Sie haben 16 Kompositionen von Josef Betschart («Bödler sen.»/ Wandbild) professionell aufgenommen und zur neuen CD beigesteuert. Von links: Rainer Betschart, Erich Bürgler, René Bürgler und Fredy Heinzer. Bild: Andy Micheletto
Sie haben 16 Kompositionen von Josef Betschart («Bödler sen.»/ Wandbild) professionell aufgenommen und zur neuen CD beigesteuert. Von links: Rainer Betschart, Erich Bürgler, René Bürgler und Fredy Heinzer. Bild: Andy Micheletto

Musik

«Musig vom Bödler» – neue Ländler-CD aus Illgau

Soeben ist eine urchige CD erschienen, auf der alle 25 Kompositionen von Josef Betschart («Bödler sen.») verewigt sind.

«Eines ist sicher: Wer diese CD zur Hand nimmt, darf sich über ein Werk freuen, das mit viel Herzblut realisiert worden ist», heisst es im CD-Büchlein. In der Tat ist die Spielfreude der Musikanten sehr gut spürbar. Der Tonträger «Musig vom ‹Bödler›» ist unter dem Label Corema-Records erschienen und enthält 57 Minuten urchige Musik von Josef Betschart sen. (1925–1972). Die 25 anspruchsvollen Eigenkompositionen des legendären Illgauer Schwyzerörgelers erklingen aber nicht im heutzutage bekannten Illgauer-Stil (Handorgelmusik), denn Bödlers Musik ist älter. Sie entstand mehrheitlich vor 1955 und wird denn auch der «alten Illgauermusig » zugerechnet, gespielt mit zwei Schwyzerörgeli und Bassgeige. Josef Betschart musizierte anfänglich mit Hans Bürgler, dann Toni Bürgler und später – am längsten – mit Xaver Bürgler («Fraumatt-Xaveri»). Zum Tanz aufgespielt wurde vor allem in Illgau und alljährlich einige Male im «Ochsen» in Schwyz, wobei das Duett sporadisch von Josef Bürgler («Sonnheim-Seff») am Klavier begleitet wurde. Die Musik von «Bödler und Fraumatt-Xaveri» ist vor allem durch das Musizieren auf C-gestimmten «Eichhorn»-Schwyzerorgeln mit Halbwienerton in Erinnerung geblieben. Diese anspruchsvollen und doch melodiösen Tänze erkennt der Volksmusikfreund sofort, da sie relativ «hoch» klingen. Diese typische «Musig vom Bödler» kommt auf der vorliegenden CD denn auch bestens zur Geltung.

Tänzli dank Tonbandaufnahmen erhalten geblieben


Und wie kam es zum Übernamen «Bödler»? Josef Betschart wuchs auf dem Heimet Boden auf und wurde daher von allen «dr Bödler» genannt. Er war ein hervorragender Schwyzerörgeli- Spieler, Feldmusikant und Sänger im Kirchenchor. Der Bergbauer heiratete 1947 Marie Betschart von der «Wepfenen ». Der Ehe entsprossen die drei Töchter Marie, Klara und Rita sowie Sohn Josef (Bödler jun.), die alle sehr musikalisch sind. Mit den Jahren komponierte Josef Betschart sen. etliche Tänze. Leider wurden diese nie in einem professionellen Tonstudio aufgenommen, zum Glück sind sie aber auf alten Tonbändern und «Kassettli» erhalten geblieben. Die CD-Produktion wurde vom Verein Giigäbank und weiteren Sponsoren unterstützt, jedoch privat von drei Bödlermusig-Fans organisiert. «Ein grosses Dankeschön gebührt Rainer Betschart, der bei der Entstehung der vorliegenden CD eine Schlüsselrolle spielte», heisst es im CD-Büchlein. Mit Verwandten und Musikkollegen hatte er während vielen Jahren die Tänze seines Grossonkels aus alten Tonband- und Kassettenaufnahmen zusammengesucht. Schliesslich hat er mit drei weiteren Bödlermusig-Fans, nämlich René Bürgler, Erich Bürgler und Fredy Heinzer, 16 Bödler-Tänze neu aufgenommen. Bei den restlichen neun Bödler-Tänzen auf der CD handelt es sich um Aufnahmen, die von Corema- Records/René Wicky schon früher produziert worden sind. Zu hören sind die Betschart-Buebä, Betschart-Horat, das Echo vom Geissläzwick, Chuchirascht und das Ländlertrio Pauli, Christian und Sebi. Es ist eine wahre Freude, dass nun alle 25 Kompositionen von Josef Betschart sen. auf diesem Tonträger vereinigt sind. Die CD mit der unverkennbaren «Musig vom ‹Bödler›» ist zugleich ein wertvolles musikalisches Dokument für nachfolgende Generationen.

Hinweis


Die CD ist im Fachhandel erhältlich oder bei Stefan Bürgler, Husmatt, Illgau (Tel. 041 830 20 13), oder bei den Mitwirkenden.

Bote der Urschweiz / Guido Bürgler

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

20.08.2020

Webcode

schwyzkultur.ch/nLcxMs