Kunst & Design

Jubiläums-Vernissage: Kunst als Teil der Patientenbetreuung

Vergangenen Samstag fand im Ärztezentrum MedicoPlus zum zehnten Mal die Vernissage zur Eröffnung der jährlich wechselnden Kunstausstellung statt. Dabei lud man interessierte Besucherinnen und Besucher ein, die Kunstwerke im ganzen Gebäude zu entdecken und sich mit den neuen Künstlerinnen vor Ort auszutauschen.

Sichtlich gut gelaunt begrüsste Dr. Simon Stäuble alle Anwesenden im Empfangsraum im EG des Ärztezentrums. Er erzählte, wie sehr die Kunst von Patientinnen und Patienten als auch Mitarbeitenden geschätzt wird und welche Aufwertung sie dem ansonsten eher funktionalen Gebäude biete. Die sorgfältig ausgesuchten Werke schaffen Stimmung und Atmosphäre und so ist die Ausstellung über die Jahre zum Teil der Patientenbetreuung geworden.

Zeno Schneider, Kurator der Ausstellung, selbst Künstler, ehemaliger Hausarzt und gemäss Kunstschaffenden und Mitarbeitenden gleichermassen «Herz und Seele» hinter dem Projekt MedicoPlus Art, stimmte das Publikum auf die Ausstellung ein. Er begann mit einem kurzen Exkurs zur Geschichte von Kunst und dem Ärztezentrum in Einsiedeln – rund 1000 Bilder zierten bereits die Praxisräume und -gänge. Sein Dank galt allen Beteiligten und auch der Leitung des Zentrums, die «das Risiko einer wechselnden Ausstellung jedes Jahr aufs Neue eingehen». Gekonnt und humorvoll liess er das Publikum über die Wirkung von Kunst nachdenken und stellte dann die ausgewählten Künstlerinnen vor.

 

Fokus aufs Wesentliche

Dieses Jahr stellen Kerstin Petrig (UG), Regula Mathis-Riesen (EG), Sabina Schwaar (1. Stock), Christine Shelton-Marclay (2. Stock) und Pascale Hosennen (3. Stock) ihre Werke bis Anfang 2027 aus. Sie alle verfolgen unterschiedliche künstlerische Ansätze und eine Interpretation der Werke ist sowieso sehr individuell. Was sie eint, ist das gemeinsame Bestreben nach Reduktion, den Blick aufs Wesentliche, wobei auch dem Unwesentliche Raum gegeben wird. Die Bilder sind fein, fast schon zärtlich komponiert und begeisterten das Publikum an diesem Abend mit ihrer Vielfältigkeit. Dass die Künstlerinnen gleich noch Hintergrundinformationen vor Ort boten, war ein besonderer Bonus für alle Interessierten und es wurde, sowohl in den Stockwerken als auch beim anschliessenden Apéro, rege begleitet und diskutiert.

 

Bilder als Resonanzflächen 

Gerade die Wirkung der Werke war ein grosses Thema, wurden doch in der Vergangenheit auch schon Bilder wieder entfernt. Sie alle stehen und standen in Wechselwirkung mit dem individuellen Betrachter und seiner oder ihrer Situation. Etwas, das gerade in einem medizinischen Umfeld gut durchdacht sein will, wie Simon Stäuble im Gespräch ausführte. «Selbst wenn man ein Bild nicht aktiv anschaut, hat es Wirkung», erklärte Zeno Schneider. Seine Aufgabe bestehe darin, Künstler zu finden, die mit ihren Werken eine passende Stimmung zu den Räumlichkeiten und ihren Anforderungen vermitteln. Welche Bilder es dann genau sind und wie diese im jeweiligen Stockwerk zusammengestellt oder «komponiert » werden, ist den Künstlern überlassen. Die diese Aufgabe jedoch mit grösster Sorgfalt und Bedacht angehen. Jedes Jahr sucht er neue Künstlerinnen und Künstler aus, die dann jeweils eines der fünf Stockwerke, vom Untergeschoss bis zum 3. Stock, mit ihren Werken bespielen.

 

Eine Win-win-Situation für alle

Zu den Besuchern gehörten Bekannte und Fans der Künstler, Patientinnen und Patienten als auch Mitarbeitende des Ärztezentrums. Sie alle schätzen die besondere Atmosphäre, die durch die neue Ausstellung geschaffen wurde. Man ist sich einig, dass sich der kubische Bau hervorragend zur Ausstellung von Kunst eignet. Eine Winwin- Situation für Patienten, Mitarbeiter und Künstler gleichermassen.

 

Einsiedler Anzeiger / Jael Marty

Autor

Einsiedler Anzeiger

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Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

31.03.2026

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