Sorgten für ein Frühlingserwachen: Der Musikverein Goldau spielte verschiedene «Geschichten und Mythen». Bild Tobias von Rickenbach
Sorgten für ein Frühlingserwachen: Der Musikverein Goldau spielte verschiedene «Geschichten und Mythen». Bild Tobias von Rickenbach

Musik

Startschuss in den Frühling

Der Musikverein Goldau gab am Samstag sein diesjähriges Frühlingskonzert. Deutlich wurde, dass das Orchester auch als Chor funktionieren kann.

Unter dem Motto «Geschichten und Mythen» präsentierte der Musikverein Goldau im Pfarreizentrum Eichmatt auch in diesem Jahr ein vielseitiges Programm. Los ging es mit «Of Sailors and Whales», welches das fast 50-köpfige Blasorchester unter der Leitung von Dirigent Christian Stutzer auch am Kantonalen Musikfest in Seewen präsentieren wird. Die Komposition von William Francis «McBeth» in fünf Sätzen ist vom Roman «Moby Dick» inspiriert. Jeder Teil beschreibt einen Protagonisten des Buchs von Herman Melville. Deutlich wurde, dass der Musikverein nicht nur die Instrumente bestens beherrscht, sondern auch den Gesang. So wurde für den Satz «Father Mapple » das Orchester kurzerhand in einen Chor umfunktioniert.

Anspruchsvolle Komposition

Weiter ging es mit dem Komponisten Jan van der Roost, der sich bei «Spartacus» vom gleichnamigen und anderen Sandalenfilmen inspirieren liess. Die komplizierte Komposition bestach durch viele Tempowechsel. Nach der Pause hiess es Vorhang auf («Curtain up») für Alfred Reeds Theater-Ouvertüre für Blasorchester. Das Ganze erinnerte an Broadway-Musik und Glenn-Miller-Jazz, aber auch lateinamerikanische Laute waren zu vernehmen.

Musical und Film

Den nächsten Teil des Abends kündete Christian Oechslin als «ähnlich dicken Schinken wie Moby Dick» an. Er bezog sich auf die Romanvorlage von «Les Misérables», aus dessen Musical-Adaption der Musikverein Goldau eine Selektion spielte. Der musikalische «Fels der Entscheidung » am Ende des Abends fiel auf die Filmmusik von «The Rock» (arr. Pascal Devroye). Die heroischen, monumentalen Melodien waren deutlich kommerzieller und moderner. Die lähmende Eindringlichkeit des Soundtracks wirkte eher wie ein Abgesang auf den Frühling – allerdings ein virtuos vorgetragener. Neben dem musikalischen Frühlingserwachen des Musikvereins Goldau hatte der Tambourenverein Arth-Goldau als Gast einen gelungenen Kurzauftritt.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

26.04.2010

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schwyzkultur.ch/jur5Cq