Gesang, Rhythmus, Mimik, Gestik, Comedy, und viel Energie: Bliss zeigte zweieinhalb Stunden tiefe Einblicke ins Mann-Sein. Bild: PD
Gesang, Rhythmus, Mimik, Gestik, Comedy, und viel Energie: Bliss zeigte zweieinhalb Stunden tiefe Einblicke ins Mann-Sein. Bild: PD

Bühne

Die Realität des Mann-Seins

Bliss zeigt im Programm «Mannschaft», was den Mann
von heute bewegt. Die A-cappella-Band begeisterte dabei nicht nur stimmlich.

Was im ausverkauften Theater Duo Fischbach am Freitagabend abging, war ein Feuerwerk an Energie, Musik, Freude, Tanz und Comedy der feinen Art. Auf der Bühne stand die A-cappella-Band Bliss mit ihrem neusten Programm «Mannschaft». «Um wa gots i däm Programm?», fragt einer der fünf Männer zu Beginn des Abends, um gleich selbst die Antwort zu geben: «Wir fünf sind das Programm.» Während zweieinhalb Stunden wurde kein Klischee über Mann ausgelassen: Bier, Frau, Fussball, das Glücklichsein im Bau- und Hobbymarkt. Sich selber schonten sie dabei nicht. Der Bassist wurde wegen seines Gewichts hochgenommen, beim Countertenor war es die sich abzeichnende Glatze.

Nicht nur Sprüche flogen hin und her

Doch nicht nur Sprüche flogen hin und her, die gespickt waren mit Mimik und Gestik. Jeder der fünf überzeugte durch seine Stimme und seinen Stimmumfang von hoher Kopfstimme bis zum tiefsten Bass. Die Coverstücke wurden so interpretiert, dass sie nur selten wie etwa in «just a gigolo» bei einer seligen Autofahrt zu erkennen waren. Oder im Potpourri an Evergreens zum Schluss, in dem sie noch einmal alle Register zogen. Sie hüpften, steppten, tanzten und rührten das Publikum zu Lach-Tränen, wie sie sich in «Weil ich ein Mädchen bin» entsprechend bewegten. Immer wieder Szenenapplaus und rhythmisches Mitklatschen vom Publikum.

Gefühlvolle Eigenkompositionen ergänzen Coverversionen

Die fünf Männer, die hauptberuflich mit Bliss unterwegs sind, haben ein gutes Gefühl für Tempi und Spannungsbogen. Das Lichtkonzept setzte dazu präzise Akzente. Betretenes Schweigen und verlegenes Wegsehen, als einer über Gefühle sprechen wollte. Vor allem ihre vier Eigenkompositionen, es sind die ersten seit dem Beginn von Bliss vor zehn Jahren, zeigen die gefühlvollen Seiten des Mann-Seins. Sie besingen das Vater-Sohn-Verhältnis oder das Supergirl, dank dem er keine Angst mehr haben muss, seit sie an seiner Seite ist. Bliss heisst übersetzt Glückseligkeit, und das brachten die fünf Männer auch auf die Bühne. Das Publikum, das sich immer wieder in ihren eigenen alltäglichen Geschichten erkannte, ging entsprechend zufrieden nach Hause.

Bote der Urschweiz (Monika Neidhart)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

04.10.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/kZ35Jt