Heino ist Ehrenmaschgrad: Die GV wurde im zweiten Teil zu einem stimmungsgeladenen Schlagerfest mit vielen Schnulzensängern. Der abtretende Rottrat Rolf Gasser wurde schliesslich gar zum Ehrenmaschgrad ernannt. Bilder Roger Bürgler
Heino ist Ehrenmaschgrad: Die GV wurde im zweiten Teil zu einem stimmungsgeladenen Schlagerfest mit vielen Schnulzensängern. Der abtretende Rottrat Rolf Gasser wurde schliesslich gar zum Ehrenmaschgrad ernannt. Bilder Roger Bürgler
Der «Holzer» nach dem «Überfall»: Vor dem Rottrattisch und zur Freude vom ewigen Rottstatthalter Patrick Hutter (von links), von Rottherr Peter Lüönd und Rottschatzmeister Xaver Blaser trommelte der Schwyzer Tambour Josef Heinzer sein Paradestück.
Der «Holzer» nach dem «Überfall»: Vor dem Rottrattisch und zur Freude vom ewigen Rottstatthalter Patrick Hutter (von links), von Rottherr Peter Lüönd und Rottschatzmeister Xaver Blaser trommelte der Schwyzer Tambour Josef Heinzer sein Paradestück.

Volkskultur

Schwyzer Nüssler überfielen Ibächler

Die GV der Fasnachtsrott Ibach am Samstag war eine herrliche Schlagerparty. Der Rottrat und die riesige Fasnachtsgemeinde in Ibach machten so ziemlich alles richtig, und mit Rolf Gasser wurde erneut ein verdienter Rottrat Ehrenmaschgrad.

Vor einem Jahr wurde die Fasnachtsrott Ibach mit ihren rund 750 Mitgliedern 65 Jahre alt. Das AHV-Alter merkt man der vitalen Truppe um einen engagierten und originellen Rottrat allerdings nicht an. Vor allem mit dem tollen und vor allem aus interner Sicht überaus erfolgreichen Preisnüsseln und dem vor der Tür stehenden Güdelmontag sorgen die Ibächler stets für allerfeinste Schwyzer Strassenfasnacht. Ein besonderes Zückerchen ist für die Ibächler Fasnächtler und für die vielen Delegationen aus den umliegenden Vereinen jedoch die Generalversammlung am Samstag vor dem Schmutzigen Donnerstag. Diese ist das Pendant zu jener der befreundeten Schwyzer Nüssler und ein ebenso amüsantes wie originelles Ereignis. Im Gegensatz zu früher alternieren die Ibächler mit ihrer GV nicht mehr in verschiedenen Restaurants.

Tolles Motto

Nicht etwa weil es von diesen immer weniger gibt, sondern ganz einfach, weil der grosse Maschgradenaufmarsch nur vom Saal des Restaurants Rose bewältigt werden kann. Hier nahm – ganz nach Udo-Jürgens-Motto «Mit 66 Jahren ...» – am Samstag eine herrliche Schlagerparty ihren Anfang. Der Rottrat hat zu diesem Motto eingeladen, und in der Pause der GV legten die neun Räte ihre Alte-Herren- Kostüme ab, und zu den passenden Hits traten die Fasnächtler als Costa Cordalis, Jürgen Drews, Heino, Roland Kaiser, Wolfgang Petri und wie sie alle heissen auf. Nur der neu gewählt Rottrat Martin Reichlin kam als Alter Herr. Das hat in Ibach jeweils nach der Pause so seine Tradition. Reichlin löste den obersten Organisator der Fasnachtsrott, Rolf Gasser, ab. Dieser war zehn Jahre lang gewissermassen der Mann für alles und erhielt für sein immenses und uneigennütziges Schaffen verdient die höchste Ibächler Auszeichnung. Er ist der 17. Ehrenmaschgrad in der 66-jährigen Geschichte.

Beste Rott – beste Nüssler

Vor der Pause – gerade als die Rechnungsprüfer Hans «Höck» Kessler und Stefan «Stonie» Steiner den Jahresverlust von knapp 700 Franken von Neo-Rottschatzmeister Xaver Blaser erklären wollte – wurde die GV von einer beachtlich grossen und ziemlich stolzen Rott «überfallen». Anhand der Tambouren und dem Maschgradenvater war schnell klar, dass hier die Schwyzer Nüssler am Werke sind. Diese machten auf dem Weg nach Steinen in Ibach einen freudigen Zwischenstopp, und zum Finale präsentierten die beiden Ministerräte Stefan Dettling und Christa Tschümperlin-Weber ein Transparent mit der Aufschrift «Das isch diä wältbescht Rott gsi». Vize-Nüsslerkönig und Rottherr Peter Lüönd, der übrigens souverän und schlagfertig durch die GV führte, konterte trocken: «Das war wirklich eine schöne Rott. Aber die weltbesten Nüssler sind noch immer hier in Ibach.»

Bemühungen des Schatzmeisters

Die GV der Ibächler war gespickt mit witzigen Einlagen, Foto- und Filmeinspielungen sowie spontanenWortmeldungen. Bereits als Chef Mutationen war Xaver Blaser, der dieses Amt neu mit jenem des Rottschatzmeisters kombiniert, für seine originellen Auftritte bekannt. Diesmal präsentierte er absolut grossartig die Rangliste der beliebtesten Vornamen innerhalb des Vereins. Den krönenden Auftritt hatte Xaver Blaser aber bei der Präsentation seiner Massnahmen zur Eliminierung der roten Zahlen in seiner Rottschatzmeister-Buchhaltung. So schickte er seine Familie singend auf den Schwyzer Hauptplatz, um dort für die Ibächler Kasse zu sammeln. Den entsprechenden Beweis sah man in einem Video und als erster (oder einziger) Spender überreichte Tambour und Ehrenmaschgrad der Schwyzer Nüssler, Josef Heinzer, dem etwas verwirrt wirkenden herzigen Hudi ein Nötli. Der Spender selber hatte in Ibach ebenfalls seinen Auftritt. Er trommelte auf vielfachen Wunsch seinen «Holzer». Nach der GV wurde zu Schlagermusik ein Imbiss serviert, die Party in der Festhütte auf dem Schulhausplatz dürfte noch lange gedauert haben.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

13.02.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/c6dnYq