Die Überraschung ist perfekt. Zum ohnehin schon grossartigen 70-Jahr-Jubiläum überrascht das OK Rottherr Padi Hutter mit einer umfassenden Chronik.
Die Überraschung ist perfekt. Zum ohnehin schon grossartigen 70-Jahr-Jubiläum überrascht das OK Rottherr Padi Hutter mit einer umfassenden Chronik.
Ehrenmaschgrad und langjähriger Maschgradenvater Hans Nideröst präsentierte an der GV einen Kindermaschgradenstecken. Bilder Roger Bürgler
Ehrenmaschgrad und langjähriger Maschgradenvater Hans Nideröst präsentierte an der GV einen Kindermaschgradenstecken. Bilder Roger Bürgler

Volkskultur

Und es tobte so richtig im «Rose»-Saal

Die Jubiläums-GV der Fasnachtsrott Ibach war als Gala geplant und wurde ein närrisches Feuerwerk, das alle begeisterte.

Die Fasnachtsrott Ibach ist 70 Jahre alt, zählt 821 Mitglieder, der Rottrat inklusive Rottherr Padi Hutter wurde im Kollektiv wiedergewählt, der Jahresverlust von 5769 Franken kann man bei einem Vermögen von knapp 70000 Franken locker wegstecken, und Hubi Betschart wurde für sein treues Wirken bei der Orangenausgabe und als Vereinsstromer als Helfer des Jahres geehrt.

Zündhölzli statt Nüsslerkönig

Die obigen Zeilen müssen für die GV-Berichterstattung reichen. Denn die Traktandenabhandlung der Jubiläums- GV im rappelvollen «Rose»-Saal war statutarische Nebensache. Die Ibächler wollten nach zwei grossartigen Jubiläumstagenmit der Quartierrott und dem Jubiläumspreisnüsseln sich selber feiern. Und das taten sie ausgiebig und ausgesprochen lustig. Das Fasnachtsfest war im Stil einer TV-Show ausgelegt. Rottherr Padi Hutter amtete als Gastgeber, und zur Seite standen ihm mit Statthalter Roman Lüönd und Sekretär Kuno Auf der Maur zwei Assistenten, die als Stan Laurel und Oliver Hardy auftraten und im Tutu gleich noch den Showblock bestritten. Die Geburtstagstorte zum Finale, deren Herstellung filmisch eingeblendet wurde, landete dramaturgisch voraussehbar und darum umso lustiger in Romans Gesicht. Den filmischen Höhepunkt landeten die Ibächler aber mit Dani Gwerders Abba-Potpourri, das mit dem Hit «I have a Dream» begann und endete. Dabei sah man den wackeren Maschgradenvater in Schwyz unter den Bögen sitzend vor sich hin träumen. Er will 2017 auf dem Hauptplatz Nüsslerkönig werden und bekommt in Ibach auch Hilfe. Ganz sicher Realität wird die Tatsache, dass Dani Gwerder am Güdeldienstag an seinem Geburtstag den Schwyzer Blätz anzünden darf. Das von Güdelzischtiger Christian Steiner überbrachte symbolische Zündholz rührte den Ibächler zu Tränen.

Ein besonderer Stargast

Und wie es sich für eine TV-Gala gehört, braucht es Stargäste. Mit der bald 88-jährigen Rösy Rust-Flecklin als letztes noch lebendes Gründungsmitglied der 70-jährigen Fasnachtsrott Ibach kam eine äusserst vitale Seniorin auf die Bühne, die tags zuvor noch im Goms am Langlaufen war. «Bei der Gründung war noch der Tyroler unsere Hauptfigur, und für das Maschgradenlaufen lag gerade einmal eine Investition von einem Kilo Orangen beim Comestible Imlig drin», verriet Rösy Rust, die 1946 zusammen mit Lena Schürmann («Kreuz-Leni») die einzige Frau unter den Gründern war. «Und ja, die Jungen machen das heute ganz toll», schwärmte die Gründerin von der Ibächler Fasnacht.

Ein Buch zum Jubiläum

Den nachhaltigsten Höhepunkt lieferte schliesslich das Jubiläums-OK. Dieses überraschte den Rottrat und die Versammelten mit einem 216 Seiten dicken Buch über die Geschichte der Fasnachtsrott Ibach. Das Werk wird am 30. März offiziell vorgestellt. Während der dreistündigen Fasnachtsshow gab es verschiedentlich Standing Ovations. Am Schluss applaudierte zwar der ganze Saal, stehend machten dies aber nur die Ehrenmaschgraden der Fasnachtsrott. Ein grösseres Kompliment für die GV kann es für den amtierenden Rottrat nicht geben.

Bote der Urschweiz (Roger Bürgler)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

01.02.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/Qbv3Rv