Stiller Has mit Frontmann Endo Anaconda überzeugt ab dem ersten Ton. Bild: Monika Neidhart
Stiller Has mit Frontmann Endo Anaconda überzeugt ab dem ersten Ton. Bild: Monika Neidhart

Bühne

Der Textraspler und die Band

Stiller Has mit Endo Anaconda begeisterte im ausverkauften Theater Duo Fischbach. Szenenapplaus gab es für die vier Musiker, die den Frontmann neu begleiten.

Schwungvoll, mit countryartigen Klängen eröffnen die vier Musiker von Stiller Has am Freitagabend das Konzert. Auf die Bühne tritt Endo Anaconda, über ein Meter neunzig gross, schwarz gekleidet, mit schwarzem Hut. Mit seiner tiefen, rauen und emotionalen Stimme singt er: «s’Schlaraffeland gieht’s nur mit Mageband, da Romeo isch schwul und ich glaub immer no a Märli. Trala li, trala la.»

Textsicher singen einige Besucher bei den Liedern immer wieder mit. Bei «Furt» reisst Endo Anaconda auch das restliche Publikum mit. X-fach und immer wieder klingt «go, go Hene go» durch den Saal. Dazu klatschen, wippen.


Wuchtiger Gesang und markige Texte

Endo Anacondas Lieder brauchen Aufmerksamkeit. Die markigen, manchmal auch unbequemen Texte drehen sich um Liebe, Krieg, Einsamkeit, Tod, Vergänglichkeit und Alltagssorgen. Sie scheinen die Seele des Sängers freizulegen. «Mal sind sie witzig, mal derb, manchmal auch etwas zwiespältig, ich mag sie so», meinte eine begeisterte Zuhörerin im Pensionsalter.

Viele Worte macht Endo zwischen den Liedern nicht, und wenn, dann markige. Da hielt er sich wohltuend an «z’viil Wort sind Mord» aus dem Lied «Spoken word», das wie die Hälfte der über 20 Lieder an diesem Abend aus dem neusten Album «Endosaurusrex» stammt. Szenenapplaus gab es immer wieder für die vier Musiker bei solistischen Einlagen. Andi Pupato war nicht einfach Schlagzeuger, er begeisterte mit sachtem Pinseln des Schlagzeugs, mit Rassel bei latinoartigen Klängen in «Endosaurusrex» oder mit ausdrucksstarkem Schlagwerk. Boris Klecic, virtuos und ausdrucksstark an verschiedenen Gitarren, im Hintergrund begleitet von Andreas Wyss am Bass. Roman Wyss am Keyboard war zusammen mit Mario Batkovic für die musikalische Vertonung von Endo Anacondas Texten zuständig. In einem Interview beschrieb der Frontmann das Schaffen zum 11. Album von Stiller Has: «Ich hätte diese Musik nicht schreiben können, ich bin eher ein Textraspler. Die beiden nehmen die Musik, die in meinen Texten ist, auf und setzen sie um.» Seit 28 Jahren gibt es Stiller Has. Immer wieder in anderer Besetzung Endo Anaconda als Konstante, der mit seiner Stimme und seinen markigen Texten das prägende Merkmal ist. Dass der neue Weg mit der vielseitig musikalischen Band ankommt, bestätigten auch die begeisterten Zuschauer: «Hammer!», «das war spitze.»

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

28.11.2017

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schwyzkultur.ch/63ZXEa