gefragt, wo sie als Freischaffende viele Jahre im Team mitwirkte. Es galt, Arbeiten für die Künstlerin Kerstin Brätsch zu vollenden. Da war sie als Fachfrau bei der Umsetzung gefragt. «Heute lassen sich die meisten Entwürfe von Künstlerinnen und Künstlern in Glas ausführen», erklärt Mauchle die neuen Möglichkeiten, die sie erstmals bei der Realisierung der Grossmünsterfenster von Sigmar Polke kennengelernt hat.


Neues ausprobieren


Heute ist die gebürtige Urnerin, die inzwischen in Goldau wohnt, völlig frei in ihren Arbeiten. Es reizt sie, Glasarbeiten auszuprobieren. Sie zeigt als Beispiel ein modernes, dreischichtiges Glasbild oder ihre unverkennbaren und markanten Gesichter auf Glas. Beides lässt sich mit etwas Abstand zur Wand wie ein Bild aufhängen. Wie kam sie als Jugendliche auf den seltenen Beruf? «Mein Vater hat mir Berufe gezeigt, auch die Glasmalerei, denn ich habe schon immer gerne gemalt.» Hat, wer heute die vierjährige Ausbildung macht, noch Chancen auf eine Stelle? Es sei kein einfacher Boden, meint Benedikta Mauchle. «Wir konnten noch problemlos in unserem Beruf Erfahrungen sammeln, was heute – meist auch mangels Stellenangeboten – immer schwieriger wird.» Die Künstlerin geniesst es, in ihrem Atelier in Gersau nach Lust und Laune, frei und spontan, malen zu können. Glas rückt im Moment etwas in den Hintergrund. Benedikta Mauchle ergänzt aber: «Arbeiten mit Glas ist und bleibt meine Leidenschaft».

Bote der Urschweiz / Silvia Camenzind


Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

28.10.2021

Webcode

www.schwyzkultur.ch/JDs86D