Literatur

Kein lustiges, aber ein hoffnungsvolles Buch

Katinka Ruffieux war im Rahmen des Kulturwochenendes in der Mediothek Lachen zu Gast. Sie las aus ihrem ersten Roman «Zu wenig vom Guten».

Mit dem Satz: «Grossvater hat behauptet, unser Haus sei eine Forelle», beginnt der Roman von Katinka Ruffieux. Sie eröffnete damit auch die Lesung vom Freitagabend. Schnell hatte sie die volle Aufmerksamkeit des Publikums. Gut 20 Personen liessen sich auf das Leben einer fünfköpfigen Familie ein, die während des Aufstands in Ungarn im Jahr 1956 in die Schweiz flüchtete und sich zwischen den beiden Kulturen zurechtfinden musste.

 

Zwischen zwei Kulturen

Der Grossvater, die Eltern und zwei Töchter suchen im Text Antworten auf kleine und grosse Fragen. Sie beobachten, stellen sich dem Thema Heimat, erleben den Alltag im Schrebergarten und vieles mehr. Nach dem Tod des Grossvaters trennen sich die Eltern und die Töchter suchen in den Jahren der Jugendkrawalle ihren eigenen Weg. Im Mittelpunkt des Buches steht die jüngere Tochter, die in der Ich-Form und im Präsens schildert, was sie erlebt. Die anderen Familienmitglieder werden durch Dialoge erlebbar. Die Ich-Erzählerin darf altersgemäss schwere Momente zu erträglichen Begebenheiten transformieren, oft bringt sie ihren eigenen Humor ein.

 

Nicht autobiografisch

Christine Burlet, Leiterin der Mediothek Lachen, führte zwischen den Textpassagen kurze Gespräche mit der Autorin. Dabei gab Katinka Ruffieux – sie hat ungarische Wurzeln – Einblicke in ihr Leben und in die Entstehungsgeschichte des Buches. «Der Roman ist nicht autobiografisch. Denn meine Erinnerung ist immer wieder neu», erklärte sie. Je länger sie am Text gearbeitet ha-be, umso eigenständiger sei dieser geworden. Da «Zu wenig vom Guten», bereits im Sortiment der Mediothek Lachen ausgeliehen wird, gab es positive Feedbacks für die in Horgen wohnhafte und als Lektorin tätige Autorin. Im Mai darf sie ihren ersten Roman an den Solothurner Literaturtagen vorstellen. Auf die Frage nach einem weiteren Buch sagt Katinka Ruffieux: «Ideen sind da, aber ich brauche Abstand und Zeit für die Recherche und den Schreibprozess». 

 

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Frieda Suter

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

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Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

20.04.2026

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