Literatur
Im Kloster zurück zum Schreiben
Engelberg ist Schauplatz ihres neuen Romans: Soeben vollendete die Schwyzerin Blanca Imboden ihr Werk.
Ende April ist die Abgabefrist. Am 13. April konnte Blanca Imboden ihrer Anhängerschaft freudig mitteilen: «Ende. Aus. Fertig. Punkt. Schluss.» Versehen war die Nachricht auf dem Social- Media-Netzwerk mit einem grossen, drehenden Smiley. Die Botschaft spiegelt ihre Freude und Erleichterung. Eigentlich hatte die Schwyzer Autorin den Roman bereits in den vergangenen Monaten fertigstellen wollen. Doch das wollte ihr nicht gelingen. Ihr Verlag «brummte» ihr deshalb eine zweiwöchige Auszeit im Benediktinerkloster in Engelberg auf. Und siehe da: «Ich habe wieder richtig Freude am Schreiben bekommen und bin endlich wieder in einen sogenannten Schreibflow gekommen », sagt Imboden. In Engelberg habe sie gespürt, was ihr lange gefehlt habe.
«Vielleicht ist es mir deswegen so gut gelaufen mit dem Schreiben»
Sie durfte im Kloster eine ehemalige Abt-Wohnung beziehen: einladend mit einer grossen Stube, edlem Mobiliar, einem erhöhten Schreibplatz mit Blick aufs Dorf. «Unter mir ist das Zimmer von Abt Christian. Der hat ja einen guten Draht nach oben. Vielleicht ist es mir deswegen so gut gelaufen mit dem Schreiben», rätselt Imboden mit schelmischem Lachen. Die 63-jährige Autorin hat sich in diesen zwei Wochen vollkommen in diesen Wohnraum zurückgezogen, war kaum draussen, sondern hat sich regelrecht in das Schreiben vertieft. «Die Einsamkeit war bereichernd. Es war anstrengend und hat sich doch nicht so angefühlt», blickt Imboden auf die 14 Tage zurück.
Bis zur Buchtaufe dauert es noch
Sozialen Kontakt fand sie vor allem während der Mahlzeiten mit den anderen Gästen des Klosters. «Die schweigende Einnahme des Essens ist mir etwas schwergefallen», sagt die beredte Autorin. Sei kein Pater anwesend gewesen, habe man dann halt doch zwischendurch geplaudert, gibt sie deshalb zu. Etwas über 200 Seiten zählt das neueste Werk, das die Schwyzer Autorin in diesen Tagen in Engelberg vollendete. Dort, wo auch die Handlung ihrer neuesten Geschichte spielt. Es geht um eine Frau, die einen Schreibworkshop in Engelberg leitet. Acht Personen nehmen daran teil und könnten nicht unterschiedlicher sein. Die Geschichte führt die Schar zu unterschiedlichsten Plätzen in Engelberg. Und diese Plätze inspizierte Blanca Imboden letztes Jahr genau und weilte vergangenen Sommer einen Monat in Engelberg. Sie bezog schon damals zwei Wochen Quartier im Kloster – sowie in der edlen Residenz im Hotel Kempinski. Blanca Imboden hat selbst Engelberger Wurzeln. Ihre Mutter ist im Klosterdorf aufgewachsen. «Als Kind war ich oft hier und habe Ferien in diesem Haus verbracht, wo noch ihre Grossmutter lebte. Hier habe ich auch gelernt, Ski zu fahren», so Imboden und relativiert dann schnell, dass sich ihre Kenntnisse jedoch in Grenzen halten. Das Wohnhaus ist heute nicht mehr im Familienbesitz – jedoch bewohnt. «Es ist schön zu sehen, dass das Haus lebt.» Mittlerweile ist sie wieder in ihrem Zuhause in Ibach. Nun geht das Skript ins Lektorat, ein passender Titel wird gewählt und dazu ein Buchcover erstellt. In den nächsten Monaten stehen für Imboden andere Arbeiten im Vordergrund, insbesondere wird sie für ihre Lesungen wieder unterwegs sein. Bis ihr Roman im Buchhandel erhältlich ist, vergehen noch einige Monate. Die Buchtaufe ist für Herbst 2027 vorgesehen. Natürlich in Engelberg.
Bote der Urschweiz / Irene Infanger
Autor
Bote der Urschweiz
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- Literatur
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