Laurent Girard (Piano) vom Artra Trio freut sich auf das erste musikalisch-theatralische Bühnenspektakel «La Le Lu» im Chärnehus Einsiedeln.  Bild Victor Kälin
Laurent Girard (Piano) vom Artra Trio freut sich auf das erste musikalisch-theatralische Bühnenspektakel «La Le Lu» im Chärnehus Einsiedeln. Bild Victor Kälin

Bühne

Musik

«Jetzt gibts Eigenkompositionen – ohne Rücksicht auf Verluste …»

Laurent Girard (Piano), Jacqueline Wachter (Akkordeon) und Thise Meyer (Drums) sind das Artra Trio. Warum die Musiker erstmals mit einem Regisseur zusammenarbeiten, erklärt Laurent Girard.

Victor Kälin: «La Le Lu – nur der Mann im Mond schaut zu» heisst euer aktuelles Programm. Was hat es mit diesem Titel auf sich?



Laurent Girard: Wir suchten lange nach einem Titel und wechselten entsprechend oft. Als wir uns auf das Thema Mond einigten, wurde der Titel «eingehagt». Und so kam uns das bekannte Lied «La Le Lu» in den Sinn.

«La Le Lu …» ist 70 Jahre alt. Wie kommt ihr als junge Musikergeneration überhaupt auf so etwas Antiquiertes?



Wir überlegten, welches Lied zum Thema Mond eine breitere Allgemeinheit noch kennen könnte. Wir liegen mit unserer Auswahl offensichtlich nicht falsch, da viele Leute die Melodie summen oder gar die erste Zeilen noch auswendig aufsagen können. Ich möchte aber betonen, dass «La Le Lu» kein Kinderprogramm ist.

Das Lied kommt aber vor?


Lassen Sie sich überraschen!

Sind Sie mit «La Le Lu» in den Schlaf gesungen worden?


Nein, das nicht. Ich kenne das Lied aber seit meiner Kindheit. Mein Schlaflied war übrigens «Ich ghöre es Glöggli …».

Was ist musikalisch vom Artra Trio zu erwarten?


Das Programm ist unserer Vielseitigkeit gewidmet. Es ist jazzig, klassisch, rockig – und immer wieder vermischt mit volkstümlichen Klängen. Unser Trio gibts seit sieben Jahren. Bisher erfüllten wir meistens die Wünsche unserer Kunden, sei es für das Schweizer Fernsehen (SRF bi de Lüt), für thematische Ohren- und Gaumenschmaus-Gourmetabende (Bären by Schefer) oder für Theaterproduktionen (Chärnehus). Die Zeit ist nun reif, unsere Eigenkompositionen zu präsentieren – ohne Rücksicht auf Verluste (lacht). Es hat für jedes Ohr etwas dabei. Garantiert.

Singt ihr auch?


Ja, aber nicht oft. Eigentlich nur bei einem Stück …

Für dieses Projekt habt ihr Regisseur Oscar Sales Bingisser engagiert. Macht das Artra Trio jetzt auf Theater?


Wir nennen es ein musikalisch-theatralisches Bühnenprogramm. Es gibt kein Theater mit einer zusammenhängenden Geschichte. Der rote Faden ist der Mond in all seinen Facetten. Da wir diese vielen Facetten dem Publikum in heiter-melancholischer Art erklären wollen, kam es zur Zusammenarbeit mit Oscar Sales Bingisser. Obwohl wir alle drei Musik studiert haben, ging es während der ganzen Ausbildung interessanterweise nie darum, wie man sich als Musiker auf der Bühne verhält. Deshalb sehen wir unser Projekt mit dem erfahrenen Theaterprofi Bingisser auch als Weiterbildung an – um ein wenig in das Handwerk eines Schauspielers hineinzuschnuppern.

Wer von euch hatte die Idee zu «La Le Lu»: Jacqueline Wachter, Thise Meyer oder Sie?


Seit zwei Jahren tragen wir die Idee eines Bühnenprogramms mit uns herum; seit einem Jahr sind wir am Komponieren. Und da Jacqueline bereits zwei eigene Stücke mit den Namen «Vollmond» und «Halbmond» vorlegen konnte, fanden wir es noch cool, unser Programm dem Thema Mond zu widmen. Die Idee zum Titel «La Le Lu» hatte dann Oscar Bingisser.

Wenn einer von euch Dreien nicht einverstanden ist – sei es mit einem Musikstück, einem Arrangement oder dem ganzen Programm: Was passiert dann?


Wir haben das Glück, seit jeher eine grundsätzlich homogene Truppe zu sein. Wir haben alle die gleiche Vorstellung von Musik: Die Qualität muss stimmen – da hört die Freundschaft auf. Oder sie beginnt eben erst recht. Das ist schon fast eine philosophische Betrachtung. Da wir im Findungsprozess sehr stark aufeinander eingehen, kommt es praktisch nie zu unüberbrückbaren Differenzen.

«La Le Lu» im Chärnehus Einsiedeln


10. und 11. Januar je 20 Uhr
12. Januar, 17 Uhr
17. und 18. Januar, je 20 Uhr
19. Januar, 17 Uhr.

im Theater Ticino Wädenswil
23./24./25. Januar je 20.30 Uhr

Einsiedler Anzeiger / Victor Kälin

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Bühne
  • Musik

Publiziert am

07.01.2020

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schwyzkultur.ch/Uq39e3