Die Unterhaltung ist in vollem Gange. Bild Stefan Zürrer
Die Unterhaltung ist in vollem Gange. Bild Stefan Zürrer

Bühne

Familienkrach bei der Bühne66

Georg Suter führt zum ersten Mal Regie bei der Bühne 66, und es gelingt ihm auf Anhieb, einen veritablen Familienkrach zu inszenieren. Aber keine Angst die exzellente Darbietung findet nur auf der Bühne des Verenasaals in Ibach statt.

Wenn der Literaturprofessor Pierre Garaud mit seiner Frau Elisabeth einlädt, stehen ein feines Essen und ein gemütlicher Abend auf dem Programm. Mit dabei sind Elisabeths Bruder Vincent mit seiner schwangeren Frau Anna sowie ein Freund seit frühester Jugend, der Posaunist vom Rundfunkorchester, Claude Gatignol. Doch an diesem heutigen Abend läuft etwas schief, weil der extrovertierte Vincent zwecks Auflockerung der Stimmung etwas Falsches sagt.

Wie ein Vorname den Abend vermiesen kann

Professor Garaud, ein sensibler Stubenhocker in Manchesterhose, Rollkragen und Birkenstockfinken, ist fürchterlich entsetzt, als er vernimmt, wie der zukünftige Sohn seines Schwagers heissen soll. Anfänglich noch eher spritzig wird die Diskussion sehr hitzig, und man glaubt es nicht, was die Wahl eines Vornamens für Emotionen auslösen kann. Da urteilt der intellektuelle Professor über die politische Gesinnung seines Schwagers Vincent. Dieser wortgewandte Lebemensch hingegen hinterfragt auf witzige Art die Bedeutung eines Vornamens.

Wenn Andrea Inglin als Frau Garaud dann nach langer Arbeit in der Küche und geduldigem Zuhören ihrem Herrn Professor endlich so zünftig die Leviten liest, belohnt dies das Premierenpublikum mit Szenenapplaus. Peter Reichmuth spielt die Rolle als zerstreuter Herr Professor glänzend. Der Musiker ­Claude (Patrick Schuler) ist eher zurückhaltend. Aufgrund seiner Freude an orangen Kleidern schliessen die lieben Freunde auf seine sexuellen Neigungen.

Doch als sich Claude nach langem Drängen endlich outet, stösst er seine langjährigen Freunde vor den Kopf. Eine wirklich humorvolle Situation, die sich da eröffnet. Vor allem Vincent (Bernd Pfeiffer) kann sein Temperament kaum zügeln und gerät in Rage, sodass die Situation eskaliert. Seine «maman», eigentlich nur telefonisch am Anlass dabei, ist an der explosiven Stimmung nicht un-schuldig. Überraschend dann, dass die in der Modebranche tätige Anna (Petra Zurfluh) viel mehr weiss, als ihre Freunde vermuten. Die Geschichte, erfunden von zwei Franzosen, glänzt durch Humor und witzige Dialoge. Die Bühne 66 schafft es auch dieses Jahr, mit hervorragendem Schauspiel und einer tollen Geschichte das Publikum zu begeistern.

Weitere Aufführungen und Billettreservationen unter www.buehne66.ch

Boter der Urschweiz (Josef Grüter)

Autor

SchwyzKulturPlus

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Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

01.05.2017

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