Film

Goldauer verewigt das Alphorn digital

Es gibt nur noch wenige, die das Alphorn herstellen. Der Goldauer Filmemacher Alain Hospenthal besuchte eine Manufaktur.

An der privaten Vorpremiere des Filmes «The Craft of the Alphorn», welcher der «Bote» exklusiv beiwohnen durfte, war sogar der Filmemacher und Produzent des Filmes, Alain Hospenthal, ehrfürchtig ruhig. «Man muss einfach die Bilder und den Ton auf sich wirken lassen. Das geht tief in die Seele», sagt der Goldauer. Der Film über das typischste aller Schweizer Instrumente der Alpen ist denn auch zu einer Herzensangelegenheit des Goldauers geworden. «Hinter dem majestätischen Klang verbirgt sich ein stiller, tief verwurzelter Entstehungsprozess, der nun in einer besonderen Dokumentarserie gewürdigt wird», so der Goldauer Filmemacher Alain Hospenthal weiter. Er hat auf dem Knubel, einem geschichtsträchtigen Hochlandbauernhof bei Eggiwil im Emmental, das traditionelle Handwerk filmisch festgehalten, in einem der wohl renommiertesten Alphornbetriebe der Schweiz.

 

Präzision aus Leidenschaft in dritter Generation

Im Mittelpunkt der dreiteiligen Serie «The Craft of the Alphorn» steht Walter Bachmann. Er führt eine Familientradition in dritter Generation fort, die bereits im Jahr 1925 von seinem Grossvater Ernst Schüpbach ins Leben gerufen wurde. Die Werkstatt feiert somit in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen – ein Jubiläum, das Alain Hospenthal zum Anlass nahm, die enorme Präzision hinter jedem Instrument einzufangen. «Beeindruckend ist vor allem die Fertigungsweise. Fernab von moderner Massenindustrie entstehen die Alphörner zu 98 Prozent in reiner Handarbeit. Mit Meisseln, handgefertigten Hobeln und unzähligen Stunden akribischer Schleifarbeit formen die Fachleute – ein eingespieltes Trio bestehend aus Walter Bachmann, Roland Schenk und Hansruedi Bachmann – aus rohem Holz klangvolle Kunstwerke», sagt Hospenthal. Die Begeisterung dieser Arbeit überträgt sich auf den Film, der die Fertigung meisterlich einfängt. 

 

Ein digitales Archiv für die Welt

Alain Hospenthal verfolgt mit seinem Youtube-Kanal «Swiss Heritage Stories » auf höchstem Niveau eine klare Mission. Er möchte Schweizer Originale und deren Brauchtum in einem wachsenden digitalen Archiv für die Nachwelt sichern. Dabei verzichtet seine Handschrift bewusst auf werberische Überhöhung. Stattdessen setzt er auf eine unaufgeregte, fast schon meditative Beobachtungsgabe, die den Zuschauer direkt in den staubigen Werkstattalltag auf dem «Knubel» versetzt. Obwohl die Dokumentation tief im Berner Mittelland verwurzelt ist, zielt sie auf ein globales Publikum ab. Um die internationale Fangemeinde zu erreichen, wird der Film mit Untertiteln in 18 Sprachen veröffentlicht. Die Serie beleuchtet nicht nur die technischen Phasen der Herstellung – von der Wahl der passenden Haselfichte bis zum letzten Schliff –, sondern auch das Leben des Protagonisten selbst. Walter Bachmann ist ein Multitalent: Er vereint die Rollen des Landwirts, Familienvaters, Alphornbauers und Dirigenten einer Brassband. Diese Bodenständigkeit und Vielseitigkeit prägen das Erbe, das Hospenthal nun einem weltweiten Publikum zugänglich macht.

 

Hinweis

Die Veröffentlichung der Serie erfolgt gestaffelt, um die Spannung aufrechtzuerhalten:
Titel: The Craft of the Alphorn (3 Teile)
Plattform: Youtube-Kanal «Swiss Heritage Stories»
Sprachen: 18 Untertitelsprachen für ein internationales Publikum

 

Bote der Urschweiz / Erhard Gick

Autor

Bote der Urschweiz

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Kategorie

  • Film

Publiziert am

12.03.2026

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