Die Feldmusik Gross unter der «jugendlichen» Leitung von Sebastian Rauchenstein. Fotos: René Steiner
Die Feldmusik Gross unter der «jugendlichen» Leitung von Sebastian Rauchenstein. Fotos: René Steiner
Sandro Pfister leitet das Brass-Ensemble der Musikschule Einsiedeln durch die anspruchsvollen Darbietungen.
Sandro Pfister leitet das Brass-Ensemble der Musikschule Einsiedeln durch die anspruchsvollen Darbietungen.

Musik

Abwechslungsreich und gemütlich

Zwei Jubilaren – ein Auftritt, so präsentierte sich der Eröffnungsanlass der Grosser Musikanten. Allerseits engagiertes und konzentriertes Musizieren prägten diesen gemütlichen Abend.

Die Feldmusik Gross feiert dieses Jahr ihr hundertjähriges Bestehen. Der Samstagabend eröffnete den Reigen ihrer Festanlässe, die am 17. November mit ihrem Jahreskonzert den Höhepunkt erreichen sollen. Die Musikschule des Bezirks hat sich in den 40 Jahren ihres Bestehens prächtig entwickelt. Regelmässig hält sie Vortragsveranstaltungen, damit die Schüler ihr Können zeigen dürfen. An diesem Konzertabend in der Mehrzweckhalle Gross erhielten rund hundert der insgesamt 730 Musikschüler die Gelegenheit zum Auftritt. Es gab keine Leistungsschau, dafür durfte man die solide Aufbauarbeit einer modernen Musikschule zur Kenntnis nehmen. Durch das Programm führten der Leiter der Musikschule, André Ott, und der Präsident der Feldmusik, Peter Füchslin.

Singen und spielen

Zum Auftakt stellte der Kinderchor Moskitos das ureigenste Instrument vor, die Stimme. Unter der überzeugenden Leitung von Corinne Rath brachten die Kinder einen Strauss fröhlicher Lieder, behaupteten in ihrem ersten Vortrag gar «singen macht gesund», sangen von Töff und Traktor und stellten mit einer Kostprobe ihr neustes Musicalprojekt vor, das Mitte Juni in Bennau zur Aufführung gelangt. Beethovens bekannter Schlusschor «Freude schöner Götterfunke» kann als fröhlicher Leitfaden der erfreulich grossen Blockflötengruppe gedeutet werden. Mit den vier Vorträgen stellten Agatha Kälin und Cornelia van Maanen einen Bereich der wertvollen Grundstufenarbeit vor, der nach vier Semestern mit einer Diplomfeier abschliesst. Stolz durften die sechs Blockflötenvirtuosen ihr Diplom aus den Händen des Musikschulleiters entgegennehmen. Musiklehrer Markus Fuchs scheint ein gutes Gespür zu haben, um junge Leute für unsere Volksmusik zu begeistern. Auf der Bühne stellten sich «Diä urchigä Grosserbüäblä» mit urchigen und rassigen Tänzen vor. Ganz speziell: Beim «Seppel» wechselte Luca Kälin auf das Sopransaxofon, Valentin Kälin und Marcel Späni spielten weiter auf dem Schwyzerörgeli und Tobias Kuriger begleitete mit dem Streichbass.

Überzeugende Auftritte

Ein wichtiger Baustein in der musikalischen Ausbildung ist die Möglichkeit des Zusammenspiels in Ensembles. Nach der Pause präsentierten zwei Formationen je eine Kostprobe. Das Aspirantenspiel unter der bewährten Leitung von Erwin Füchslin stellte sich mit «Yesterday» und «Hey Jude», «I feel Good» und einem Lady-Gaga-Song vor. Es war der erste Auftritt der Beginnersband in diesem Musikschuljahr. Äusserst erfreulich ist die Tatsache, dass die 43 Mitspieler nun einen eigenen Tubisten in ihren Reihen haben. Ihren nächsten Auftritt haben die Aspiranten am Konzert der Jugendmusik im kommenden April. Das Brass Ensemble, eine Projektformation diesmal unter der Leitung von Sandro Pfister, liess die Ohren spitzen. Die acht Blechbläser legten das wohl anspruchvollste Programm vor. Mit Ausschnitten aus Händels Wasser- und Feuerwerksmusik, «Herr der Ringe» und «Ragtime Rondo» war ihr Auftritt alles andere als «Krass Brass». Vor allem der Ragtime liess die Zuhörer mitgehen und mitwippen.

Finale mit dem Gastgeber

Die jubilierende Feldmusik stellte sich und ihre Musik vor und sorgte für ein abrundendes Finale, wobei vor allem «One Moment in Time» mit den Solisten Meiri Birchler und Walter Kälin überzeugte. An ihrem ersten Jubiläumsanlass durften die Grosser Musikanten Sebastian Rauchenstein vorstellen, ihr neuer Dirigent löste seine Aufgabe sicher und gekonnt. Das Jubiläumseröffnungskonzert mit der Auftrittsplattform für die jungen Musikanten war eine schöne Geste der jubilierenden «alten Dame», sie wurde mit einem grossen Besucheraufmarsch belohnt. Nicht nur daumendrückende Eltern und Grosseltern, auch viele Musikfreunde nutzten die Gelegenheit, sich am jugendlichen Musizieren zu erfreuen. Und niemand musste sein Kommen bereuen, das Stelldichein des Nachwuchses zeigte sich abwechslungsreich, gemütlich und unterhaltend. Ein gelungener Anlass!

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

07.02.2012

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schwyzkultur.ch/TASNEv