Posthume Ehrung: Die 56. Solothurner Filmtage würdigen Karl Saurers Werk mit einer Hommage. Foto: Joze Rehberger Ogrin
Posthume Ehrung: Die 56. Solothurner Filmtage würdigen Karl Saurers Werk mit einer Hommage. Foto: Joze Rehberger Ogrin
Eine fotografische Rarität, da sonst lediglich hinter der Kamera zu sehen (von links): Martin Koerber (Ton), Franz Kälin (Kamera) und Karl Saurer bei den Dreharbeiten 1991 in Nebraska. Fotos: zvg o
Eine fotografische Rarität, da sonst lediglich hinter der Kamera zu sehen (von links): Martin Koerber (Ton), Franz Kälin (Kamera) und Karl Saurer bei den Dreharbeiten 1991 in Nebraska. Fotos: zvg o

Film

Hommage an den Schwyzer Kulturpreisträger Karl Saurer

Die Solothurner Filmtage finden statt. Allerdings nur online. Die 56. Durchführung steht auch im Zeichen einer Hommage an den im Vorjahr verstorbenen Karl Saurer.

Der Einsiedler Filmschaffende Karl Saurer wird an den 56. Solothurner Filmtagen geehrt: Im Rahmen einer Hommage gibt es vom kommenden Sonntag, 24. Januar, ab 12 Uhr, für drei Tage via Livestream Saurers international gewürdigten Dokumentarfilm «Steinauer Nebraska – Geschichten um Gewinn und Verlust» zu sehen. Zudem findet am 24. Januar um 17.30 Uhr ein Filmgespräch statt, das ebenfalls über Livestream gesehen werden kann: Über Werk und Wirken Saurers sprechen zwei Weggefährten des Filmschaffenden, Elena Hinshaw- Fischli und Küde Meier. Karl Saurer, der am 12. März 2020 überraschend in Einsiedeln verstarb, war Dozent, Drehbuchautor und Regisseur zahlreicher Filme und Träger verschiedenster Auszeichnungen und Preise. 2018 erhielt er den Schwyzer Kulturpreis. Damit würdigte der Schwyzer Regierungsrat 2018 das herausragende filmische Werk von Karl Saurer. Zum Film «Steinauer Nebraska»: Der 75-minütige Dokumentarfilm zeigt anhand der Geschichte dreier Brüder, die 1852 von Einsiedeln in die USA auswandern und im Mittleren Westen den nach ihnen benannten Ort gründen, zwei kontrastierende Entwicklungen. Eine erzählt von Armutsmigration, Pioniergeist und Erfolg der Siedler – die andere von der damit einhergehenden Vernichtung und Vertreibung der amerikanischen Ureinwohner.

Gegenläufige Spiralbewegungen


Die einstige Landnahme der schweizerischen «Wirtschaftsflüchtlinge» bleibt indes nicht ungesühnt: Nachdem die Böden infolge ökonomischen Drucks übernutzt und ausgelaugt sind, werden heute viele der Nachfahren erneut zur Abwanderung gezwungen. Diejenigen, die bleiben, rekultivieren den Boden, von den Indianern als «Mutter Erde» verehrt und nie als Besitz betrachtet, heute wieder mit ursprünglichen Präriegräsern. Saurer sagte anlässlich der Premiere 1997 zu seinem 150 Jahre umspannenden Film: «In zwei grossen gegenläufigen Spiralbewegungen – der ‹weissen› und der ‹roten› Geschichte – erklingen in immer anderer Modulation zwei Leitmotive: Migration und der Umgang mit dem Boden und dessen Ressourcen. Im Hintergrund gesellt sich ein drittes Motiv hinzu: das der Geschichts-Betrachtung. Geschichte verstehe ich nicht als lineare Entwicklung, sondern als komplexes, mehrstimmiges Gebilde.»

Einsiedler Anzeiger / mitg.

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Film

Publiziert am

19.01.2021

Webcode

www.schwyzkultur.ch/FjfXe7