Der Einsiedler Kinobesitzer, Fotograf und Filmemacher Franz Kälin. Bild Lukas Schumacher
Der Einsiedler Kinobesitzer, Fotograf und Filmemacher Franz Kälin. Bild Lukas Schumacher

Film

«James-Bond-Filme spielen in einer eigenen Kategorie»

Cineboxx-Inhaber Franz Kälin über den Start des Kinohighlights des Jahres.

Lukas Schumacher: Rettet James Bond die Kinowelt?


Franz Kälin: James-Bond-Filme sind für die Kinos wichtig. Sie liefern immer gute Einspielergebnisse. Aber es gibt auch andere Filme, die wichtig sind. Zu retten gibt es nichts. Die Kinos müssen sich im Markt behaupten. Man muss sich, wie in jedem Business, bewegen und mit Fantasie und Ausdauer ständig den neuen Bedingungen anpassen. Vor allem muss man dem Publikum einen Mehrwert bieten. Streamen kann man auch nur 24 Stunden pro Tag und irgendwann ist es genug und man will mal raus. Trotz Corona Einschränkungen hatten wir einen super Sommer. Seit der Zertifikatspflicht haben wir, wie vorausgeahnt, einen starken Rückgang von rund 30 Prozent zu verzeichnen.

Am Donnerstag war Premiere. Wie gefragt waren die Plätze im Kinosaal?

Diese war ähnlich stark besucht wie die bisherigen James Bond Premieren. Auch die Reservationen kamen schon früh, aber wir durften nur Tickets im Vorverkauf rausgeben. Danach aber kamen die Reservationen schnell.

Wie waren die anderen Vorstellungen am Wochenende besucht?

Ich bin trotz der Einschränkungen positiv überrascht, wie gut der Film läuft. Ich hatte mit weniger gerechnet. James Bond kommen viele Leute schauen, die sonst keine Kinogänger sind. Es gibt Kunden, die sieht man praktisch nur bei James Bond.

Wann haben Sie den Film das erste Mal gesehen?

Ich habe den Film noch nicht gesehen. Ich hätte ihn schon einen Tag vor der Premiere schauen können, aber ich möchte ihn im Saal mit anderen Leuten sehen. Und jetzt am Anfang, wenn viel läuft, will ich keinen Platz besetzen, abgesehen davon möchte ich an der Front stehen und mit den Kunden ins Gespräch kommen.

Sind Sie ein Fan der James-Bond-Filme?

Ich bin eigentlich von nichts Fan. Ein Fan sieht es durch die rosa Brille. Ich habe Freude an vielen guten Sachen oder eben auch an Filmen. Mir gefallen die Bond-Filme grundsätzlich, weil es gute Unterhaltung ist. Aber man kann sie fast mit keinem anderen Genre vergleichen, sie spielen in einer eigenen Kategorie. Abgesehen davon vergleiche ich nicht gerne, weil vieles nicht vergleichbar ist. Ein Film kann sehr gut gemacht sein und trotzdem gefällt er mir nicht – oder umgekehrt.

Können Sie sich noch an den ersten James-Bond-Film erinnern, den Sie je gesehen haben?

Ja das war «Im Geheimdienst Ihrer Majestät» welcher 1969 auf dem Schilthorn gedreht wurde. Aber ich sah ihn etwa 1974 im Kino. Damals wurden gute Filme auch Jahre nach dem Kinostart immer wieder im Kino gezeigt. Vor allem im Sommer, weil es damals viel weniger neue Filme gab.

Haben Sie einen Favoriten unter den bis jetzt 26 erschienenen Filmen?

Der aktuelle Bond ist offiziell der 25. Film der Reihe. «Sag niemals nie» (1983) mit Sean Connery als Agent zählt nicht dazu, da die Filmproduktion zu diesem Zeitpunkt nicht die Filmrechte an der fiktiven Figur James Bond hatte. Es kam sogar im gleichen Jahr Octopussy (Bond Nr. 13) von Eon Productions raus, die über die Filmlizenz des Agenten verfügen. Mir hat «Skyfall» sehr gut gefallen.

Welches war der erste James-Bond-Film, der in der Cineboxx gezeigt wurde?

«Ein Quantum Trost» vom Schweizer Regisseur Marc Forster. Das war im Herbst des gleichen Jahrs (2008), als wir die Cineboxx eröffneten. Für uns war überwältigend, dass wir so viele Besucher hatten.

Schauen Sie sich Filme mehrmals an?

Ja, wenn sie mir besonders gefallen! So sieht man viel mehr Details und kann den Film noch mehr geniessen.

Schauen Sie zu Hause Filme oder nur im Kino?

Ich schaue schon seit 40 Jahren Filme nur im Kino. Spielfilme kann ich nicht am TV schauen. Ich habe auch keine Zeit, Serien oder Ähnliches zu Hause zu schauen.

Einsiedler Anzeiger / Lukas Schumacher

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Film

Publiziert am

05.10.2021

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