Spannende Momente: In ihrem Heimatort Arth las die im Aargau lebende Margrit Schriber aus ihrem neuesten Roman. Bild Christoph Jud
Spannende Momente: In ihrem Heimatort Arth las die im Aargau lebende Margrit Schriber aus ihrem neuesten Roman. Bild Christoph Jud

Literatur

Margrit Schriber las in ihrem Heimatort

Die Schriftstellerin Margrit Schriber las auf Einladung des Kulturvereins Arth aus ihrem neuesten Werk «Die hässlichste Frau der Welt». Die Lesung wurde durch die «Mandolinata», Arth, musikalisch umrahmt.

Margrit Schriber ist eigentlich eineArtherin, wie sie bei ihrer Begrüssung erwähnte. Zumindest ist Arth ihr Heimatort. 1939 wurde sie in Luzern geboren. Sie verbrachte ihre Jugend in Brunnen und Küssnacht am Rigi. Heute lebt sie in Zofingen und in der französischen Dordogne. Eine kleine Zuhörerschaft von 25 Personen kam am vergangenen Montagabend in der PHZ Goldau in den Genuss einiger Ausschnitte aus dem bereits vielfach in den Medien beschriebenem Roman von Schriber (auch der «Bote» berichtete).

Affenfrau und Schönheit

Die Autorin gab an diesem verregneten Herbstabend auch interessante Hintergründe zum Entstehen ihres neuesten Buches bekannt. Darin erzählt Schriber von der hässlichen Affenfrau Julia Pastrana und von der jungen, bildhübschen Rosie la Belle aus Morschach. Letztere brachte als alte Frau bei ihrer Rückkehr aus der grossen, weiten Welt ihre Erlebnissen mit der Affenfrau mit in die Heimat. Im Anschluss an Schribers gut halbstündige Vorlesung erklärte die Romandichterin, was das Schicksal im wahren Leben der Affenfrau bewirkt hatte. Das im 19. Jahrhundert gelebte Mischwesen zwischen Mensch und Tier wurde wegen seiner Behaarung und dem schauderhaften Aussehen zum Schauobjekt und zur Jahrmarktsensation. Der «Entdecker» der Affenfrau, ein Tierhändler, heiratete die beste Investition seines Lebens und zeugte mit ihr ein Kind. Dieses jedoch starb Stunden nach der Geburt, und seine Mutter folgte ihm kurz darauf in die Ewigkeit.

«Aus dir wird eine Schriftstellerin»

Margrit Schriber erzählte aber nicht nur von ihren Romanfiguren Julia und Rosie. Sie gab auch Auskunft über sich selber und erklärte, dass Schreiben zwar eine strenge Arbeit sei, sie aber das Schreiben ihrer Bücher nie erleide, sondern sie ihre Bücher liebe. «Ich habe eine intensive Liebschaft mit meinem Buch während der Zeit des Schreibens.» Schriber verriet auch, dass sie durch einen Glücksfall überhaupt zum Schreiben gekommen sei. Als fantasievolle Schülerin habe sie gute Aufsätze geschrieben, weshalb eine Schulschwester ihr prophezeit habe, aus ihr werde einmal eine Schriftstellerin. «Dies war dieser eine Satz, der mich geprägt hat. Ich wäre nie Schriftstellerin geworden ohne diesen Satz.»

Fremder Klang der Mandolinen

Nicht nur die Affenfrau aus Schribers Roman war mit Exotik behaftet. Auch die musikalische Umrahmung der Lesung mit dem aus südlichen Ländern gewohnten Instrument Mandoline liess die Sinne der Zuhörer in die Ferne schweifen. Die sechzehnköpfige Musikgruppe Mandolinata Arth spielte unter der Leitung von Dirigent Kari Hospenthal beschwingte und träumerische Melodien, so auch einige Werke ihres Gründungsmitglieds Silvio Masneri. Masneris Vater Domenico hatte als italienischer Gastarbeiter die Klänge der Mandoline in unserer Region erst bekannt gemacht, erklärte Roland Marty, Präsident der «Mandolinata» aus Arth dem «Boten».

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

11.11.2009

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schwyzkultur.ch/Re59B4