Laurina Fässler arbeitet als Schreinerin und Künstlerin in Luzern. Aufgewachsen ist sie in Studen.
Laurina Fässler arbeitet als Schreinerin und Künstlerin in Luzern. Aufgewachsen ist sie in Studen.
Ausstellungsansicht: Cyanotypien im Künstlerhaus S11 in Solothurn (2019). Foto: Mirjam Steffen
Ausstellungsansicht: Cyanotypien im Künstlerhaus S11 in Solothurn (2019). Foto: Mirjam Steffen

Kunst & Design

«Im Bild, im Blau versinken können»

Laurina Fässler aus Studen lebt und arbeitet in Luzern als Künstlerin und Schreinerin. Für die Unterstützung ihres Kunstprojektes erhielt sie vom Kanton Schwyz einen Werkbeitrag in der Höhe von 20’000 Franken.

Laurina Fässler (Jahrgang 1987) wurde vom Kanton Schwyz mit einem Werkbeitrag für ihr künstlerisches Schaffen unterstützt. Aufgewachsen ist die gelernte Schreinerin in Studen. Für den gestalterischen Vorkurs ist sie 2012 nach Luzern gezogen, wo sie später ihr Studium in bildender Kunst an der Hochschule Luzern absolvierte. Aktuell arbeitet sie an eigenen künstlerischen Projekten in ihrem Atelier in der Gemeinschaft «gelbes Haus» in Luzern. Ausserdem arbeitet sie Teilzeit als Schreinerin in einer kleinen Schreinerei in Rothenburg.

Fotografische Techniken


Laurina Fässler arbeitet vorwiegend im Bildbereich. «Fotografische Techniken interessieren mich sehr und bilden im Moment den Hauptfokus meiner Arbeit. Ich suche einen eigenständigen, unkonventionellen Umgang mit den Techniken und dem Material, mit dem ich arbeite. Die Werke sind abstrakt und es gibt meist keine erkennbaren Gegenstände auf den Bildern», erklärt sie ihr aktuelles künstlerisches Schaffen. Eine fotografische Technik, welche sie schon lange verfolgt und anwendet, ist die Technik der Cyanotypie. Die Cyanotypie ist ein altes fotografisches Verfahren. Die Chemikalien dieser Technik sind UV-empfindlich. «Ich bearbeite Papiere und Stoffe mit dieser lichtempfindlichen Flüssigkeit und belichte die Bildträger anschliessend im Sonnenlicht oder unter einem Solarium. Dadurch reagiert die Flüssigkeit und je mehr oder je weniger Licht auf einzelne Stellen fällt, desto heller oder dunkler verfärben sich diese Stellen. Zum Ende dieses Prozesses ergibt sich dann ein cyanblaues Bild.» Die Cyanotypien haben keinen Anspruch, etwas nachzuahmen oder abzubilden, sie erinnern im weitesten Sinne noch an Gebirgsoberflächen, Gletscher oder Himmel. «Es interessiert mich, durch eine Reduktion auf Strukturen oder Farbigkeit etwas sichtbar zu machen und Betrachtende meiner Werke etwas Neues entdecken zu lassen.» Die Künstlerin kann einige Einnahmen durch Werkverkäufe generieren. Ihren Lebensunterhalt verdient sie jedoch zum grössten Teil mit ihrer Arbeit als Schreinerin.

Von der Schreinerei ins Kunstatelier


Etwas Kreatives zu machen hat die Stüdlerin schon immer interessiert. Dies hat sie dazu bewogen, sich für den gestalterischen Vorkurs an der Kunsthochschule zu bewerben. Der Vorkurs hat ihr viel eröffnet und sie in ein neues, kreatives Umfeld gebracht, das sie sehr begeisterte. «Auch habe ich einen neuen Zugang zu Kultur und Kunst entdeckt, der mir bis zu diesem Zeitpunkt verborgen blieb. In meiner Kindheit und Jugend bin ich kaum mit zeitgenössischer Kunst in Berührung gekommen.»

Im Blau versinken


Mit der Bewerbung für den Werkbeitrag 2021 verfolgte Laurina Fässler ihr Ziel, neue Techniken zu erlernen und mit der aktuellen Arbeit, der Technik der Cyanotypie, grossformatiger zu werden. «Mein Wunsch ist es, dass die Betrachterinnen und Betrachter in ihrem ganzen Sichtfeld eingenommen werden und im Bild, im Blau, versinken können.» Nebst dieser Weiterführung wagt sie sich an neue fotografische Verfahren. Dazu gehören Experimente mit lichtempfindlichem Papier in der Dunkelkammer eines Fotofarblabors, der Bau einer eigenen Camera Obscura und die Benützung dieser und Experimente mit der Technik der Lumenprints. «Innerhalb der verschiedenen Techniken möchte ich Serien und Werkgruppen erstellen, mit welchen ich mich dann für Ausstellungen bewerben kann.»

Einsiedler Anzeiger / Lukas Schumacher

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

14.01.2022

Webcode

www.schwyzkultur.ch/JhtmPR