Die neue Klosterillumination durch LED-Lampen lässt die barocken Strukturen der Klosterfassade in der Dunkelheit noch besser erkennen. Foto: Jürg Eberle.
Die neue Klosterillumination durch LED-Lampen lässt die barocken Strukturen der Klosterfassade in der Dunkelheit noch besser erkennen. Foto: Jürg Eberle.

Dies & Das

Kloster in einem neuen Licht

Seit Mittwochabend erstrahlt das Kloster Einsiedeln in neuem Glanz. Abt Urban Federer schaltete die Fassadenillumination höchstpersönlich ein. Das Schweizer Fernsehen war live mit von der Partie, als die neue Beleuchtung hoch geschaltet wurde. Nicht allen gefällt sie auf Anhieb.

Die Finsternis dauerte am Mittwochabend nur wenige Sekunden. Dann hatte Abt Urban Federer per iPad die neue Klosterbeleuchtung eingeschaltet. Zuvor war die bisherige orangefarbene Illumination der barocken Klosterfront ausgelöscht worden.

LED-Lampen sind energiesparender


«Die neue Beleuchtung ist für uns ein Geschenk», betonte Abt Urban in seiner abendlichen Ansprache vor rund 70 Schaulustigen auf der «Ellipse» der neuen Klostertreppen. Einige Klosterschüler wohnten der Lichtzeremonie ebenfalls bei und sorgten so für eine etwas grössere Publikumskulisse. Heino von Prondzysnki, Projektverantwortlicher für das Kloster Einsiedeln und Präsident des Vereins der Freunde des Klosters – welcher die neue Fassadenbeleuchtung finanzierte –, liess in seiner Rede zuerst die Geschichte der neuen Beleuchtung Revue passieren. Er stellte heraus, dass man auch «nachts die barocken Strukturen der Architektur des Klosters zur Geltung» bringen wolle. Die Renovation des Klosterplatzes sei Anlass gewesen, auch die Beleuchtung der Klosterfassade zu erneuern.

Neue Akzentbeleuchtung


Die veralteten Flutlichtstrahler werden nun durch eine moderne, zeitgemässe und energiesparende LED-Beleuchtung ersetzt. Diese erlaubt einerseits, das Licht nur auf die Fassade zu lenken und weiterhin das Beleuchtungsniveau auf das Notwendige zu reduzieren. Dabei wurde ein besonderes Augenmerk auf die Reduktion von Lichtimmission und Energieverbrauch gesetzt. Der Energieverbrauch der Beleuchtung konnte mit dieser Massnahme um rund 60 Prozent gesenkt werden. Um den Mittelteil und die Kirchtürme stärker hervorzuheben, wird eine zusätzliche Akzentbeleuchtung installiert, welche die Architektur der Barockfassade stärker betont. An hohen Feiertagen wird diese Betonung zusätzlich durch amberfarbenes Licht in den Glockenstuben und Fenstern des Mittelteils, wie schon am Marienbrunnen und im Kirchenschiff, verstärkt. Der Nordturm ist damit schon ausgerüstet. Südturm und Mittelteil werden bis Ostern fertig sein, da momentan aufgrund der Bodenbauarbeiten kein Hochkran vor der Fassade aufgebaut werden kann. Seit 19.20 Uhr am Mittwochabend erstrahlt die neue Beleuchtung am Kloster. Das SRF berichtete sieben Minuten live über die Ingangsetzung der Illumination. Grosse «Ahs» und «Ohs» setzten allerdings nicht infolge der neuen Lichtwerdung ein – obwohl das Fernsehteam die Anwesenden kurz vor der Übertragung noch dazu inspiriert hatte, ihren Emotionen durchaus freien Lauf lassen zu können.

«Ein bisschen zu funzelig»


«Das ist mir ein bisschen zu funzelig », sagte einer der Besucher, den diese Zeitung zur neuen Beleuchtung befragte. Zwar könne man jetzt die Strukturen an der Fassade und die Farbe des grünlichen Sandsteins besser sehen – aber die Fassadenbeleuchtung sei im Gegensatz zur wärmeren und helleren, älteren Beleuchtung sehr gewöhnungsbedürftig. Eine ältere Dame wandte sich ab und meinte enttäuscht: «Also, ich habe mir von der neuen Beleuchtung mehr erwartet.» Wieder eine andere Besucherin freute sich über die neue stimmungsvolle Akzentbeleuchtung, die im Nordturm aufleuchtete. Ein junger Mönch bemerkte, dass die neue Beleuchtung eben «dezenter» und «sparsamer » sei als die alte. Dass noch nicht die gesamte neue Illumination zu sehen ist, kritisierte ein anderer. «Man hätte mit der Einweihung ja noch warten können – diese Stückwerklösung passt irgendwie zur Situation auf dem Klosterplatz.»
Einsiedler Anzeiger / Wolfgang Holz

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

20.12.2019

Webcode

schwyzkultur.ch/RB4bed