Weltrekord: Das grösste Taschenmesser mit 314 Funktionen. Doppelt gefährlich: Taschenmesser-Revolver aus dem Jahre 1890. Wertvoll: Diamantbesetztes Taschenmesser mit Chip. Bilder Clavadetscher
Weltrekord: Das grösste Taschenmesser mit 314 Funktionen. Doppelt gefährlich: Taschenmesser-Revolver aus dem Jahre 1890. Wertvoll: Diamantbesetztes Taschenmesser mit Chip. Bilder Clavadetscher

Dies & Das

Weltbeste Messer-Sammlung gekauft

Sie gilt als bedeutendste und grösste Sammlung von Taschen- und Klappmessern der Welt: Die Sammlung des verstorbenen Horst A. Brunner. Nun hat die Victorinox AG diese ganze Kollektion kaufen können.

Zum Ende ihres glanzvollen Jubiläumsjahres hat sich die Victorinox AG selber ein prächtiges Weihnachtsgeschenk machen können. Die Messerspezialisten aus Ibach konnten jene legendäre Sammlung erwerben, die während Jahrzehnten mit Akribie und auf allen Erdteilen von Horst A. Brunner zusammengetragen, gehütet, geordnet, gepflegt und betreut worden ist. Damit ist Victorinox in den Besitz einer weltweit einmaligen Sammlung gelangt.

Absolute Raritäten dabei

Die Sammlung umfasst rund 6500 Objekte. Darunter befinden sich ausgesprochene Raritäten. So etwa Faustkeile aus der Jungsteinzeit, bronzene Messer aus der Frühgeschichte, Einschlagmesser von römischen Soldaten, dann der legendäre Schweizer Dolch der Söldner, aber auch Drudenmesser, Gaukler- und Wurfmesser. Unter den Unikaten finden sich das Jagdmesser von Kaiser Napoleon III., ein Revolvermesser und das weltweit kleinste Messer im Millimeterformat, das kaum grösser als ein Stecknadelkopf ist. Brunners Sammlung umfasst auch das vermutlich teuerste Taschenmesser, das je hergestellt worden ist, mit diamantbesetzer Gold- und Platinschale. Und auch das von einem Messerschmied in St. Gallen gebaute, weltweit grösste Taschenmesser mit sagenhaften 314 Funktionen gehört dazu. Es nennt sich zwar noch so, hat aber bei diesem Gewicht und Umfang garantiert nicht mehr in der Hosentasche Platz.

Teil war in Schwyz zu sehen

Ein ganz kleiner Teil dieser Sammlung des ehemaligen Winterthurer Fahrlerers Horst A. Brunner war bis Mitte Oktober in der Ausstellung «Das Sackmesser – ein Werkzeug wird Kult» im Forum der Schweizer Geschichte zu sehen. Derzeit läuft diese Sonderausstellung im Schwesternbetrieb in Prangins weiter. Diese Ausstellung zum 125-Jahr-Jubiläum der Victorinox erzielt auch dort derart gute Frequenzen, dass sie verlängert wird und anschliessend auch noch im Landesmuseum Zürich, also am Hauptsitz, gezeigt werden soll. Zudem sind derzeit rund 600 andere Messer aus der Sammlung Brunner im Festungsmuseum Heldsberg in St. Margrethen zu bewundern.

Sammlung soll zugänglich bleiben

Mit diesem Kauf könne man die eigene Sammlung wertvoll erweitern, wie Victorinox-Mediensprecher Hans Schorno bestätigte. Die Victorinox AG selber hat in erster Linie Taschenmesser aus der eigenen Firmengeschichte und Produktion gesammelt. Nun komme mit diesem Kauf quasi die historische Dimension dazu. Auch deckt sich der Wunsch von HorstA. Brunner mit den Intentionen der Victorinox. Brunner, der kurz vor der Ausstellung in Schwyz verstorben ist, wollte immer seine Sammlung einem ambitionierten Eigentümer überlassen und öffentlich zugänglich behalten. Dies deckt sich mit den Absichten der Victorinox. Darum haben die Erben diese weltweit einmalige Kollektion nach Ibach verkauft. Über den Kaufpreis wird gegenseitig Stillschweigen gewahrt. Sicher wird die Sammlung Domizil in Ibach nehmen. Wo sie untergebracht und betreut wird, das steht noch nicht fest. Aber auf jeden Fall werde man einen Experten für die Betreuung und Verwaltung beauftragen müssen, erklärte Schorno.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

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  • Dies & Das

Publiziert am

24.12.2009

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www.schwyzkultur.ch/qQ5H5m