Hat ersten Roman geschrieben: Autorin Renata Stocker-Sassi zeigt ihren Erstling «Blinde Kuh». Bild Edith Meyer
Hat ersten Roman geschrieben: Autorin Renata Stocker-Sassi zeigt ihren Erstling «Blinde Kuh». Bild Edith Meyer

Literatur

Spiel mit dem Feuer im Internet

Renata Stocker-Sassi aus Immensee erzählt die Geschichte einer Journalistin, die sich im Chat verliebt. Die Autorin bietet in ihrem ersten Roman «Blinde Kuh» sinnlichen Lesestoff mit einem Schuss Erotik, der die Herzen der Frauen berührt und auch bei Männern gut ankommt.

Blickt Renata Stocker- Sassi zurück auf ihre Jugendzeit, erinnert sie sich an an einen Traum: «Ich wollte Bücher schreiben.» Sie sei schon als Kind eine Vielschreiberin gewesen. Sitzt man mit ihr am Tisch, zeigt sie sich als bodenständige Frau, die weiss, was sie will. Renata Stocker-Sassi ist eine Macherin, sie zeigt aber auch ihre weichen Seiten. Sie lacht herzhaft, dann sprudelt es aus ihr heraus wie ein Wasserfall. Die besten Ideen für Geschichten habe sie unter der Dusche: «Dort entsteht oft ein kreativer Prozess», sagt die Immenseerin.

Inspiration aus dem Umfeld

Die Protagonistin in ihrem Roman «Blinde Kuh» ist eine Journalistin. Diesen Beruf übte die Autorin selbst mehrere Jahre aus. Nachdem sie einige Semester an der Uni Basel Germanistik, Geschichte und Anglistik studiert und in der Finanzbranche gearbeitet hatte, wurde sie Redaktorin und Ressortleiterin beim damaligen «Luzerner Tagblatt». «Das freie Schreiben gehörte dort zu meiner Lieblingsbeschäftigung.» Die Zeit verging, bis 1991 mit der Geburt ihres Sohnes Dominik ein neuer Lebensabschnitt begann. Seit 1993 ist Renata Stocker-Sassi selbstständige Unternehmerin und führt einen Lingerievertrieb. Zur Feder griff sie sieben Jahre später. «Ich hörte damals interessante Geschichten in meinem Umfeld von Frauen, die das Internet entdeckten.» Eine Kollegin von ihr sei beim Chatten hängen geblieben. «Sie chattete Tag und Nacht. Ich wollte wissen, was dahintersteckt, und begann, darüber zu recherchieren.»

In der Dunkelheit

2001 machte es bei Renata Stocker- Sassi klick: Sie hatte den Clou der Geschichte in ihrem Kopf geboren und den Roman innerhalb von sechs Wochen geschrieben: «Lisa ist erfolgreiche Journalistin bei der Frauenzeitschrift ‹La Donna›. Sie lebt in einer glücklichen Ehe mit ihrem Mann und dem neunjährigen Sohn. Bis an einer Redaktionssitzung die Idee aufkommt, eine Serie über das Chatten zu lancieren. Ausgerechnet Lisa, die keinerlei Erfahrung darin hat, soll die Serie schreiben. Sie nimmt die Herausforderung an, macht den ersten Klick und – lernt im virtuellen Raum Paul kennen. Es entwickelt sich etwas, womit sie im Leben nie gerechnet hätte. Etwas Unglaubliches, das in kompletter Anonymität stattfindet und eine magische Faszination auf Lisa ausübt, etwas, das in seiner Intensität, die Lisa auch körperlich erregt, immer mehr Platz in ihrem Leben und ihrem Herzen einnimmt. Soll sie Paul begegnen und damit ihre Ehe, aber auch die Faszination dieser virtuellen Liebe aufs Spiel setzen? Vielleicht könnte man sich in einem dunklen Raum treffen, um sich zu erspüren, ohne die Identität preiszugeben …»

Geheimnisvoll

Renata Stocker-Sassi beschreibt Lisas innere Zerrissenheit zwischen der Sehnsucht, diesem «perfekten» Lover zu begegnen und der Angst, dass ihr Dasein aus den Fugen gerät, spannend und wirklichkeitsnah. «Das Buch hat nicht das Ziel, die elektronische Kommunikation oder daraus möglicherweise entstehende psychologische Probleme zu analysieren. Ich erzähle einfach eine geheimnisvolle Liebesgeschichte », betont die Autorin.

Leseproben an 15 Verlage

Das Manuskript ihres Erstlings sendete Renata Stocker-Sassi an 15 Verlage. «Ich erhielt nur Absagen.» Der Roman landete in der Schublade. Sechs Jahre vergingen, bis sich plötzlich Verleger Adrian Suter bei ihr meldete. Er war von Anfang an überzeugt, dass der Roman ein Hit werden würde. «Als ich das Buch zum ersten Mal in den Händen hielt, ging für mich ein lang gehegter Traum in Erfüllung», sagt sie. Und schreibt die Autorin einen weiteren Roman? «Ja, ich habe bereits eine neue Story im Kopf. Wenn man mit offenen Ohren zuhört und mit offenen Augen sieht, findet man jeden Tag eine Geschichte.»

Glaubwürdige Liebesgeschichte

Buchhändlerin Manuela Braun aus Einigen bespricht auf ihrer Internetseite www.lesefieber.ch neue Romane. Ihr Fazit über den Roman «Blinde Kuh»: «Wer Glattauers ‹Gut gegen Nordwind› gelesen und gemocht hat, der darf diesen Roman von Renata Sassi auf keinen Fall verpassen. Die Geschichte

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

22.03.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/bDUQp8