10 000 mal kleiner als in der Natur: Emil Bürgler ist froh und erleichtert, dass sein Relief «Glattalp-Plus» nun fertig geworden ist. Während sieben Jahren hat er immer wieder daran gearbeitet. (Bild: Guido Bürgler)
10 000 mal kleiner als in der Natur: Emil Bürgler ist froh und erleichtert, dass sein Relief «Glattalp-Plus» nun fertig geworden ist. Während sieben Jahren hat er immer wieder daran gearbeitet. (Bild: Guido Bürgler)

Kunst & Design

Sieben Jahre an Relief gearbeitet

In Hunderten von Arbeitsstunden hat Emil Bürgler, der ehemalige Poststellenleiter von Illgau, ein Relief von der Glattalp und angrenzenden Gebieten (Glattalp-Plus) geschaffen. Der Massstab beträgt 1:10 000.

Bereits vor 40 Jahren hatte Emil Bürgler ein kleines Relief angefertigt, worauf das Gemeindegebiet von Illgau zu sehen ist. Das Werk zierte jahrelang den Schalterraum der Post Illgau. Nach seiner Pensionierung wagte sich der ehemalige Poststellenleiter und leidenschaftliche Berg- und Wanderfreund an ein weit grösseres und viel aufwendigeres Projekt. In Hunderten von Arbeitsstunden entstand in den Jahren 2004 bis 2011 das Relief «Glattalp-Plus». Es zeigt nebst der Glattalp auch angrenzende Gebiete wie Charetalp, Erigsmatt, den Höch Turm, Ortstock, die Jegerstöck, den Urnerboden und Teile der Gemeinde Glarus Süd.

Gebiet von 60 km2 im Kleinformat

Das in der Mitte faltbare Relief misst 100 mal 60 Zentimeter und besteht aus zehn Teilelementen, die separat angefertigt und dann zusammengefügt wurden. Dargestellt wird ein 60 Quadratkilometer grosses Gebiet, wovon 41 Quadratkilometer zum Gemeindegebiet von Muotathal gehören. Der Massstab beträgt 1:10 000. Als Grundlage für sein Relief verwendete Emil Bürgler die Karten der Eidg. Landestopographie «Muotatal» und «Linthal» (1:25 000) und viele Fotos. Die Modellierung der Berge und Mulden erfolgte mit zahlreichen – nur zwei Millimeter dicken – Sperrholzplatten. Diese wurden mit der Laubsäge fein säuberlich nach den Höhenkurven der Karte auf die gewünschte Form zugeschnitten und dann aufeinandergeschichtet und verleimt. Jede Holzschicht entspricht in der Natur 20 Höhenmetern. Nachdem die Grundkonstruktion erstellt war, erfolgte mittels Spachtel und Farbe die feine Ausarbeitung des Werkes.

Ausdauer hat sich gelohnt

«Manchmal hatte ich Bedenken, ob das Relief je einmal fertig wird», sagt Emil Bürgler im Rückblick. Doch die Ausdauer hat sich gelohnt. Soeben wurde das eindrückliche Werk fertig. Für die Betrachter, insbesondere für Natur- und Wanderfreunde, gibt es vieles zu entdecken. Sogar die Luftseilbahn Sahli–Glattalp fehlt nicht. Ob das Relief in absehbarer Zeit auch in der Öffentlichkeit zu sehen sein wird, kann Emil Bürgler derzeit noch nicht sagen. Er habe es ohne irgendwelche Absicht gebaut, sagt er. Falls es aber jemandem dienen könnte und der Raum zum Ausstellen vorhanden wäre, könnte man sicher darüber reden. Dass Emil Bürgler eine sehr kreative Persönlichkeit ist und sehr exakt arbeitet, beweist nicht nur das Relief «Glattalp-Plus», sondern auch seine Sammlung von über 800 Volksliedern aus Grossmutters Zeiten (Text, Noten, Komponist, Entstehungsort usw.). Ausserdem ist er auch als Lokalhistoriker tätig und arbeitet akribisch an einem Buchprojekt über die Siedlungs- und Liegenschaftsgeschichte von Illgau.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

21.07.2011

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