Die neue Zunftmutter am Flügel: Nadia Tattersall freut sich auf ihr Amt. «Diesmal werden meine Kinder das Zunftmutterlied heimlich üben.» Bild Edith Meyer
Die neue Zunftmutter am Flügel: Nadia Tattersall freut sich auf ihr Amt. «Diesmal werden meine Kinder das Zunftmutterlied heimlich üben.» Bild Edith Meyer

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«Ist eine Belohnung und grosse Ehre»

Die Belgierin Nadia Tattersall ist das neue Fasnachtsoberhaupt der Lichtlöscherzunft Immensee. Sie ist ein Tausendsassa in Sachen Kunst und Musik und eine Zunftmutter voller Lebensfreude, die ihrem Amt entgegenfiebert.

Nadia Tattersall steht die Freude ins Gesicht geschrieben: «Die Anfrage der Lichtlöscherzunft war eine riesige Überraschung für mich. Es ist für mich eine Belohnung und eine grosse Ehre, das Amt des Zunftmutter zu übernehmen», sagt Tattersall.

«Nun bin ich mittendrin»

Der Zunfthut, die Kette und der Stab liegen zu Hause parat für ihren Einsatz. Sie kann es immer noch nicht fassen. «Ich war immer Zuschauerin an der Fasnacht, nun bin ich mittendrin.» Als Erstes werden die Schüler zu Ehren der Zunftmutter einen Kinderumzug durchs Dorf veranstalten. Ein grosser Tag wird auch der Güdeldienstag mit dem Fasnachtsumzug. «An diesem Tag bescheren der Zunftrat und ich die Kinder von Immensee sowie die Bewohner des Alters- und Pflegeheims Sunnehof», sagt Tattersall. Ihre Wahl sieht sie als schönes Zeichen, im Dorf integriert zu sein. «Wir wurden von Anfang an von den Immenseern gut aufgenommen», sagt die dreifache Mutter.

Aktiv inKunst und Musikbereich

Nadia Tattersall ist keine Unbekannte im Bezirk Küssnacht. Sie ist Mitbegründerin des Vereins Beflügelt. Dessen Sinn ist es, das kulturelle Leben in und um Küssnacht mit Veranstaltungen rund um Musik, Theater und bildende Kunst zu bereichern. Dadurch kennt Tattersall zahlreiche Musiker, Maler, Bildende- und Körperkünstler und Schauspieler. Sie selbst singt im Vokalensemble I Cantanti Küssnacht. Der Klassik und dem Jazz widmet sie sich, wenn sie Klavierkonzerte bei sich zu Hause in Immensee oder in der Region gibt. Zudem engagierte sich Tattersall im Chinderhuus Küssnacht, organisiert Kinderpartys, ist Mitglied im Elternverein und Co-Präsidentin des Vereins Ferienspass.

«War Liebe auf den ersten Blick»

Doch wie verschlug es die Belgierin in die Schweiz? «Es war Liebe auf den ersten Blick», sagt sie. Zwischen dem Besuch der Kunstgewerbeschule und dem Musikkonservatorium in Antwerpen arbeitete Tattersall 1991 ein Jahr als Au-pair-Mädchen im Wallis. Dort lernte sie ihren heutigen Ehemann kennen. «Ich war 19 Jahre alt, und Alex war der Nachbar meiner Walliser Gastfamilie.» Nachdem sie ihr Studium in Belgien beendet hatte, besuchte die Pianistin und Kunstmalerin die Jazzschule Ejma in Lausanne. Es folgte die Hochzeit. «Dann hiess es schon bald ‹Good bye Schweiz›.» Die ganze Familie zügelte berufsbedingt nach Los Angeles. Zwischen ihren Erzählungen lacht sie herzhaft. «Ich war sehr glücklich, als wir nach Lausanne zurückkehren konnten», sagt Tattersall rückblickend.

Von Merlischachen nach Immensee

Vor zehn Jahren zügelte die zwischenzeitliche Vollzeitmama von den Kindern Mara, Elise und David nach Merlischachen. «Mein Mann erhielt einen Auslandjob. So besuchten wir ihn an den Wochenenden in Moskau oder er uns in Merlischachen.» Gleichzeitig startete die Künstlerin auch die Renovation ihres heutigen Zuhauses in Immensee. «2001 konnten wir einziehen.» Sie sei begeistert von Immensee. «Wir wohnen am Ahornweg, eine wirklich internationale Strasse», sagt Tattersall. Es herrsche ein wunderbares Klima zwischen den einheimischen Familien, den Kindern und Zuzügern aus Ecuador, Australien, Norwegen, Südafrika, Deutschland, Holland und nicht zu vergessen aus Belgien. «Ja, in Immensee fühle ich mich zu Hause. Hier möchte ich alt werden. Sehr alt», sagt die frisch erkorene Zunftmutter.»

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

15.01.2010

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schwyzkultur.ch/QNhTcZ